Stolberg - Wolfgang Röber bleibt Leiter der Gutenberg-Schule

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Wolfgang Röber bleibt Leiter der Gutenberg-Schule

Von: Michael Grobusch
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Wird ein weiteres Jahr die Gutenberg-Schule leiten: Wolfgang Röber. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Auf den ersten Blick ist die Angelegenheit gar nicht so außergewöhnlich. „Ich bin bei weitem nicht der einzige Schulleiter, der mit 65 Jahren noch im Dienst ist“, unterstreicht Wolfgang Röber. Und dennoch liest sich seine Geschichte etwas anders als die seiner Kollegen.

Denn um weiter in der Gutenberg-Schule am Rhein-Nassau-Weg arbeiten zu können, musste Röber einen Anwalt einschalten und das Arbeitsgericht Aachen anrufen. Zu diesem Zeitpunkt war aus der anfänglichen Meinungsverschiedenheit mit der Bezirksregierung längst ein handfester Rechtsstreit geworden.

Im November hatte Wolfgang Röber den Antrag auf Dienstzeitverlängerung gestellt. „Das ist laut Beamtengesetz bis zu drei Mal für jeweils ein Jahr möglich.“ Röber wollte sich auf ein Schuljahr beschränken und bat darum, erst im Sommer 2014 ausscheiden zu dürfen. Doch das stieß bei der Genehmigungsbehörde in Köln auf wenig Gegenliebe.

Am 21. Dezember – es war der erste Ferientag – traf die Ablehnung ein. Mit Begründungen, die der Adressat so nicht hinnehmen wollte. „In dem Schreiben wurde auf die Versorgungsfälle in der Städteregion, die durch die Schließung anderer Schulen entstanden seien, hingewiesen. Und auf die Erwartung, dass im Rahmen der Inklusion weitere Einrichtungen folgen würden“, berichtet Röber. Er aber entgegnete mit dem Hinweis auf den von der Landesregierung zurückgezogenen Gesetzentwurf zur Inklusion sowie auf eine beträchtliche Zahl offener Stellen – und klagte.

Als der Termin vor dem Arbeitsgericht bereits anberaumt war, gab es dann die überraschende Wende: Die Bezirksregierung zog ihre Ablehnung zurück und gab dem Antrag des Schulleiters statt. „Ich bin fit, habe Spaß an der Arbeit und möchte noch einige Dinge hier weiter begleiten“, freut sich Wolfgang Röber, nach nunmehr fast 43 Dienstjahren – davon 25 Jahre an der Gutenberg-Schule – nicht Pensionär wider Willen zu werden, sondern ein weiteres Schuljahr arbeiten zu können.

Vor allem liegt ihm dabei der weitere Ausbau des gebunden Ganztagsbetriebs am Herzen, der den auslaufenden offenen Betrieb ablöst. Darauf hat er jetzt den Blick gerichtet und schaut nur noch selten zurück. Dennoch räumt er ein: „Diese Unfähigkeit der Kommunikation hat mich schwer aufgeregt.“

Ein bisschen gilt das auch für die Diskussion über die Inklusion, also die Eingliederung von Kindern mit besonderem Förderbedarf in Regelschulen. „Es geht da immer nur um Prozentzahlen, über die Qualität spricht hingegen kaum jemand.“ Röber ist überzeugt: „Die Regelschulen sind auf den gemeinsamen Unterricht nicht vorbereitet.“

Das sei kein Vorwurf an die Kollegen, sondern vielmehr ein Plädoyer für den Erhalt der Förderschulen – auch der Gutenberg-Schule, die mit dem Förderschwerpunkt Sprache angesichts der politischen Zielsetzung des zu erwartenden neuen Gesetzes zu den ersten zählen könnte, die zur Disposition gestellt wird.

„Wer die Schließung der Sprachförderschulen fordert, hat keine Ahnung, was es heißt, einen hohen Förderbedarf in Sprache zu haben.“ Für die Betroffenen sei ein ganz wichtiges Kriterium menschlichen Daseins auf vielen Ebenen gestört. Deshalb fordert Wolfgang Röber: „Man muss jeden Einzelfall betrachten und nicht pauschal von Quoten sprechen.“

Der Schulleiter fürchtet, „dass da etwas vorschnell auf den Weg gebracht wird, was man nachher bereuen wird.“ Deshalb wird er sich auch weiterhin für eine „Inklusion mit Augenmaß und Qualität“ einsetzen. Bis zum Ende des nächsten Schuljahres als Schulleiter. Das steht fest.

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