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Wenn schwarz-gelbes Blut in den Adern fließt

Von: Lars Brepols
Letzte Aktualisierung:

Stolberg-Münsterbusch. Vor 31 Jahren hat sich Ante mit dem „Alemannia-Virus” infiziert. Seitdem läuft schwarz-gelbes Blut durch seine Adern. Kaum ein anderer Fan lebt den Alemannia-Kult so ausgeprägt wie der 50-jährige Münsterbuscher.

In jedem Zimmer seiner Wohnung spiegelt sich ein Stück Alemannia-Tradition wider. Trikots, Schals, Plakate oder andere Fan-Artikel verleihen seinen eigenen vier Wänden den besonderen Flair. Sogar seinen kleinen Opel Corsa hat er getreu seiner großen Liebe schwarz-gelb geschmückt.

Ante heißt im richtigen Leben eigentlich André Franke und ist gebürtiger Münsterbuscher, wie er selbst betont. Ein Pfadfinder-Kollege nahm ihn 1971 mit zu einem Flutlichtspiel auf den Tivoli. „Da habe ich die Faszination des Tivolis kennengelernt. Seitdem lebe ich Alemannia”, sagt Ante, der als Maschinenbautechniker in der Nähe der Aachener Gasballons tätig ist.

Täglicher Blick auf den Tivoli

Von dort aus genießt er täglich den Blick auf den alt-ehrwürdigen Tivoli. Dem neuen Stadion blickt er indes skeptisch entgegen: „Es gibt nur einen Tivoli, den Namen muss sich das neue Stadion erstmal erarbeiten. Ich will schließlich Stimmung in der Bude.”

Seit 2000 ist Ante auch Mitglied in einem Fan-Club, und zwar bei den Stolberger Tivoli Jonge. Mit seinen Freunden verfolgt er die Heimspiele der Alemannia von der überdachten Stehplatztribüne aus. „Ich stehe im Block P, direkt neben dem Junior-Block”, betont Ante, „die echten Fans wissen schon wo das ist.”

Eigentlich nennt sich fast der gesamte überdachte Stehplatzbereich mittlerweile „Block S”, doch Ante legt viel Wert auf die genaue Unterscheidung. „Ich bin hundertprozentig pro Alemannia, aber nicht gegen die Gegner”, sagt Ante, „Gewalt gehört einfach nicht ins Fußballstadion.”

Besonders stolz ist Ante auf seine riesengroße Fahne von 1971. „Die hat schon einige Schlachten mitgemacht”, sagt der ehemalige Spieler des SC Münsterbusch und SV Stolberg. Eine Anfrage der Alemannia, ob sie die Fahne in ihrem geplanten Museum ausstellen darf, hat der 50-Jährige erstmal abgelehnt. „Ich möchte schon wissen, wo sie die ausstellen wollen”, sagt Ante, der sich nur Autos mit Schiebedach zulegt, damit er seine schmucke Fahne während der Fahrt raushalten kann.

Wie sehr Antes Herz an der Alemannia hängt, beschreibt eine Geschichte, die sich vor rund 15 Jahren ereignet hat. An einem Dienstag wurde er am Kreuzband operiert und nur drei Tage später verfolgte er ein Spiel der Alemannia auf dem Tivoli. „Ich habe mir einen Rollstuhl besorgt und ein Kumpel hat mich dann zum Tivoli geschoben. Der Blutbeutel hing da noch an meinem Bein”, schmunzelt Ante.

Für die Rückrunde wünscht Ante den Spielern viel Glück, denn es sei noch alles drin, auch der Aufstieg. Dabei vermisst der Münsterbuscher die Identifikation der Spieler mit dem Verein: „Seitdem Erik Meijer und Willi Landgraf nicht mehr spielen, ist eine gewisse Kluft zwischen Fans und Spielern entstanden.”

Trotzdem wird Ante weiterhin seine Alemannia mit Trikot, Schal und Kappe lautstark anfeuern, auch heute Abend gegen Hansa Rostock. Denn für ihn ist die Alemannia nicht nur ein Verein, sondern seine große Liebe.
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