Weiterer Wohnraum im Steinweg

Von: -jül-
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Wohnen statt Ladenlokale planen die Eigentümer für dieses Objekt am Steinweg. Foto: J. Lange

Stolberg. „Wir glauben nicht mehr daran, dass eine Nutzung als Geschäft in unser Haus zurückkehrt“, sagt Walther Graf. Die Eigentümerfamilie möchte dem Trend der Zeit in der Kupferstadt folgen, und aus dem Ladenlokal in dem schmucken Gründerzeit-Gebäude an der Ecke von Steinweg und Mühlenstraße eine Wohnung machen.

Es ist bereits das fünfte Objekt, für das im südlichen Ende der Fußgängerzone eine Wohn- statt einer gewerblichen Nutzung folgen soll. Zuletzt nutzten ein Möbelhaus und ein Schulungsunternehmen die Gewerbeeinheiten im Steinweg 54 und 56. Bereits seit einigen Jahren stellt der Stolberger Künstler Hellmut Müller-Schafus einige seiner Werke dort aus. Er hat für die Eigentümerfamilie auch die Hausmeistertätigkeit übernommen. Zukünftig sollen ihm die Geschäftsräume als Wohnung und Atelier zur Verfügung stehen.

Der Ausschuss für Stadtentwicklung muss sich aber noch auf seiner Sitzung am 3. April mit dem Bauantrag auf Nutzungsänderung befassen. Denn noch gelten die Bestimmungen der alten Bauleitplanung, die seit September 1989 rechtskräftig ist, und die sehen vor, dass eine Wohnnutzung erst ab dem ersten Obergeschoss zulässig ist. Diese Vorschriften möchte die Stadt aber ändern und hat im vergangenen Sommer für den südlichen Teil der Fußgängerzone eine Überarbeitung der Bauleitplanung beschlossen. Sie soll dem Wunsch nach einer Wohnnutzung im Erdgeschoss Rechnung tragen. Allerdings befindet sich diese Änderung noch mitten im Verfahren.

Bedenken gegen das Vorhaben der Familie Graf bestehen in der Stadtverwaltung derweil weder in planungsrechtlicher noch in städtebaulicher Hinsicht. Sie legt dem Ausschuss ans Herz, ihrer positiven Stellungnahme zu dem Bauantrag zuzustimmen – so wie es bei den bereits erfolgten Anträgen auf Nutzungsänderung auch bereits geschehen ist.

„Das Vorhaben passt ja auch genau in unser Konzept, das wir für diesen Bereich der Fußgängerzone haben“; erklärte Fachbereichsleiter Andreas Pickhardt auf Anfrage. Das neue Innenstadtkonzept sieht für dieses Quartier eine intensivere Nutzung als Wohnraum vor – ohne dass dabei eine gewerbliche Verwendung grundsätzlich ausgeschlossen würde. Allerdings sehen die Verantwortlichen im Rathaus kaum Perspektiven für dem oberen Steinweg als Einzelhandelsstandort. Aufgrund der kleinteiligen Ladenlokale sei eine Einzelhandelsfunktion für diesen Bereich der Fußgängerzone nicht mehr reaktivierbar

In der Verwaltung hegt man dagegen den Gedanken, durch den Abbruch von Häusern nicht nur den Vichtbach und die Burg besser ins Blickfeld zu rücken, sondern auch neue Platzbereiche zu schaffen, die einer Belebung des Steinwegs dienen sollen.

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