Vorstandswahl trotz Misstönen nicht gefährdet

Von: Kolja Linden
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Der neue Vorstand der MIT: (v.r.) Franz-Josef Bayer, Ali Ekin, Günter Ostlender, Ruth Gerres, Siegfried Winands, Wolfgang Weber, Waltraud Strang, Martin Hennig und (ganz links) Dieter Schmitz. Ihnen gratulierten CDU-Stadtverbandsvorsitzender Tim Grüttemeier (3.v.l.) und CDU-Geschäftsführer Jochen Emonds (2.v.l.). Foto: K. Linden

Stolberg. Eine harmonische Mitgliederversammlung sieht anders aus. Vor allem den Abschied von Horst Zimmermann, der nach 15 Jahren den Vorsitz der CDU-Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung in Stolberg abgibt, hätte sich mancher anders vorgestellt. Den größten Anteil daran, dass die Veranstaltung im Parkhotel Hammerberg von Misstönen begleitet wurde, hatte jedoch der scheidende Vorsitzende selbst.

So geriet sein Tätigkeitsbericht der vergangenen zweieinhalb Jahre eher zu einer Abrechnung mit dem CDU-Stadtverband. Dieser hatte nämlich erst zu der Mitgliederversammlung eingeladen, nachdem dies durch den Vorsitzenden nicht geschehen war. Laut Satzung hätte bereits spätestens am 31. Dezember 2009 neu gewählt werden müssen.

„Man hätte zumindest die Höflichkeit haben sollen, den heutigen Termin mit dem bisherigen Vorstand abzusprechen”, sagte Zimmermann darauf und beklagte zudem eine mangelnde Würdigung seiner Vostandskolleginnen und Kollegen. Als Grund für die Nichtansetzung der Mitgliederversammlung nannte Zimmermann terminliche und gesundheitliche Probleme seiner Vorstandsmitglieder, die „aus menschlichen Gründen” zu achten gewesen seien. Vor allem die gute Arbeit der langjährigen Kassenwartin Liesel Schotte, die im Dezember verhindert gewesen wäre, bat er zu würdigen, was die Versammlung nach deren Kassenbericht und dem Lob des Kassenprüfers dann auch tat.

Der Bericht über die Vorstandstätigkeit selbst fiel eher gering aus, wie auch der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Tim Grüttemeier, der in der Versammlung selbst zu den Vorwürfen nicht Stellung beziehen wollte, süffisant feststellte. Man habe „versucht, sich zu stadtrelevanten Themen zu äußern”, erklärte Zimmermann, jedoch sei man übereingekommen, während des Kommunalwahlkampfs 2009 keine CDU-relevanten Themen anzusprechen. „Das wäre nicht opportun gewesen”, erklärte Zimmermann, ohne dieses Vorgehen weiter zu begründen. Stattdessen zitierte er in Richtung Grüttemeiers Helmut Kohl: „Es gibt Dinge, die mögen juristisch korrekt sein, die tut man aber trotzdem nicht.”

Die Modalitäten der Einladung zur Mitgliederversammlung hatte zuvor der Kreisgeschäftsführer der MIT, Dr. Armin Winnen, kritisiert. Dies sei seiner Ansicht nach Sache des MIT-Kreisvorstands gewesen, wenn der Stadtverband untätig bleibt. Allerdings erklärten sowohl er als auch Grüttemeier, dass es darüber unterschiedliche Auffassungen gebe. Rechtskräftig, darin waren sich alle Seiten einig, wurde die Versammlung dadurch, dass die Mitglieder selbst per Abstimmung dafür stimmten, die Tagesordnung wie vorgesehen abzuarbeiten.

Kein Gegenkandidat

War der Auftakt nicht störungsfrei, so verlief die Wahl selbst reibungslos und mit einem deutlichen Erfolg für das ohne Gegenkandidaten angetretene Team um Wolfgang Weber. Zwar hatten Zimmermann und Dieter Koll vom alten Vorstand noch versucht, mit Martin Hennig einen Gegenkandidaten zu positionieren, doch so aussichtslos dieses Unterfangen war, so wenig erfolgreich blieb es auch. Schließlich gehörte Hennig als designierter Stellvertreter dem Kandidaten-Team von Wolfgang Weber an und machte deshalb deutlich, nicht gegen seinen eigenen Mitstreiter antreten zu wollen.

Das Ergebnis der geheimen Wahl schließlich entsprach ganz dem Wunsch des CDU-Kreisvorsitzenden Axel Wirtz, der als Landtagskandidat nicht ganz uneigennützig um ein „deutliches Signal” der Mittelständler warb: „Wir stehen vor harten Auseinandersetzungen”, sagte Wirtz mit Blick auf die NRW-Wahlen am 9. Mai. „Wir müssen erkennen, mit wem wir uns auseinandersetzen zu haben, und das ist der politische Gegner.”

Weitgehende Einigkeit herrschte dann trotz der Versuche von Zimmermann und Koll, denn Wolfgang Weber wurde mit deutlicher Mehrheit von den 20 anwesenden Mitgliedern gewählt. Ähnlich waren die Ergebnisse der weiteren Vorstandsmitglieder. Und so durfte auch Tim Grüttemeier aufatmen. „Ich freue mich sehr”, sagte der CDU-Stadtverbandsvorsitzende über eine „neue Mannschaft mit vielen selbstständigen und jungen Unternehmern”. Die MIT habe sich zuletzt in Stolberg nicht an vielen Themen beteiligt, er hoffe, dass sich dann nun ändert. Und auch Grüttemeier schloss mit einem Kohl-Zitat: „Was zählt, ist, was hinten rauskommt.”
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