Stolberg-Büsbach - Zu Gott gewandt die heilige Messe feiern

Zu Gott gewandt die heilige Messe feiern

Von: Jürgen Lange
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Messfeier in außerordentlicher Form in der St. Franz Xavier Kathedrale im amerikanischen Green Bay mit Bischof David L. Ricken, Vizeprovinzial Michael Wiener und Andreas Hellmann (4.v.l.). Foto: Institut Christ König

Stolberg-Büsbach. Es ist eine der ganz seltenen Gelegenheiten in Stolberg eine Messe so zu feiern, wie sie Jahrhunderte lang in der katholischen Kirche zelebriert wurde bis zur Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils: Zu einer heiligen Messe im Tridentinischen Ritus lädt die Büsbacher Pfarrgemeinde St. Hubertus ein für Donnerstag, 19.August.

Zelebrant um 19 Uhr wird Kanonikus Andreas Hellmann (kleines Bild, Mitte) sein. Er ist Mitglied des Instituts „Christus König und Hoherpriester”, eine Gesellschaft apostolischen Lebens der römisch-katholischen Kirche, die seit 1990 errichtet ist und in mehr als 50 Diözesen weltweit tätig ist.

Das gilt auch für den deutschen Priester Andreas Hellmann, der als Pfarrer der Kapelle St. Johann Evangelist in der amerikanischen Diözese Green Bay in Wisconsin tätig ist. Kanonikus Hellmann wurde in Wien geboren, wuchs in Aachen auf und trat nach seinem Abitur in das Priesterseminar am Sitz seines Institutes in Gricigliano bei Florenz in der Toskana ein.

Der 32-Jährige weilt derzeit auf Heimaturlaub bei seinen Eltern. Die Bekanntschaft mit Pastor Urth wuchs in Gricigliano, als Hellmann hiesige Priester zu seiner Primiz eingeladen hatte. Bereits im vergangenen Jahr zelebrierte er auf Einladung des Büsbacher Seelsorgers eine Tridentinische Messe in St. Hubertus.

Kanoniker leben im Gegensatz zu den hier eher gewohnten Pfarrgeistlichen in einer Gemeinschaft von Priestern und Diakonen. Und das von Benedikt XVI. sehr geschätzte päpstliche Inistitut „Christus König und Hoherpriester” (Institutum Christi Regis Summi Sacerdotis) ist eine Priestergemeinschaft, die die klassische römische Liturgie pflegt, wie sie vom Heiligen Vater 2007 wieder ausdrücklich gestattet wurde.

Kleriker sprechen denn auch lieber von der „außerordentlichen Form” des katholischen Ritus im Gegensatz zur „ordentlichen Form”, also zu der seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil üblichen Ausgestaltung der Messfeier.

„Der Sinn und die inneren Werte der Messe sind in beiden Liturgieformen gleich”, betont Pastor Jürgen Urth. Beim Tridentinischen Ritus orientiere sich lediglich die äußere Ausgestaltung des Gottesdienstes an der alten Tradition der Kirche.

Diese wurzelt in den Messbüchern, die in Folge des Konzils von Trient („Tridentinum”, 1545 bis 1563), das eine katholische Antwort auf die evangelische Reformation gab, aufgelegt wurden. Mit der „Missale Romanum” wurde ein verbindliches Messbuch für die ganze Kirche des Römischen Ritus herausgegeben.

Entsprechend hebt sich diese außerordentliche Form von den heute gewohnten Gottesdiensten ab. Nicht nur, weil sie in Latein, „der traditionellen Weltsprache unserer Kirche”, so Urth, zelebriert wird, sondern weil die Liturgie „versus deum” ausgerichtet ist, also auf Gott zu, zu Kreuz und dem Heiligsten im Tabernakel hin gefeiert wird.

Nicht gerne hört der Klerus die Formulierung, dass die Priester der Gemeinde den Rücken zudrehen. „Nein, das ist anders”, erklärt Urth. „Mit der Gemeinde zusammen wendet sich der Priester zu Gott hin.”

Dabei geschieht diese Zuwendung in der Regel auch in der katholischen Kirche nach Osten hin: Zur aufgehenden Sonne als Symbol des auferstandenen und wiederkehrenden Christus, denn die Gotteshäuser sind im Normalfall mit dem Altarraum nach Osten ausgerichtet, so wie es auch bei St. Hubertus der Fall ist.

Heute ungewohnt sind beispielsweise auch das Stufengebet, das der Priester spricht, bevor er den Alterraum betritt, das Tragen des Manipels, ein streifenförmiges, am linken Arm getragenes Messgewand, die Gebete zur Opferung oder auch die Entlassung der Gemeinde mit einem Schlussevangelium.
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