Stolberg - Wertstoffhof wird Fall für die Justiz

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Wertstoffhof wird Fall für die Justiz

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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Alles in die Tonne? Die Suche nach einem Wertstoffhof in Stolberg dauert weiter an. Foto: J. Lange

Stolberg. Ob die Firma Haas ein Angebot abgibt, blieb am Montag ungewiss: Der Familienrat wollte noch am späten Abend darüber diskutieren. Gewiss ist derweil, dass die drei weiteren von der Regio-Entsorgung zur Abgabe eines Angebotes für die „Erfassung von Wertstoffen unter Nutzung einer zentralen Abgabestelle“ in Stolberg aufgeforderten Unternehmen kein Angebot abgegeben haben.

Zumindest nicht bis Montagnacht um 24 Uhr. „Wir können doch gar kein seriöses Angebot in der Kürze der Zeit abgeben“, erklärte Arthur Koch gegenüber unserer Zeitung. Zwar habe es am Freitag ein Fax der Regio-Entsorgung gegeben, aber das Schreiben mit Leistungsverzeichnis lag erst am Montagmorgen auf seinem Schreibtisch am Verwaltungssitz des Unternehmens an der Kesselschmiede, sagt ein verärgerter Unternehmer Koch: „Wie soll man denn so kurzfristig etwas kalkulieren können?“

Gleiches gilt auch für Frank Conrads, den die beschränkte Preisanfrage nach 11 Uhr im Büro an der Probsteistraße erreichte. „Unmöglich für uns, dann bis 24 Uhr ein Angebot abgeben zu können“, sagt der Geschäftsführer der BSR. Sicherlich sei die GmbH ein Fachbetrieb für Recycling, „aber bisher haben wir uns nur mit mineralischen Wertstoffen befasst“, so Conrads.

Der Blick in das Leistungsverzeichnis habe aber Abfallklassen-Schlüssel für Grün- und Bio-Abfall, Leichtverpackungen, Glas, Schrott, Elektrogeräte, Altkleider, Papier, Restmüll, etc. zu Tage gefördert, für die aktuell keine Zulassung besteht. „Und wie soll man denn über die Feiertage noch von den Behörden eine Genehmigung bis Silvester erhalten können – geschweige denn bis Mitternacht?“, fragt sich Conrads. Bei einem solchen Zeitdruck seien eine Kalkulation und eine Abgabe eines Angebots in keiner Weise fundiert zu erstellen. „Unangemessen kurz“ wertet auch Helmut Kutsch die Frist der „fehlerhaften Ausschreibung“. Deren Leistungsverzeichnis lasse darüber hinaus eine Reihe von Fragen offen, die für eine Kalkulation aber geklärt sein müssten: etwa zur Platzbeschaffenheit, einer Lagerung in Boxen oder Containern, Kennzeichnung, Baggereinsätzen, Behälter-Gestellung, Büro- und Sozialräumen.

„Wir möchten uns aber an der Ausschreibung beteiligen und ein ordnungsgemäß kalkuliertes Angebot abgeben“, sagt der Geschäftsführer der Firma Gebrüder Kutsch. Deshalb hat er die Regio-Entsorgung gebeten, sich bis Montag um 17 Uhr zu äußern, ob eine Fristverlängerung eingeräumt wird. Diese Frist verstrich.

„Wir können keine Fristverlängerung einräumen“, erklärte „Regio“-Geschäftsführer Ulrich Koch auf Anfrage, denn dann könne die Zeit nicht ausreichen, um am 2. Januar einen Wertstoffhof zu eröffnen. Für den 23. Dezember hat Bürgermeister Ferdi Gatzweiler eine Sondersitzung des Hauptausschusses angekündigt. Der wird sich wohl mit der Frage einer Übergangsregelung befassen müssen.

Derweil erwägen angefragte Unternehmen mangels Fristverlängerung durch die Regio-Entsorgung die Justiz zu beschäftigen. Weil sie aufgrund der kurzzeitigen Fristen der beschränkten Preisanfrage kein Angebot abgeben konnten, wollen sie den ihnen dadurch entstandenen Schaden notfalls gerichtlich geltend machen...

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