Wer schwingt den Mopp im Auftrag der Stadt?

Von: Anja Klingbeil
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Die Aufträge zur Reinigung der städtischen Gebäude sollen europaweit ausgeschrieben werden. Foto: imago

Stolberg. Durchblick ist gefragt. Für Kindergartenkinder, Schüler und Jugendliche. Die Unterhaltsreinigungsarbeiten - ja, so heißt das sperrige Wort im Beamtendeutsch - sollen im laufenden Jahr EU-weit neu ausgeschrieben werden.

Doch wer schwingt demnächst den Wischmop in 68 städtischen Gebäuden? 104.000 Quadratmeter gilt es zu reinigen. Der Beschluss zur Ausschreibung liegt am Mittwoch dem Bau- und Vergabeausschuss vor.

Die Ausschreibung muss europaweit erfolgen, da die Kosten für den Auftrag bei mehr als 200.000 Euro liegen. Seit dem vergangenen Sommer ist nun aber nicht nur das Hochbauamt mit der Fertigstellung der Ausschreibung schwer beschäftigt. Das Fachamt musste sogar noch eine externe Firma hinzuholen. „Das EU-Recht wird einfach immer komplizierter”, sagt Ulrich Coopmann, Leiter des Hochbauamtes. Alle betroffenen Gebäude mussten neu aufgemessen werden, die Daten wurden in sogenannten Raumbüchern erfasst.

Im zweiten Schritt führte die Stadtverwaltung Gespräche mit den Vertretern der Schulen und Kindergärten, wo Probleme bei der Reinigung auftauchen und wo noch Verbesserungen möglich sind, heißt es in der Vorlage für den Ausschuss. Gründlicher geht schließlich immer.

Der Auftrag wird allerdings nicht für alle 68 Gebäude auf einmal ausgeschrieben. Auch hier hat das EU-Recht so seine eigenen Gesetze: Die Ausschreibung erfolgt in drei Einzellosen, diese teilen sich in Schulen, Kindergärten und Jugendtreffs sowie übrige Gebäude auf. So sollen auch mittelständische Unternehmen die Chance haben, den Zuschlag zu bekommen. 1,42 Millionen Euro wurden im Haushaltsjahr 2011 für den Bereich Unterhaltsreinigung, Sonder- und Vertretungsreinigung benötigt. „Dass es dieses Mal billiger wird, kann ich nicht versprechen”, sagt Coopmann. Aber günstig ist das Großreinemachen für die Stadt Stolberg ohnehin schon, wie er betont: „Mit diesen Kosten bewegen wir uns im unteren Drittel in NRW.”

Das letzte Mal war der Putzauftrag vor zehn Jahren ausgeschrieben. Nun hatte vor einiger Zeit das Gemeindeprüfungsamt der Stadt auf die Schulter geklopft und eine neue Ausschreibung gewünscht. „Letztes Mal hatten wir nur ein Angebot aus den Niederlanden. Aber selbst das kam aus dem deutschen Büro der Firma”, sagt Coopmann.

Geputzt wird derzeit in den städtischen Gebäuden trotz des laufenden Verfahrens. Bis zum Ende des Jahres schwingt noch die alte Firma den Besen - in einem reduzierten Reinigungsrhythmus. Sprich: In Schulen und Verwaltungsgebäuden wird in einer Woche montags, mittwochs und freitags gewischt, in der darauffolgenden dienstags und donnerstags. Das gilt nicht für Sanitärbereiche oder Mensen. Gruppenräume im Kindergarten werden jeden Tag geputzt. Schließlich krabbeln Kleinkinder gerne mal auf dem Boden herum - und das soll ja weiterhin eine saubere Sache bleiben.
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