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Wunderbare Balladen und eine traurige Geschichte

Von: mlo
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Streichquartett, Piano und großer gemischter Chor singen mit den Zuhörern unter dem Dirigat von Agata Sewera das Adventslied „Tochter Zion, freue dich“ in der Vertonung von Georg Friedrich Händel. Foto: M. L. Otten

Stolberg-Schevenhütte. Mit dem Advent beginnt das neue Kirchenjahr und damit die stimmungsvolle Zeit der Erwartung auf die Ankunft des Messias. Überall finden Konzerte statt, denn durch die Musik lässt sich sehr schön der Vorfreude auf das bevorstehende Weihnachtsfest Ausdruck verleihen.

Seit Jahren pflegt der Chor von St. Josef in Schevenhütte Kontakte zum St. Cäcilia Kirchenchor Hahn und zum Chor der polnischen Mission St. Maria in Aachen. Zusammen mit einem Streichquartett - Lisa Plecikova (1. Geige), Agnieszka Sokol-Arz (2. Geige), Rafael Sewera (Bratsche), Miljana Mandaric Stojadinovic (Cello) - und Alina Wessolowski am Piano brachten die Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Agata Sewera viel vom festlichen Glanz der Weihnachtszeit zum Klingen.

Pfarrer Norbert Bolz hatte in seiner Begrüßung nicht zu viel versprochen. Die Menschen in der voll besetzten Pfarrkirche wurden durch die Kompositionen aus verschiedenen Musikepochen, beginnend mit der Weihnachtskantate von Valentin Rathgeber über Filmsongs bis hin zu beschwingten Titeln unserer Zeit innerlich erwärmt. Und auch die gemeinsam gesungenen Adventslieder „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“ und „Tochter Zion“ öffneten Ohren und Herzen weit.

Nach der Weihnachtskantate von Valentin Rathgeber waren Stücke von Wolfgang Carl Briegel und Friedrich Silcher angesagt, die eindrucksvoll dargeboten wurden. Günter Winterscheid setzte die zuvor gesungene Weihnachtsgeschichte nun in Text und Bildern um und zeigte die Parallelen zur heutigen Flüchtlingsproblematik auf. Die Entschuldigung des Papstes bei den Flüchtlingen wegen der abweisenden Politik Europas hatte hier ebenso seinen Platz wie die Verse aus dem Matthäus-Evangelium, Kapitel 25, 36.

Im zweiten Teil des Konzertes erklangen das Salve Regina aus der himmlischen Filmkomödie „Sister Act“ sowie zwei Lieder aus dem Drama-Film „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ mit dem wunderbaren Balladensolo „Caresse sur l’océan“ des zwölfjährigen Laurenz Rietz aus Raeren.

Die Musik kam nicht nur aus den Herzen, sie ging auch zu Herzen. Sänger Stefan Kersting trug dann seinen selbst verfassten Text vor, der sich mit den Schmierereien „Ausländer raus!“ und „Deutschland gehört den Deutschen“ auf einer Mauer befasste. Als sich alle Lebensmittel, Schnittblumen und Technikteile in ihre jeweiligen Heimatländer verabschiedet hatten, blieben nur noch der geschmückte Tannenbaum und ein paar Äpfel übrig. „Stille Nacht“ durfte nur mit Sondergenehmigung gesungen werden, weil das Lied ja aus Österreich stammt. Die fast lebensgroße Krippe zwischen den Buden der Kinder aus dem vierten Schuljahr passte auch nicht so recht ins deutsche Bild. Doch Maria entschied, zu bleiben. Nach diesen ernsten und nachdenklich machenden Worten setzte der Chor sein Programm mit zauberhaften Liedern unserer Zeit fort, in denen der Friede durch das Kind im Stall und der Sieg der Liebe besungen wurden. Den Schlusspunkt setzte John Rutters Komposition „Die wunderbarste Zeit ist nah“.

Die klangliche Vielfalt des Chorgesangs und die einfühlsame Klavierbegleitung unter der engagierten Powerfrau Sewera waren ein Ohrenschmaus für die Lauschenden, deren Applaus am Ende denn auch den Akteuren höchsten Respekt zollte.

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