Won-Hee Hwang: Romantische Lieder gesungen und gelebt

Von: Dirk Müller
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In typischer Landestracht gest
In typischer Landestracht gestaltet die Sopranistin Won-Hee Hwang zur Begleitung von Mi-Jung Lee den zweiten Teil des Abends hauptsächlich mit Werken koreanischer Komponisten. Foto: D. Müller

Stolberg. Eine glänzende musikalische Visitenkarte hat die koreanische Sopranistin Won-Hee Hwang im Evangelischen Gemeindezentrum abgegeben. Der von Kantor Gunther Antensteiner organisierte Liederabend fand diesmal nicht in der Finkenbergkirche statt.

Das Programm des Konzerts bestand nämlich aus weltlichen Werken, und für die fantastische Klavierbegleitung durch Mi-Jung Lee an der Frankentalstraße ein Flügel vorhanden war, wogegen sie sich auf dem Finkenberg mit einem E-Piano hätte begnügen müssen. Eindrucksvoll begann Hwang das Sonderkonzert mit romantischen Liedern wie „Die Forelle” oder „Frühlingsglaube” von Franz Schubert (1797-1828).

Der ausdrucksstarke Vortrag der Sopranistin setzte sich in Werken wie „Er ists” und „Der Nussbaum” von Robert Schumann (1810-1856) fort: Hwang intonierte brillant, sang aber bei aller Perfektion hingebungsvoll, transportierte viel Wärme und Gefühl in den Liedern. Wohldosiert setzte die ausgebildete Opernsolosängerin Koloraturen ein, gab sich im weiteren Verlauf des Abend verträumt bis temperamentvoll oder auch keck wie bei „Du denkst mit einem Fädchen mich zu fangen” von Hugo Wolf (1860-1903). Sie überzeugte dabei ebenfalls durch Mimik und Gestik, sang die romantischen Lieder nicht nur, sondern lebte sie vor dem begeisterten Publikum.

In Wolfs dramatischem „Verschling der Abgrund meines Liebsten Hütte” etwa wurde den Zuhörern die Qualität der virtuosen Begleitung von Lee besonders gewahr, die am Flügel maßgeblich zum Gelingen des außerordentlichen Liederabends beitrug. Nach einer Pause wurde der zweite Teil des Konzerts zeitgenössischer - und koreanischer: Hwang hatte die Abendgarderobe gegen eine typische Landestracht getauscht und präsentierte nun Lieder von Isang Yun (1917-1995), Dongjin Kim (1913-2009) und Myunsang Lee (1908-1989). Die weiterhin emotional dargebotenen Lieder fügten sich gut an den vorherigen Teil des Konzerts an.

Das Publikum erlebte einen hochklassiges, harmonisches und in sich stimmiges Programm, auch als Hwang dem Abend noch mehr Internationalität verlieh und sich mit Lee Werken des spanischen Komponisten Enrique Granados (1867-1966) widmete. Lieder wie „Gracia mia” wurden von dem Auditorium mit lautstarkem und lang anhaltendem Applaus bedacht, und bereitwillig erfreuten Hwang und Lee das Publikum mit der Zugabe „Das Veilchen”. Mit Wolfgang Amadeus Mozarts (1756-1791) Vertonung des Gedichts von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) empfahlen die Musikerinnen sich endgültig für weitere Besuche in der Kupferstadt.

Das nächste Konzert auf dem Finkenberg

Kammermusik präsentieren Anna Fischer (Sopran), Vera Plum (Violine) und Theo Palm (Orgel) am Sonntag, 23. September, um 17 Uhr in der Finkenbergkirche. Der Eintritt zum Konzert ist frei; um eine Spende wird gebeten.
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