Stolberg - „Xynthia”-Einsatz zeigt: Feuerwehr unzureichend ausgestattet

„Xynthia”-Einsatz zeigt: Feuerwehr unzureichend ausgestattet

Von: Kolja Linden
Letzte Aktualisierung:
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Wenns mal wieder zu stark regnet: Alle Löschgruppen sollen Tauchpumpen bekommen. Foto: J. Lange

Stolberg. Es gibt Situationen, in denen zeigt sich, wie ausreichend die Stolberger Feuerwehr mit technischem Gerät ausgestattet ist. Und wenn Wehrleute, wie bei dem Sturm am vergangenen Sonntag, bei Baumschäden in den Wald ausrücken, aber keine Motorsäge dabei haben, dann ist das eine Situation, die für sie mehr als unbefriedigend ist.

Zumindest war sie das für die Mitglieder der Löschgruppe Schevenhütte. Umgeben von Wald, verfügt die Gruppe zwar über ein Tanklöschfahrzeug, aber nicht über eine Säge. „Wir haben uns beim ersten Einsatz in Lamersiefen zum Bend hoch private Gerätschaften von einem Anwohner geliehen”, sagt Feuerwehrmann Ulrich Prinz auf Nachfrage unserer Zeitung. Wohlwissend, dass das „von den Dienstvorschriften her im Grenzbereich ist”.

Nicht einverstanden ist deshalb auch der Stolberger Feuerwehrchef Toni Sturz mit der Aktion der Schevenhütter, die aber wohl ohne Folgen bleibt. „Wir dürfen nur genormte Geräte benutzen und brauchen auch die entsprechende Schutzkleidung”, sagt der Stadtbrandinspektor, dass die Nutzung anderer Hilfsmittel „eigentlich nicht Sinn der Sache” sei.

Allerdings verfügt die Löschgruppe Schevenhütte - wie andere Ortsgruppen der Freiwilligen Feuerwehr auch - nicht nur über keine Motorsäge. Eine Tauchpumpe gehört ebenfalls nicht zur Ausstattung des Fahrzeugs.

Dabei ändert sich die Art der Einsätze immer mehr, und zwar hin zur Bekämpfung der Folgen von Naturereignissen, wobei gerade Starkregenfälle auch statistisch einen immer größeren Raum einnehmen. Schon im Juli 2008, nachdem ein solcher Regen zahlreiche Keller in Stolberg volllaufen ließ, hatte Toni Sturz in unserer Zeitung die Anschaffung weiterer Pumpen angekündigt.

Geht es nach der Leitung der Stolberger Feuerwehr, soll dies in diesem Jahr auch geschehen. „Wir haben für den Haushalt 2010 die Anschaffung von 14 neuen Tauchpumpen angemeldet”, sagt Toni Sturz. Nun hofft Sturz angesichts der städtischen Haushaltslage, dass diese Pumpen auch tatsächlich finanziert werden, damit jede der 14 Stolberger Gruppen eine solche hat.

Neue Motorsägen wird es dagegen definitiv nicht geben. Das sei aber auch gar nicht nötig, denn in der Regel werde die Schevenhütter Gruppe gemeinsam mit der benachbarten Löschgruppe Gressenich alarmiert. Deren Fahrzeug sei mit einer Motorsäge ausgestattet. Über weitere Sägen verfügen im Stadtgebiet neben der Hauptwache mit drei Fahrzeugen auch die Löschgruppen in Atsch (zwei Fahrzeuge) und Zweifall sowie die Venwegener Gruppe, die über ein Katastrophenschutzfahrzeug verfügt.

„Es wird sicher mal vorkommen, dass eine Gruppe bei einem Einsatz als erste vor Ort ist, die nicht über das nötige technische Gerät verfügt”, sagt Toni Sturz. Das müsse nicht nur bei Baumschäden oder vollen Kellern der Fall sein, sondern könne auch einen Unfall betreffen. „Dann gilt es für diese Kollegen die Stelle abzusichern, Brandschutz zu gewährleisten und sich gegebenenfalls um den Patienten zu kümmern”, sagt Sturz.
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