Werbetrommel wird kräftig gerührt: Zweiter Anlauf für Sekundarschule

Von: gro/ds
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Experimentierkasten: Beim Versuch, eine Sekundarschule zu etablieren, soll es dagegen dieses Mal nicht bleiben. Foto: D. Kinkel-Schlachter

Stolberg. Der Countdown läuft, die Nervosität ist bei allen Betroffenen deutlich zu spüren. Wenn am 4. Februar die Anmeldephase für die weiterführenden Schulen in Stolberg beginnt, startet die Stadt ihren zweiten Versuch für die Einrichtung einer Sekundarschule.

Zehn Einschreibungen fehlten am Ende im vergangenen Jahr, um die von der Landesregierung vorgeschriebene Mindestzahl von 75 zu erreichen und die Neueröffnung in der Kogelshäuserschule zu realisieren.

75 ist auch diesmal die magische Zahl, die es zu erreichen gilt. Der Optimismus in der Politik ist groß, weshalb ein „Plan B“ derzeit bei den Vertretern der großen Koalition auch kein Thema ist. „Wir haben diesmal den Vorteil, dass es die Gesamtschule schon gibt und wir nicht zwei Schulen parallel einführen müssen“, blickt Patrick Haas auf die Konkurrenzsituation des Vorjahres zurück. Der schulpolitische Sprecher der SPD-Fraktion – zugleich auch Schulausschuss-Vorsitzender – und sein CDU-Kollege und Parteivorsitzender Jochen Emonds räumen ein, dass die Problematik einer solchen doppelten Einführung allgemein unterschätzt worden sei.

Aber: Die Gesamtschule habe sich binnen kürzester Zeit etabliert. „Und damit auch das gemeinsame Lernen, das jetzt einen ganz anderen Stellenwert hat als noch vor einem Jahr“, ist Emonds sicher, dass sich die Entwicklung auch positiv auf die geplante Sekundarschule auswirken werde. Diese werde „eine Art kleine Gesamtschule sein“, so Patrick Haas, mit den Vorteilen eines überschaubaren, familiären Systems, mit dem praxisnahen Schwerpunkt Berufsorientierung – und mit kleineren Klassen, die nur maximal jeweils 25 Schüler haben werden.

„Insgesamt ist das eine große Chance für Stolberg“, erklärt der SPD-Politiker, der in der fehlenden Oberstufe keinen Nachteil sieht. „Eine stringente Überführung ist gewährleistet“, verweist Haas auf die bereits abgesprochenen Kooperationen mit dem Ritzefeld-Gymnasium und der Gesamtschule.

Die Werbetrommel wird kräftig gerührt, und das nicht nur von der Politik. Auch Jörg Klein hat sich in den vergangenen Monaten als Berater der Stadt und potenzieller kommissarischer Leiter für die Sekundarschule ins Zeug gelegt. Unter anderem hat Klein die Klassenpflegschaftssitzungen aller vierten Klassen besucht und dort das Konzept und auch die Räumlichkeiten der geplanten neuen Schule vorgestellt. „Das Interesse ist geschäft“, fasst er zusammen.

Auch vor Ort hat der derzeitige Leiter der Ganztagshauptschule Kogelshäuserstraße, die im Falle einer Einführung der Sekundarschule ab dem kommenden Sommer auslaufen würde, für sein Anliegen geworben – zuletzt in dieser Woche beim Besuch der Mitglieder des SPD-Arbeitskreises Bildung, die er durch das 2010/11 für rund 2,6 Millionen Euro sanierte und erweiterte Gebäude führte.

Am Schulstandort Kogelshäuserstraße zeigte er immer wieder die Vorteile einer Sekundarschule auf. Bei einem Rundgang zum Thema „individuelle Förderung“ konnten sich die Genossen davon ein Bild machen. „Von den Baumaßnahmen kann die Sekundarschule demnächst profitieren“, sagte Klein. Überhaupt habe man hier eine sehr günstige Ausgangslage für eine neu zu gründende Schule.

Schülercafé und Mensa würden schon im Hauptschulbetrieb gut angenommen. Mit Spielekonsole, AG’s, Physiotherapeuten und Logopäden vor Ort würden im Bewegungsraum niederschwellige Angebote vorgehalten, und auch in Sachen Inklusion wäre die Schule bestens vorbereitet. Über den Ruheraum ging es weiter zu Räumen für Naturwissenschaft und Technik, für Berufsorientierung sowie zum Selbstlernzentrum und den beiden Computerräumen. „Alles Dinge, die der Sekundarschule zupass kommen würden“, so Klein. Die Hauptschule habe vieles entwickelt zur individuellen Förderung, was auch gut sei für die neue Schulform.

Ein Garant für gemeinsames Lernen in einem kleinen System, das mache die Sekundarschule aus. Dafür werde am Schulstandort eine neue Schule gegründet, „es ist nicht so, dass aus der Hauptschule eine Sekundarschule wird“. Sein Konzept berücksichtige schlichtweg viele Elemente, die übernommen werden könnten, zum Beispiel auch die Kompetenz, Schüler auf ihrem Ausbildungsweg zu begleiten, so Klein.

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