Wilschweine sollen vermehrt geimpft werden

Von: ker
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Stolberg-Gressenich. Ein Referat zur Entwicklung und zum derzeitigen Stand der Schweinepest, Informationen über Aktivitäten und Leistungen der Stolberger Jägerschaft und eindringliche Belehrungen über die erforderliche Beachtung des Waffenrechts sowie Unmut über die noch immer bestehende Jagdsteuer prägten die vom Vorsitzenden Helmuth Kaul geleitete Jahreshauptversammlung des Hegeringes Stolberg.

Zum Thema Schweinepest gab der Leiter des Veterinärsamtes des Kreises Euskirchen, Dr. Jochen Weins, einen wissenschaftlich fundierten und gleichzeitig praxisnahen Einblick in zehn Jahre Beachtung und Bekämpfung dieser gefährlichen Seuche.

Immer wieder sei die Pest in verschiedenen Teilen Deutschlands aufgeflackert, habe sich in manchen Jahren bis ins Rheinland, bis in die Eifel ausgedehnt.

Doch bisher habe man durch konsequente Maßnahmen wie durch Impfköderauslegung und so genannte Drückjagden, durch konsequente Verschärfung der Abschussvorgaben und durch eine saubere Ablieferung der Strecken an die eingerichteten Kontrollsammelstellen. Dadurch sei in mehreren Jahren, so auch in 2008 kein Fall von Schweinepest bekannt geworden.

Doch leider habe sich das Blatt in diesem Jahr wieder gewendet. Bis Mitte März hätten 31 neue Fälle nachgewiesen werden können, zuletzt linksrheinisch in der Ahrweiler Region. Folglich müsse wieder unbedingt geimpft werden, appellierte der Veterinär an die Jäger, sonst könnte es im Herbst sehr gefährlich werden. Die anschließende lebhafte Diskussion zeugte von einer starken Verantwortlichkeit der Versammlungsteilnehmer.

Danach berichtete Helmuth Kaul über die besonderen Aktivitäten des Hegeringes, der mit seinen derzeit 111 Mitgliedern zu den größten Vereinen der Kupferstadt gehört. So waren das neu konzipierte Hegeringschießen, die Teilnahme am Schießwettbewerb der Kreisjägerschaft sowie das Training auf drei auswärtigen Schießständen gelungen und erfolgreich.

Die Wildsituation in den Stolberger Revieren bewertete der Vorsitzende recht positiv, ebenso den freiwilligen Einsatz der Jäger zu gemeinnützigen Tätigkeiten wie beispielsweise das Entrümpeln von Wald und Feld, Biotopverbesserungen, das sachgerechte Legen von mehreren tausend Impfköder gegen die Schweinepest oder das zumeist zur Nachtzeit erforderliche Entsorgen von durch Verkehrsunfälle getöteter Wildtiere.

Das seien der Allgemeinheit dienende, oft mit Schwierigkeiten verbundene Leistungen, die der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt seien und von der Politik bisher nicht honoriert werde.

In diesem Zusammenhang sprach Vorsitzender Helmuth Kaul von einem krassen Wahlbetrug. Denn „entgegen aller Zusicherungen der Regierungsspitzen in NRW ist die Jagdsteuer, ein Relikt aus längst vergangenen Zeiten, immer noch nicht abgeschafft. Im Gegenteil, alle Nebenleistungen, die irgendwie mit der Jagdausübung zu tun haben könnten, sind umsatzsteuerpflichtig.”

Sollte sich in naher Zukunft daran nichts ändern, würden die Jäger diese freiwilligen Leistungen nicht mehr erbringen, versicherte der Vorsitzende voller Unmut.

Aufgrund der aktuellen Diskussion um das Waffenrecht forderte der stellvertretende Hegeringleiter, Ingo Lothmann, die Anwesenden eindringlich auf, beim Umgang mit Waffen und Munition die gesetzlichen Verpflichtungen strikt zu befolgen, insbesondere die Zugriffsmöglichkeit unberechtigter Personen auszuschließen.

Den Abschluss der Versammlung bildeten der Kassenbericht von Josi Doveren, die Bewertung der Kassenführung durch Ludwig Roßbach und Egon Gerards sowie die Wahl von Peter Podborny und Dirk Büttgen zu neuen Kassenprüfern.
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