Zebrastreifen auf Bischofstraße werden abgelehnt

Von: Jürgen Lange
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Funktioniert in Büsbach wie ein Zebrastreifen, ist nur keiner: Eine Auffrischung der Markierungen auf der Fahrbahn von Bischof- und Konrad-Adenauer-Straße ist nach Ansicht des Dorfforums völlig ausreichend.Auch die Polizei lehnt einen Zebrastreifen ab. Foto: J. Lange

Stolberg-Büsbach. Zumindest in einem Punkt soll den Wünschen der Büsbacher gefolgt werden. Die Markierungen und das Piktogramm im Einmündungsbereich von Bischof- und Konrad-Adenauer-Straße sollen mit frischer Farbe aufgehübscht werden.

Das schlägt die Verwaltung nach einer Beteiligung des Büsbacher Dorfforums dem am Donnerstag tagenden Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr vor. Vertreter des Dorfforums hatten bereits zuvor wie auch in Gesprächen mit der Verwaltung betont, dass eine Auffrischung der Farbmarkierungen im Bereich des gezeichneten Überweges als ausreichend erachtet wird.

Langfristig schwebt den Büsbachern eine städtebaulich einheitliche Lösung für den gesamten Mittelpunkt des Dorfes vor. Einzelne Provisorien, wie ein Zebrastreifen oder eine Mittelinsel, könnten dabei schnell zu einer Dauerlösung und damit zu einer Bremse für die angestrebte Gesamtlösung werden, befürchtet das Dorfforum. Außerdem sei die Erneuerung der Farbmarkierungen die kostengünstigste Variante, günstiger als ein Fußgängerüberweg, der ebenso wenig wie die Ausgestaltung einer Mittelinsel für erforderlich gehalten wird.

Markierungen nur auffrischen

Die Anlage eines Zebrastreifens, wie in vier Jahre alten Anträgen von CDU und SPD gefordert, wird auch von der Polizei abgelehnt. Einerseits wird von der Direktion Verkehr im Aachener Präsidium angezweifelt, dass die nach den Richtlinien für die Anlage von Fußgängerüberwegen erforderlichen Verkehrsstärken erreicht werden. Als Mindestmaß müssten 50 bis 100 Fußgänger pro Stunde die Fahrbahn queren, während gleichzeitig 200 bis 300 Kraftfahrzeuge passieren. Legt man diese Messlatte an, dann stünden die von der Stadt jüngst ausgebauten Zebrastreifen im Umfeld des Bethlehem Gesundheitszentrums, vier an der Zahl, sowie im Mausbacher Hahn, auf der Vichter Eifelstraße oder auf der Breiniger Heide wohl zur Disposition.

Allerdings lassen die Vorschriften durchaus Ausnahmen zu: „Außerhalb des für Fußgängerüberwege möglichen / empfohlenen Einsatzbereiches können Fußgängerüberwege in begründeten Ausnahmefällen angeordnet werde”, heißt es unter Punkt 2.3(3) der Richtlinie. Zudem hat vor zehn Jahren SPD-Landesverkehrsminister Ernst Schwanhold in seiner begleitenden Broschüre zu der novellierten Richtlinie aufgefordert, für „den Einsatz von Zebrastreifen einen größeren Entscheidungsspielraum offen zu halten, auszunutzen und zu erweitern”.

Doch weder Ministerappell noch Ausnahmefälle greifen auf der Bischofstraße: „Entscheidend in Büsbach ist, dass die unmittelbare Nähe zu einer Lichtzeichenanlage besteht”, argumentiert der Erste Polizeihauptkommissar Helmut Weber auf Anfrage unserer Zeitung. Der Leiter des zuständigen Verkehrskommissariats im Polizeipräsidium verweist dazu auf Punkt 2.1 (2) der Richtlinien, wo ausgeführt ist, dass Zebrastreifen eben nicht in der Nähe von Ampeln angelegt werden dürfen. Und eine solche Fußgängerampel steht zwar auf der Konrad-Adenauer-Straße, aber im unmittelbaren Einmündungsbereich mit der Bischof­straße. Darüber hinaus, so argumentiert die Polizei, könne es durch einen Zebrastreifen in dem unübersichtlichen Einmündungsbereich zu gefährlichen Verkehrssituationen, insbesondere durch mögliche Auffahrunfälle, und zu einer Blockade des Zebrastreifens durch unaufmerksame Abbieger aus der Bischofstraße kommen.

Argumente, denen Andreas Pickardt in einer seiner letzten Vorlagen als für das Ordnungsamt zuständiger Fachbereichsleiter, folgt. Mit der von ihm dem Ausschuss vorgeschlagenen Auffrischung der bestehenden Farbmarkierungen wird zumindest der Wunsch des Büsbacher Dorfforums erfüllt: „Es reicht, wenn das, was da ist, nachgezeichnet wird”, formuliert Sprecher Günter Dahmen.

Anders mag es dagegen bei den Forderungen der Feuerwehr nach einer Aufstellfläche für die Drehleiter im Einmündungsbereich sein. Ein kleiner und zwei reguläre Parkplätze würden dadurch ersatzlos entfallen. „Die Sicherheit der Bevölkerung hat natürlich oberste Priorität”, sagt Dahmen, wundert sich aber darüber, dass bei Versuchen die Drehleiter sehr wohl alle Wohnungen erreichen konnte. Die fanden, so Michael Saabe von der Eisdiele, bereits vor einiger Zeit statt, um die Einsatzmöglichkeiten bei einer Ausweitung der Außengastronomie zu testen.

„Die Drehleiter mag zwar von der Straße aus alle Wohnungen erreichen”, erklärt Wachleiter Karl Wenn auf Anfrage. „Aber dann ist für den an der Spitze der Leiter montierten Korb die mögliche Belastbarkeit so gering, dass in ihm keine Menschen transportiert werden können”. Das bedeutet, dass die Drehleiter näher an den Gebäuden stehen muss, sollen Menschen mit ihr gerettet werden können. „In den Vorschriften sind Aufstellflächen für eine Drehleiter klar definiert”, sagt Wenn. Seit mehreren Jahren mache die Wehrleitung bereits darauf aufmerksam, dass im Einmündungsbereich die Aufstellfläche für die Drehleiter fehle.

Busbucht wird offiziell Parkplatz

Und dies ist beileibe nicht der einzige Platz im Stadtgebiet, an dem es aus Sicht der Feuerwehr Nachbesserungsbedarf gebe. So habe sich beispielsweise bei einem Wohnungsbrand im Juni am Straßenzug „Auf der Mühle” gezeigt, dass der zum Parken vor den Gaststätten genutzten Straßenrand ebenfalls als Aufstellfläche für die Drehleiter gesperrt werden müssten. „Wir haben das sofort gemeldet”, so Wenn, „für die Umsetzung und eine Überwachung ist nicht die Feuerwehr zuständig.”

Die wiederum verweist mit Blick auf den Fortfall von 2,5 Parkplätzen auf eine bevorstehende Veränderung an der gegenüberliegenden Straßenseite. Dort wird die Bushaltestelle zwei Häuser weiter in Richtung Sparkasse auf die Fahrbahn verlegt - was angesichts der zukünftigen Lage der Haltestelle kurz hinter der leichten Kurve mit einer gehörigen Portion Skepsis im Dorf beobachtet wird.

Die bisherige Busbucht vor der Post wird infolge dessen zu einem Parkstreifen. „Sieben Stellplätze werden neu geschaffen”, sagt die Verwaltung. Der Alltag in Büsbach beweist allerdings, dass diese sieben neuen Stellplätze auf der Busbucht - wenn auch ordnungswidrig - längst von der Bevölkerung zum Parken genutzt werden.
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