Wer hilft bei der Suche nach alten Schätzen?

Von: Ottmar Hansen
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Von manchen alten Stolberger Liedern sind zwar die Noten wieder aufgetaucht, nicht jedoch der Text. In anderen Fällen fehlt die Melodie. Foto: O. Hansen
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Karl-Heinz Theis (links) und Gunther Antensteiner setzen auf die Hilfe der Stolberger.

Stolberg. Jeder Stadtteil Stolbergs hatte einmal seine eigenen Lieder. Doch ein Großteil der ortstypischen Musikstücke ist im Laufe der Zeit verschollen. Karl-Heinz Theis und Gunther Antensteiner haben den Ehrgeiz, die alten „Schätzchen“ wieder auszugraben und ein Gesangbuch mit original Stolberger Liedern herauszugeben. Die beiden Musikfreunde rufen alle Leser unserer Zeitung dazu auf, ihnen bei ihrem ehrgeizigen Vorhaben zu helfen.

Die Idee, eine Sammlung Stolberger Lieder aufzustellen, kam Karl-Heinz Theis, Geschäftsführer des Stadtverbandes der musikausübenden Vereine, bereits vor vier Jahren. „Damals haben mehrere Stolberger Männerchöre gemeinsam bei einem Konzert unter der Leitung von Hans Geicht drei alte Stolberger Lieder vorgetragen. Und das ist in der Zuhörerschaft bestens angekommen“, erinnert sich Theis. Warum also nicht noch mehr alte Lieder aus der Stadt zusammentragen?

Doch das Vorhaben ist nicht einfach. Theis: „Ich habe in den Unterlagen einzelner Chöre und Historiker geforscht. Im Stadtarchiv gab es zwar Tonträger mit einzelnen Liedern drauf, nicht jedoch die Noten dazu.“ Die könnte ein versierter Musiker wie Kantor Gunther Antensteiner notfalls nach Gehör aufschreiben. Doch von manchen Liedern gibt es bestenfalls noch den Text oder nicht einmal den. Ein Beispiel ist das „Ketschenburger Bierlied“, das wohl Ende des 18. Jahrhunderts entstanden sein muss. Von einem früheren Mitarbeiter der Brauerei erhielt Theis den Text des Liedes. Aber die Melodie fehlt. Gleiches gilt für das Lied „Unsere Vaterstadt“, quasi die Stolberger „Nationalhymne“. Der Text ist bekannt, doch die ursprünglich dazu komponierte Musik dazu kennt niemand. Natürlich könne man zum Text eine neue Melodie komponieren, aber das sei dann eben nicht mehr das Original, gibt Antensteiner zu bedenken. Deshalb sein Appell: „Es reicht schon, wenn sich jemand an die alte Melodie erinnert und sie kurz vorsummt. Dann kann man die Noten mitschreiben.“

15 Lieder komplett

Von 15 Liedern hat Karl-Heinz Theis immerhin Text und Melodie zusammentragen können. Darunter das Schevenhüttener Lied, die „Vogelsänger“, „D’r Fluhstech“ oder das „Strööferläddche“. Traum der beiden Musiker ist jedoch, bis Ende des Jahres gut 25 Lieder im neuen Heft vorstellen zu können. Zunächst mit einer einstimmigen Melodie, später mit einer passenden Partitur, damit die Lieder auch von Chören mehrstimmig gesungen werden können. Bis dahin wollen die beiden Liedersammler auch die Urheberschaft der jeweiligen Titel klären.

„Jeder Stolberger sollte sich angesprochen fühlen, etwas zu dem Liederbuch beizutragen“, ruft Theis Alteingesessene dazu auf, im Keller oder auf dem Dachboden nach alten Notenheften zu stöbern. „Eine Sammlung von alten Stolberger Liedern für die ganze Stadt gibt es noch nicht. Wir sind für jede Mithilfe bei dem Projekt dankbar.“ Wer Text oder Melodie zu alten Stolberger Liedern findet, sollte sich an Karl-Heinz Theis, Telefon23363, oder Gunther Anten­steiner, Telefon 865177, wenden.

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