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Wie ein Bauwagen auf einer Adventsfeier für Behaglichkeit sorgt

Von: Heike Eisenmenger
Letzte Aktualisierung:
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Sind seit langem beschäftigt, die Adventsfeier am Samstag in Breinig vorzubereiten: Jutta Meeßen und Andre Hennecken. Foto: eis

Stolberg-Breinig. In der klirrenden Kälte erscheint der Bauwagen mit den bunten Muster aus Rechtecken wie eine Oase: Aus der Tür ergießt sich warmes Licht. Im Ofen prasselt ein Feuer, die Menschen hocken an am Holztisch beisammen, es wird gegessen, getrunken, geredet und gelacht. Noch gibt es die Szene nur in der Phantasie, aber bereits am Samstag, 11. Dezember, wird der Wohnwagen tatsächlich auf dem Hof von Walter Emonts in Alt Breinig 74 abgestellt sein.

Es war anfangs ein ganz normaler Bauwagen, den Jutta Meeßen innerhalb von 14 Tagen für diese Adventsfeier in ein bewohnbares Kunstobjekt mit hohem Behaglichkeitsfaktor verwandelt.

Der Wagen wird sicherlich eine Attraktion bei der Adventsfeier sein, die wie in den Jahren zuvor auf dem Hof von Walter Emonts stattfindet. Emonts, in Breinig allgemein als „Jaasse Walter” bekannt, stellt sein Heim zur Verfügung, aber organisiert wird das Ganze von der Riege der Breiniger Sündenböcke. Und wie in der Vergangenheit wird auch dieses Mal der Erlös an die Kinderkrebshilfe fließen.

Auf die Idee, den Bauwagen ins Konzept mitaufzunehmen, kam Sündenbock-Chef André Hennecken, „weil sich sämtliche Besucher am liebsten in der Küche von „Jaasse Walter” aufhalten. Der hat eine Küche, wie man sie früher hatte, also mit einem Herd, der befeuert wird. Einen Elektro- oder Gasherd will er partout nicht haben”, erzählt der 50-Jährige schmunzelnd.

Die Sündenböcke erkannten also ganz richtig, dass den Menschen der Sinn nach Behaglichkeit steht. Behaglichkeit in Kombination mit Kunst: Das war die zündende Idee, die schließlich den Bauwagen hervorbrachte.

„Von außen ist der Bauwagen im niederländischen Bauhausstil gehalten. Allerdings werden die meisten Besucher denken, es handelt sich um Popart aus den 70er-Jahren”, sagt die Künstlerin, die seit nunmehr zwei Wochen von morgens bis abends am Bauwagen arbeitet. „Die waren damals schon ungeheuer weit. Man muss sich vergegenwärtigen, dass das Kunst ist, die vor rund 100 Jahren entstanden ist”, ergänzt Andr Hennecken, Chef der Sündenböcke.

Von innen ist der Bauwagen vom Jugendstil geprägt. Diese Kunstrichtung spiegelt sich nicht nur im Mobiliar wider, sondern kommt auch durch Bilder zur Geltung. Als Vorlage dienen Meeßen Bilder, die aus der Zeit der Künstlergruppe „Die blauen Reiter” stammen. Jene Künstlergruppe hatte sich 1911 in München zusammengefunden. Es sind losgelöste Bildmotive von Wassily Kandinsky, Gabriele Münter oder August Macke, die Meeßen an die Wände des Bauwagens malt.

Die Affinität zu München kommt nicht von ungefähr. Die Sündenböcke unterhalten seit vielen Jahren eine enge Freundschaft zu den dortigen Böllerschützen und lernten so die Stadt und ihre Geschichte kennen.

Doch was nützt der schönste Bauwagen mit hohem Behaglichkeitsfaktor, wenn der Magen knurrt? „Es gibt Maultaschen, Apfelküchlein, Thüringer Würstchen und Glühwein nach Breiniger Spezialrezept”, macht Hennecken Appetit. „Es ist toll, wie sich selbst Leute, die nicht aus Breinig sind, zugunsten der Kinderkrebshilfe engagieren. Die original Thüringer Würstchen stiftet jedes Jahr ein Thüringer, der einfach gut fidet, was wir hier machen”, erzählt der 50-Jährige und freut sich bereits auf den behaglichen Samstag.
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