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Wickert: „Ich möchte ein Volksmaler sein”

Von: Christoph Hahn
Letzte Aktualisierung:
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Dieses „Lied” ist Wohlklang in ihren Ohren: Pfarrerin Elke Gericke (hier mit Tochter), Künstler Johannes Wickert und Professor Alexander Boeminghaus, Vorsitzender des Künstlerverbandes EVBK, besichtigten die neue „Artibus”-Ausstellung in der Burggalerie noch vor der offiziellen Eröffnung. Foto: C. Hahn

Stolberg. Bilder, die figürlich sind, die für eine gewisse Lesbarkeit sorgen und doch Intellekt wie Gefühl nicht unterfordern: Johannes Wickerts Bilder sind von der Art, die mit Sicherheit das Interesse der Kunstfreunde wecken und es auch verdienen.

Das deckt sich im Übrigen mit den Absichten des Künstlers, der seine Werke im ostbelgischen Leykaul schafft: „Ich möchte ein Volksmaler sein”, erklärt er.

Ob ihm das auch gelingt, können Stolberger und ihre Gäste vom Sonntag an bis zum 6. Juni in der Burggalerie feststellen. Aber nicht nur dort: In den umliegenden drei Kirchen (Finkenberg- und Vogelsangkirche sowie St. Lucia) sind Werke von Wickert mit deutlichem religiösen Bezug zu sehen.

Das heißt aber nicht, dass diese Bezüge in der Burggalerie fehlen. Da ist zum Beispiel auf einem Bild, das an die Deckenmalerei des Barock erinnert (Wickert ist in der Tat ein als Kirchenmaler anerkannter Mann), eine Gruppe von Figuren in der Form einer ovalen Mandorla zusammengefügt.

Aber hier geht es nicht um das Religiöse an sich, sondern um die Konstruktion, das Formenmuster. Rückgriffe auf die Tradition finden sich aber nicht nur hier: Ein weiteres Bild in der Burggalerie, dem Epizentrum dieser dritten Ausstellung der von Galeristin Christa Oedekoven zusammen mit dem Kulturamt der Stadt sowie der Europäischen Vereinigung Bildender Künstler aus Eifel und Ardennen (EVBK) und ihrem Vorsitzenden Professor Alexander Boeminghaus initiierten „Artibus”-Reihe, zeigt den Künstler, zufrieden auf dem Boden sitzend und zwischen Palette und Farbtöpfen zufrieden auf zwei seiner Bilder blickend - ein Lebensgefühl wie am siebten und letzten Schöpfungstag, als Gott auf die Welt blickte und sah, dass es gut um sie bestellt war.

Abseits des Religiösen scheint sich ein weiteres Gemälde zu bewegen, noch großformatiger als die anderen und deshalb im Saal auf der Burg prominent gehängt. „Das Lied” heißt es und gruppiert eine - links und rechts abgeschnittene - Reihe von Menschen wie einen Chor zum Gesang.

Die Zeile der mit ausdrucksvollem Mienenspiel auftretenden Sänger wäre indes plattes Abbild, gäbe es nicht noch etwas - eine weitere Zeile, gebildet aus allerlei schnatterndem, kregelem Federvieh, Hühnern, Gänsen und anderem Geflügel, das den Sängern beigegeben wird wie andere Tiere den Heiligen in der klassischen Ikonographie der großen Kirchen.

Dass der in Stolberg präsentierte Künstler einer von hohem Rang ist, illustriert eine aktuelle Begebenheit: Der Rat der Stadt Prüm, in der der „Artibus”-Mitveranstalter EVBK seinen Sitz unterhält, hat Johannes Wickert den Europäischen Kaiser-Lothar-Preis für 2010 zuerkannt.

Der Art und Weise, auf die Johannes Wickert mit seinen Bildern geistige Kräfte und Traditionen ehrt und lebendig erhält, wird so für alle Welt sinnenfällig Anerkennung und Respekt gezollt.
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