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Vorsorge: Der Freiheit der Eltern sind enge Grenzen gesetzt

Von: gro
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Miriam Leiendecker kontaktiert die Eltern, wenn ein Kind nicht zur Vorsorgeuntersuchung gebracht wurde.

Stolberg. Von den Mitarbeitern des Jugendamtes erfordert die Gesetzeslage einen Spagat: Obwohl die Vorsorgeuntersuchungen für Kinder in Nordrhein-Westfalen nicht verpflichtend sind, muss die Kommune über die Teilnahme an den verschiedenen „Us” Aufsicht führen.

„Uns wird eine Kontrollaufgabe zugeteilt, die wir in Einklang bringen müssen mit unseren Bemühungen, zu den Stolbergern ein vertrauensvolles Verhältnis aufzubauen und zu pflegen”, umschreibt Willi Seyffarth die Schwierigkeit, die in der seit dem 1. Januar 2009 gegebenen Konstellation liegt. Immer noch assoziieren viele Menschen mit dem Jugendamt etwas Negatives. Durch die Kontrollen, für die sie nach Maßgabe des Landes bei Kindern zuständig sind, droht dieses negative Image jetzt wieder gestärkt zu werden.

Dabei geht es nach Aussage des Jugendamtes in erster Linie nicht um eine Kontrolle, sondern um eine möglichst umfangreiche und damit gute Betreuung der jungen Kinder. „Alle Eltern sollten die Möglichkeiten nutzen, um eventuell bestehende Krankheiten oder Fehlentwicklungen rechtzeitig zu entdecken. Außerdem können auf Basis der Untersuchungen frühzeitig individuelle Fördermaßnahmen ergriffen werden”, betont Seyffarth.

Um Fälle, in denen dies nicht geschieht, erfassen zu können, laufen beim Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit sämtliche Daten zusammen. Grundlage sind Berichtsbögen, die Ärzte ausfüllen müssen, wenn sie ein Kind behandelt haben. Weil diese Berichte ab der Geburt an das Landesinstitut zu richten sind und dort ein Datenabgleich stattfindet, fallen Lücken in der Serie der insgesamt zehn Vorsorgeuntersuchungen, denen ein Kind bis zum 64. Lebensmonat unterzogen werden sollte, umgehend auf. Was in solchen Fällen folgt, ist eine schriftliche Aufforderung des Institutes, den - aus welchen Gründen auch immer - versäumten Termin nachzuholen. Bleibt das Schreiben unbeantwortet, wird das örtliche Jugendamt mit dem Fall betraut.

„Wir versuchen dann, den telefonischen oder persönlichen Kontakt herzustellen. Hat auch das keinen Erfolg, macht der Allgemeine Soziale Dienst einen Hausbesuch”, beschreibt Willi Seyffarth den weiteren Ablauf. Eine akute Kindeswohlgefährdung ist auf diesem Wege noch nicht festgestellt worden. In dem guten Dutzend an Fällen, in denen das Jugendamt tätig werden musste, konnte durchweg Entwarnung gegeben werden.

Begrüßungspaket bewährt sich

„Wir haben den Vorteil, dass wir durch das Baby-Begrüßungspaket sehr viele Menschen schon persönlich kennen und diese auch umfassend informieren können”, sieht Seyffarth einen Erfolg in der Arbeit seiner Kollegin Miriam Leiendecker. Sie ist es auch, die sich mit den jungen Eltern nochmals in Verbindung setzt, wenn eine Vorsorgeuntersuchung versäumt wurde.

Das könnte in Zukunft allerdings deutlich häufiger geschehen, denn erfasst werden die Daten erst aber der „U5” und somit ab dem siebten Lebensmonat des Kindes. „Da die Regelung erst seit Jahresbeginn gilt, werden sich die Fallzahlen bei uns sicherlich noch wesentlich erhöhen”, blickt der Amtsleiter nach vorne. Den damit verbundenen Aufwand sieht er gleichwohl als gerechtfertigt an, denn: „Wir wollen ein verlässlicher Partner für alle Eltern und ihre Kinder in Stolberg sein.”
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