Windpark Schevenhütte: Zu 99 bis 100 Prozent „gestorben“

Von: Dirk Müller
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Jetzt, wo kaum mehr einer mit den drei Windrädern im Laufenburger Wald rechnet, wollen sich die mittlerweile zu Energieexperten gewordenen „Gegenwindler“ für die Endergiewende stark machen. Foto: stock/Mangold

Stolberg. Mit großer Erleichterung haben die mehr als hundert Anwesenden die Einschätzungen der Sprecher der Bürgerinitiative „Gegenwind in Schevenhütte“ aufgenommen. „Wir sind uns 99- bis 100-prozentig sicher, dass das Projekt Windpark im Laufenburger Wald gestorben ist“, erklärten Lars Krüger und Ulrich Prinz übereinstimmend.

Nachdem die Bezirksregierung klar geäußert habe, dass die Errichtung von Windkraftanlagen in Wasserschutzzonen nicht genehmigungsfähig sei, werde der Investor für die betroffenen drei Windräder keine neuen Standorte im Wald bei Schevenhütte finden können.

„Das zulässige Gebiet ist jetzt nur noch halb so groß, und die in dem von der Green GmbH selbst in Auftrag gegebenen Gutachten ausgewiesenen Vogelflugbahnen stehen einer Umpositionierung der geplanten Windräder im Weg“, erläuterte Krüger.

Prinz ergänzte, ebenfalls in dem Gutachten berücksichtigte geschützte Arten, Biotope und Bodendenkmäler würden die verbliebene Fläche weiter einschränken. Außerdem würden eventuelle neue Standorte auch eine neue langwierige Artenschutzprüfung nach sich ziehen.

„Gebaut werden dürfen die Windräder im Wald nur im Herbst. Dies und die Neuplanung würden das Projekt bis auf nach 2016 verschieben. Dann wird aber die Energie aus Windkraft weniger subventioniert, so dass die ohnehin fragwürdige Wirtschaftlichkeit der Anlagen sich noch stärker verschlechtern würde“, beschrieb Prinz.

Die zwei laut Investor und Stadtverwaltung genehmigungsfähigen Windräder würden keine Konzen­trationszone darstellen, und „für ein oder zwei Windräder legt niemand ein Stromtrasse an, denn das wäre völlig unwirtschaftlich“.

Diese Entwicklung sowie die 1150 gesammelten Unterschriften und 500 Online-Petitionen gegen einen Windpark im Laufenburger Wald hätten auch für ein Umdenken auf politischer Seite gesorgt, sagte Krüger: „Ich denke, wir haben seitens des Bürgermeisters und der großen Koalition Signale erhalten, dass dieses Projekt nicht mehr unbedingt politisch gewollt ist.“

Das „kleine unbeugsame Gallische Dorf in Stolberg“ will nach dem Erfolg eine Party feiern, wobei der „Gegenwind in Schevenhütte“ dennoch weiterhin wachsam blei­be, was die Bürgerinitiative zum Beispiel dadurch unterstrich, dass sie ihren juristischen Beistand, Rechtsanwalt Klaus Marotzke, vorstellte.

Innerhalb der Bürgerinitiative seien einige Schevenhütter inzwischen zu regelrechten Energieexperten geworden. Dieses Potenzial wolle der „Gegenwind“ nicht nur nutzen, um Windräder im Wald zu verhindern, sondern auch, um die Energiewende in der Region zu unterstützen, betonten Prinz und Krüger.

Die „Gegenwindler“ würden sich etwa bei der Initiative „Render“ (Regionaler Dialog Energiewende) konstruktiv einbringen und mithelfen, Konzepte zu entwickeln, damit die Kupferstadt sinnvolle Beiträge hinsichtlich regenerativer Energieerzeugung in der Region leisten könne.

Am Ende des dritten Treffens der Bürgerinitiative dankte Krüger allen Mitstreitern für die engagierte Unterstützung des „Gegenwinds“ mit den Worten: „Macht einfach so weiter wie bisher, dann ist mir nicht bange um unser schönes Schevenhütte.“

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