Stolberg - Werth und Mausbach packen nun ihre Zukunft an

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Werth und Mausbach packen nun ihre Zukunft an

Von: Jürgen Lange
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Die Schlüsselprojekte, die im Rahmen der Innenentwicklung der beiden Dörfer bürgerschaftliches Engagement und private Investitionen anstoßen sollen: die Modernisierung von Bürgerhaus und altem Schulhof in Werth sowie in Mausbach Nutzungskonzept und Neugestaltung des Markusplatzes. Foto: J. Lange
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Neubauten neben dem Neubaugebiet in Werth: An der Ecke Dorf-/Mausbacher Straße sondiert der Kampfmittelräumdienst. Foto: J. Lange
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Die Schlüsselprojekte, die im Rahmen der Innenentwicklung der beiden Dörfer bürgerschaftliches Engagement und private Investitionen anstoßen sollen: die Modernisierung von Bürgerhaus und altem Schulhof in Werth sowie in Mausbach Nutzungskonzept und Neugestaltung des Markusplatzes. Foto: J. Lange

Stolberg. Werth und Mausbach sollen innerhalb der nächsten vier Jahre einen deutlichen Sprung nach vorne machen. Auf Basis von Konzepten für die Innenentwicklung für die beiden Dörfer sollen nicht nur markante Projekte im Stadtbild mit öffentlicher Förderung als Schlüsselprojekte ungesetzt werden.

Es wird ein langfristiger Ansatz verfolgt, der vor allem bürgerschaftliches Engagement sowie private Investitionen anregen soll. Heute berät der Ausschuss für Stadtentwicklung über die beiden Konzepte, die der Stadtrat auf seiner Sitzung am Dienstag als Rahmen für die Dorfentwicklung beschließen soll.

Im vergangenen Jahr waren Werth und Mausbach in die europäische Förderkulisse für die ländliche Entwicklung aufgenommen worden. Seitdem arbeiten Verwaltung, das Büro Raumplan sowie die Bürger vor Ort an den Visionen für ihr Dorf. Analyse und Handlungsempfehlungen liegen nun gebündelt auf jeweils rund 100 Seiten vor. Gemeinsam ist ihnen eine Basis: das Dorfforum, das Bürger, Initiativen, Vereine und Institutionen im Ort bilden. Es soll den Konsens im Dorf herstellen, Ansprechpartner, Koordinator und Lenkungsgremium für die Aktivitäten zur Dorfentwicklung sein.

Zu den administrativen Maßnahmen zählen auch eine „Wissensgrube“ in Werth, das Wissen, Traditionen und Kompetenzen erhalten und weitergeben soll, sowie eine „Kommunikationsplattform“ in Mausbach, die als Ideengeber und Mittler zwischen Vereinen, Initiativen, Neubürgern und Alteingesessenen dienen soll.

Die ersten konkreten Projekte, die noch in diesem Jahr angegangen werden sollen, sind zwar altbekannt, aber in ihrer Ausgestaltung neu formuliert. Den Werthern liegt besonders die Sanierung der alten Schule als zeitgemäßes und multifunktionales Bürgerhaus am Herzen. Zwei Varianten für einen Um- und Ausbau liegen vor.

1,4 Millionen Euro stehen im Haushalt bereit. Zudem steht die Ertüchtigung des früheren Schulhofes als multifunktionaler Treffpunkt ganz oben auf der Wunschliste. Nachrangiger wird die Sanierung des Pfarrheims bewertet, das sich in der Trägerschaft der Gemeinschaft der Gemeinden Stolberg-Süd befindet; eine Umsetzung wird für 2020 angestrebt.

Wichtiger ist den Werthern erst einmal die Ausgestaltung eines Rundweges um das Dorf noch in diesem und die Neugestaltung des Marktes als zentraler Platz im kommenden Jahr. In den kommenden Jahren sollen zudem die Ortseingänge und wichtige Passagen der innerörtlichen Dorfstraßen städtebaulich aufgewertet werden.

Bereits jetzt soll begonnen werden, die fehlende Nahversorgung durch alternative Angebote auszugleichen. Landwirtschaftliche Betriebe, fahrende Marktstände und vielleicht sogar ein Wochenmarkt werden für möglich gehalten. Darüber hinaus soll über neue Mobilitätsangebote wie Carsharing oder Bürgerbus nachgedacht werden.

Werth (Am Kaltenborn) wie auch Mausbach (Gartenstraße, Auenweg, Derichsberger Straße) sollen mit der Ausweisung neuer Siedlungsbereiche weiter prosperieren können. Altbausanierung und Energieberatung sollen helfen, die vorhandene Bausubstanz nachhaltig zu sichern.

Was den Werthern ihr Bürgerhaus ist, ist den Mausbachern der Markusplatz. Für den hatten sie schon einmal vor zehn Jahren eine Planung erstellt. Damals fehlte das Geld für eine Umsetzung. Um eine Förderung zu erhalten, musste eine neue Planung erfolgen. Wie das Ergebnis zeigt, durchaus zurecht. Denn innerhalb des vergangenen Jahrzehnts hat sich die Infrastruktur im Ort spürbar verändert.

Der seinerzeit in der früheren Schule am Markusplatz ansässige Discountmarkt hat geschlossen, nachdem sich Rewe und Aldi am Ortsrand angesiedelt haben. Mittlerweile wünschen sich die Mausbacher hier (Außen-) Gastronomie, kulturelle Angebote und weitere Veranstaltungen, wozu allerdings privates (finanzielles) Engagement erforderlich wird. Bei der Neugestaltung soll der Markusplatzes bei Erhalt eines Parkplatzangebotes stärker in das Bewusstsein der Dorfbewohner gerückt werden.

Ziel ist dabei auch eine Reduzierung der Verkehrsfläche der Landesstraße 12. Mit der Planung des Projektes soll noch in diesem Jahr begonnen werden; zur Umsetzung steht in den nächsten beiden Jahren eine Million Euro im Haushalt.

Damit korrespondiert ab 2020 eine Gestaltung des ehemaligen Schulhofes am Bürgerhaus, die mittels Treppenanlage mit dem Markusplatz verbunden sind. Der Schulhof soll sowohl Parkplatz wie auch Aufstellort für ein Festzelt bleiben, aber städtebaulich aufgewertet und mit weiteren Veranstaltungen belebt werden.

Ebenso wie in Werth sollen wichtige Straßen des Dorfes und die Ortseingangsbereiche in den Folgejahren aufgewertet und punktuell neu gestaltet werden. Zudem sollen die Grünanlagen und Spielplätze – beispielsweise Schroiffstraße und Pfarrer-Ortmanns-Park – attraktiver werden.

Mobilität soll besser werden

Zudem sollen nicht nur Ortskundige die Schönheiten Mausbachs erkunden können: Wander- und Radrouten rund um den Stadtteil sollen ausgebaut und ausgeschildert sowie mit Nachbarorten verknüpft werden. Dazu zählt auch das – teilweisende fehlende – Fuß- und Radwegenetz entlang der Hauptverkehrsachsen.

Gute Ideen gesucht sind noch zu dem Ziel, die noch hohe Anzahl kleinteiliger Betriebe und Handelsangebote im Ortskern zu stärken und langfristig zu erhalten, um insbesondere die Nahversorgung für wenig mobile Mitmenschen zu sichern. Sensibilisiert werden soll jedenfalls das lokale Einkaufsverhalten, heißt es in dem Konzept.

Und während dem deutlich kleineren Werth ein vergleichsweise guter Anschluss an den Öffentlichen Personennahverkehr bescheinigt wird, bescheinigen die Dorfentwickler dem größeren Mausbach Defizite in der Anbindung an Aachen und Stolberg. Neben einer verbesserten Busanbindung wird über Angebote aus den Bereichen Carsharing, Elektromobilität und Fahrgemeinschaften nachgedacht.

Auch diese Ansätze und Beispiele belegen, dass neben der öffentlichen Förderung von wenigen Schlüsselprojekten vor allen Dingen eins gefragt ist in Mausbach und Werth: jede Menge privates Engagement von Bürgern und auch Investoren.

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