Vorerst bleibt es bei Tempo 30 am Breinigerberg

Von: Dirk Müller
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Verkehrshelfer Hans Bolte erlebte bei Tempo 50 vor der Kita an der Landesstraße 12 täglich gefährliche Szenen. Für ihn, die Eltern und Anwohner ist die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Km/h über 200 Meter zwingend nötig, um die Sicherheit der Kinder zu gewährleisten. Foto: D. Müller
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Die Kinder der Kita am Breinigerberg demonstrieren für eine Tempo-30-Strecke vor ihrer Tür und damit für ihre Sicherheit. Foto: D. Müller

Stolberg. Die Stadt installiert Schilder, die Bezirksregierung erklärt, die Städteregion sei jetzt für die Landesstraße zuständig, die Städteregion sagt „herunter mit den Schildern“, doch sie hängen immer noch.

Die Rede ist von zwei Verkehrsschildern, die eine maximale Höchstgeschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde für den 200 Meter langen Bereich vor der Kindertagesstätte an der L12 Breinigerberg vorschreiben – und für Verwirrung sorgten. Denn auf der Fahrbahn befinden sich Piktogramme, die 50 Km/h als Höchsttempo anzeigen.

Letztere wurden am Freitag mit gelben Markierungen durchgestrichen. Ferdi Gatzweiler erklärte Kindern, Eltern, Erziehern und Anwohnern das Dilemma: „Einerseits bin ich als Beamter verpflichtet, der Städteregion als Aufsichtsbehörde Folge zu leisten, und die Schilder zu entfernen“, sagte der Bürgermeister.

Kaum Handlungsfähigkeit

Andererseits habe der Stolberger Verkehrsausschuss verfügt, dass die Tempo-30-Strecke vor der städtischen Kita etabliert werden soll. „Darüber kann ich mich ebenfalls nicht hinwegsetzen und habe so kaum Handlungsfähigkeit.“ Er müsse nun die Verfügung des Ausschusses auf Rechtmäßigkeit prüfen. „Als Beamter“, betonte Gatzweiler erneut. „Als Stolberger Bürgermeister werde ich die Sorgen und Nöte unserer Bürger in Richtung Städteregion transportieren“, versprach er.

„Wir haben schlichtweg Angst um unsere Kinder“, appellierte Nicole Macharey, selbst Mutter eines Kita-Kinds und Vorsitzende des Elternbeirats der städtischen Einrichtung an die Verantwortlichen. „Auch Schulkinder und Senioren überqueren hier die Straße. Tempo 50 ist in diesem Bereich für alle Fußgänger nicht zumutbar, sondern viel zu gefährlich.“

Macharey gehört zu den Eltern, die schon zu Beginn des Jahres die SPD-Vertreter Willi Claßen und Arndt Kohn einschalteten, die daraufhin den Verkehrsausschuss bemühten. „Es ist ein mehr als berechtigtes Interesse der Bürger, dass sich hier etwas ändert. Schließlich geht es um die Sicherheit ihrer Kinder“, beharrte Kohn, und Claßen ergänzte, dass es außer am Breinigerberg in der kompletten Städteregion nicht eine Kita gebe, vor deren Türe 50 Km/h gefahren werden dürfe.

Dabei sei das Gefahrenpotenzial auf Höhe der Alten Schule am Breinigerberg besonders hoch, meinte Joachim Paul. Der Anwohner berichtete, dass er täglich hohes Verkehrsaufkommen sehe: „Und viele preschen mit überhöhter Geschwindigkeit an der Kita vorbei. Doch selbst die Fahrer, die sich an das Tempo 50 gehalten haben, stellten eine Gefährdung für die Kinder und alle Fußgänger dar, denn auch 50 Km/h sind hier definitiv zu schnell.“

Die Einführung der Tempo-30-Strecke sei längst überfällig gewesen, und „es ist katastrophal, dass darüber überhaupt diskutiert werden muss“, sagte der Anwohner. Hans Bolte stimmte ihm absolut zu. „Es ist mir total unverständlich, dass die Tempo-30-Schilder wieder herunter sollen. Sind die Kinder hier denn nichts wert?“, machte er seinem Ärger Luft. Jeden Wochentag ist Bolte am Rand der Landestraße vor der Stolberger Kita anzutreffen, denn er ist Verkehrshelfer.

„Wenn hier 50 Km/h gelten, fahren die meisten zu schnell, und zwar nicht nur Pkw sondern Busse und Lkw, die zunehmend die Kita passieren.“ Für die Sicherheit Aller müsse das Tempo-30 bestehen bleiben. „Außerdem sollten auch unangekündigte Kontrollen erfolgen, beziehungsweise es müsste geblitzt werden“, forderte der Verkehrshelfer, denn „dass der alte Starenkasten hier schon lange außer Betrieb ist, hat sich ja schon dreimal herumgesprochen.“

Die Kleinen der Kita kamen mit selbst gebastelten Tempo-30-Schildern aus dem Gebäude, andere trugen Verkehrsschilder, auf denen die „50“ durchgestrichen war, und Transparente mit der Aufschrift „30 muss bleiben“. Eltern, Erzieher und Anwohner suchten das Gespräch mit dem Bürgermeister und den anderen SPD-Vertretern, die zu ihrer Unterstützung die Kita besuchten. Sie alle wollen nicht aufgeben und für den Erhalt der 30er-Strecke kämpfen.

Dies äußerten sie genauso ohne Umschweife wie ihr großes Unverständnis über die Entscheidung der Städteregion, auch einem Radio- und einem Fernsehsender gegenüber – in der Hoffnung, dass Tempo 30 zur Sicherheit der Kinder bestehen bleibt.

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