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Zweifaller Kloster als Kunst- und Kulturzentrum

Von: Michael Grobusch
Letzte Aktualisierung:
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Sie sehen das Kloster auf einem sehr guten Weg: Schwester Maria Regina (l.) und Schwester Katharina. Foto: M. Grobusch

Stolberg-Zweifall. Einen Abstecher nach Zweifall hat er nicht gemacht. Als Bischof Heinrich Mussinghoff vor gut einer Woche in Stolberg weilte, um an den Feierlichkeiten zum 350-jährigen Bestehen der St.-Sebastianus-Schützen teilzunehmen, zog er zwar zu Fuß von St. Lucia bis zum Rolandshaus.

Den Weg auf die Anhöhen im Süden der Stadt trat er aber nicht an. „Das ist eigentlich schade”, bedauert Schwester Maria Regina, die zu diesem Anlass sicherlich das Hausverbot aufgehoben hätte, das für einige Vertreter des Bistums seit mehr als vier Jahren gilt.

Zur Erinnerung: Im Dezember 2004 hatten sich die Karmelitinnen bei einem Besuch des damaligen Dompropstes Herbert Hammans und des von der römischen Ordensführung entsandten Ulrich Dobhan derart bedrängt gefühlt, dass sie die Polizei alarmierten.

Der Versuch, diesen Vorfall aufzuarbeiten und den grundsätzlichen Streit über den Status des vom Bischof formal aufgelösten Klosters im direkten Gespräch beizulegen, ist bis heute nicht gelungen.

Und doch gab es beim besagten Fest der Schützen einen Kontakt zwischen den Karmelitinnen und dem Bischof: „Die Hostien, die von Herrn Mussinghoff beim Pontifikalamt ausgeteilt worden sind, haben wir gebacken”, schmunzelt die Schwester Oberin.

Damit hat das Bistum indirekt auch einen - winzigen - Beitrag zum Erhalt des Karmels geleistet. Denn die Erträge aus der Bäckerei sichern nach wie vor das finanzielle Fundament des Klosters. Und das scheint trotz der Differenzen, die seit Jahren mit dem Bistum bestehen, stabiler denn je zu sein.

„Einmal pro Woche wird gebacken, vor den großen kirchlichen Feiertagen auch zweimal”, berichtet Schwester Katharina. 80.000 Hostien sind am Ende eines Backtages fertiggestellt. „Und unser Liefergebiet reicht von Deutschland über die Beneluxländer bis weit nach Osteuropa”, kann sich die Schwester einer großen - und nach ihren Worten überaus zufriedenen - Kundschaft sicher sein.

Und sie ist überzeugt: „Damit tragen wir auch zur europäischen Völkerverständigung beitragen.”

Noch auf einem anderen Gebiet erfreut sich das Kloster großen Zuspruches: „Unser Ziel ist es, zu einem Kunst- und Kulturzentrum in der Region zu werden”, kündigt Schwester Maria Regina an. Bestätigt sehen sich die Karmelitinnen durch die Erfahrungen der jüngsten Veranstaltungen und den Ausblick auf eine Reihe von Terminen in diesem Jahr.

Die Ausstellung „Die Schöpfung oder die Suche nach dem Sinn” von Pater Laurentius, die noch bis Anfang Februar zu sehen sein wird, hat den Auftakt gebildet. Folgen sollen unter anderem Konzerte des Königlichen Chores aus Eupen und des Kerpenchores sowie weitere Expositionen.

Folgen sollen zudem weitere Ordensschwestern, die sich in Zweifall niederlassen. „Wir sind sicherlich nicht alleine als kleiner Konvent in Deutschland”, weiß Schwester Maria Regina, die aber dennoch auf „Verstärkung” setzt. Vornehmlich nach Osteuropa wird sie sich bei der Suche orientieren. Dass das Zweifaller Karmelkloster wichtiger denn je ist, steht für sie außer Frage: „Aufgrund des akuten und weiter zunehmenden Priestermangels haben wir eine sehr wichtige pastorale Aufgabe.”

Diese erfüllen die derzeit vier Schwestern unter anderem mit einer täglichen Messfeier, die von den Spiritanern aus Würselen zelebriert wird - werktags um 7.30 Uhr und sonntags um 8 Uhr. Aber auch als Ort der Besinnung und der Ruhe ist das ebenso idyllisch wie abseits gelegene Haus sehr geschätzt. „Wir nehmen gerne Einzelpersonen oder auch kleinere Gruppen für einen Tag oder länger bei uns auf”, richtet Schwester Maria Regina eine Einladung an alle interessierten Gläubigen.

Inwieweit die Karmelitinnen noch den Glauben an eine Versöhnung mit dem Bischof und eine Anerkennung durch das Bistum haben, lassen sie offen. Nur soviel sagt Schwester Maria Regina zu diesem Thema: „Wir sind autark und haben einen starken Rückhalt in der Bevölkerung. Aber wenn der Bischof mit uns sprechen möchte, ist er immer willkommen.”
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