Weihnachtsstress in der Kirche: Teamarbeit und Tricks zum Entspannen

Von: Martina Rippholz
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Stolberg. Kaum sind alle Geschenke gekauft, ist der Tannenbaum geschmückt und die Wohnung auf Vordermann gebracht, stehen auch schon Familie und Freunde vor der Tür: Weihnachten ist da.

Jetzt kann sie beginnen, die langersehnte Zeit der Besinnlichkeit, aber auch die des Glaubens. Viele Menschen finden sie in der Kirche. Bei Chorgesang, Orgelklängen, Kerzen und Gebeten kommt man endlich zur Ruhe, findet Zeit zur Einkehr.

Das gilt auch für diejenigen, die für die Organisation und Umsetzung der Christmetten an Heiligabend und Gottesdienste an den Feiertagen zuständig sind. Allen voran die Pfarrer. Doch in diesem Jahr hat die Besinnlichkeit ein paar Kratzer abbekommen.

Der Grund: Ab 1. Januar werden sieben Pfarren im Stolberger Norden offiziell zu der Großpfarre St. Lucia. Und die Umstrukturierung macht Arbeit, mehr als sonst zur Weihnachtszeit. „Der Stress ist schon groß”, sagt Pastoralreferentin Uschi Weisgerber. „An Heiligabend erscheint das erste Mal der gemeinsame Pfarrbrief für sieben Pfarren. Da gibt es viel zu tun.”

Auch die Messen in allen sieben Gemeinden müssen erstmals zentral organisiert. „Das Ganze funktioniert jetzt nach dem Prinzip der Rotation”, erklärt Weisgerber. „Wir haben 14 Gottesdienste an Heiligabend, die zwischen 14.30 Uhr und 24 Uhr stattfinden. Jeder Pfarrer liest zwei bis drei Messen in verschiedenen Gemeinden. Das ist schon eine starke Belastung, zeitlich wie nervlich.”

Tägliche Atempause

Seit Oktober laufen die Planungen für den Ablauf an Heiligabend und den Weihnachtsfeiertagen. Unzählige Gespräche und Telefonate wurden geführt. Trotz allem ist Weisgerber guten Mutes, dass alles glatt läuft. „Wir haben ein tolles Team und lachen bei der Arbeit viel”, sagt sie. „Der Sinn von Weihnachten geht uns nicht verloren”. Dabei hilft Weisgerber auch die tägliche Atempause in der Kirche.

Auch Pfarrer Norbert Bolz von St. Markus in Mausbach hat so seine Tricks, um bei all dem Vorbereitungsstress das Weihnachtliche nicht zu vergessen. „Morgens bete ich eine halbe Stunde”, sagt er. „Und abends lese ich. Zu dieser Pause muss ich mich in dieser Zeit ab und zu aber auch zwingen.”

Denn viel zutun gibt es in der Gemeinschaft der Gemeinden im Süden Stolbergs auch. Bolz betreut - seitdem Dechant Doncks gegangen ist - sechs Pfarreien, St. Markus Mausbach, St. Josef Schevenhütte, St. Laurentius Gressenich, St. Josef Werth, St. Johannes Baptist Vicht und St. Rochus Zweifall.

Krankenbesuche stehen vor den Feiertagen an, Weihnachtsgrüße müssen verschickt, Christmetten und Krippenfeiern vorbereitet werden. „Ich habe viel Unterstützung”, sagt Bolz. „Zum einen durch den Kaplan Bühner und durch Pfarrer Barthel und Father Christian Okworu aus Nigeria. Zum anderen aber auch durch die vielen ehrenamtlichen Helfer wie Messdiener und Chormitglieder. Ich muss nicht alles alleine machen.”

Eine Tatsache, die Pfarrer Bolz alles etwas gelassener sehen lässt. Auch, wenn er sich manchmal eine entspanntere Atmosphäre gewünscht hätte. „Die Zeit ist sehr arbeitintensiv. Aber wenn erstmal alles vorbereitet ist, nimmt es einen guten Lauf.”

Davon ist auch Organist Jo Schulte überzeugt. Sein Einsatzbereich hat sich mit der Umstrukturierung von drei auf sieben Gemeinden ausgeweitet. Er ist für die Vielzahl der Messen auf Hilfsorganisten angewiesen. „Wir sind insgesamt sieben, die sich untereinander abstimmen müssen”, sagt er.

„Doch die gute Zusammenarbeit erleichtert alles sehr. Das Weihnachtsfest ist ein Highlight mit all der Musik. Das sollte man genießen.” Recht hat er. Und so werden all der Vorbereitungsstress wohl vergessen sein, wenn die Glocken am Heiligabend zur Christmetter läuten.
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