Stolberg - Vorbereitung auf Bewerbung spielt eine ganz wichtige Rolle

Vorbereitung auf Bewerbung spielt eine ganz wichtige Rolle

Von: Jan Schlegelmilch
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Auf den Ernstfall vorbereitet:
Auf den Ernstfall vorbereitet: Bewerbungstrainerin Kirsten Lauterbach simuliert mit Ritzefeld-Schüler Philipp Nobis beim Trainingstag ein Bewerbungsgespräch. Foto: J. Schlegelmilch

Stolberg. Früher oder später steht jeder junge Mensch vor dieser Entscheidung: Was mache ich nach meinem Schulabschluss? Wer sich für den direkten Einstieg ins Berufsleben entscheidet, steht auf dem Weg zur Anstellung noch vor einer Hürde: dem Bewerbungsverfahren. Doch worauf kommt es bei einer vernünftigen und guten Bewerbung überhaupt an?

Der Teufel steckt oft im Detail, das mussten auch die Schülerinnen und Schüler des Ritzefeld-Gymnasiums jetzt bei ihrem Bewerbungstraining im Stolberger Krankenhaus erfahren. Die Bewerbungstrainer Kirsten Lauterbach und Stefan Koch von der AOK bereiteten die Gruppe, die bald vor ihrem Abschluss steht, in einem ganztägigen Workshop auf das gesamte Bewerbungsverfahren vor und gaben unter verschiedenen Gesichtspunkten nützliche Tipps, die allen Berufseinsteigern helfen können.

Die Berufsfindung: Wer sich bewirbt, sollte vorher natürlich genau wissen, auf was für eine Stelle und bei welchem Unternehmen er sich bewirbt. Praktika und Ferienjobs können helfen, den passenden Beruf zu finden. Auch das Berufsinformationszentrum der Arbeitsagentur hilft mit Infobroschüren und Computertests, geeignete Jobs anhand der Stärken und Schwächen des Bewerbers zu finden. „Man kann sich auch auf Berufsmessen gut informieren”, sagt Kerstin Lauterbach. „Wichtig ist, aktiv zu sein und früh genug anzufangen. Besonders bei großen Unternehmen muss man sich schließlich ein Jahr im Voraus bewerben.”

Der erste Kontakt: Der erste telefonische Kontakt sei besonders von Bedeutung, um wichtige Fragen zu klären, Interesse zu signalisieren und so eventuell aus der Masse herauszustechen, meint Lauterbach. „Man kann viele Dinge wie den richtigen Ansprechpartner am Telefon erfragen, deswegen sollte man sich das Gespräch schon vorher gut strukturieren”, rät die Bewerbungstrainerin. „Danach sollte die Bewerbung auch schnell verschickt werden, da man noch gut in Erinnerung ist.”

Die Bewerbung: Im Internet gibt es viele Vorlagen und Muster für schriftliche Bewerbungen. Diese können zwar als Hilfe dienen, sollten aber auf keinen Fall Grundlage einer individuellen Bewerbung sein, so Lauterbach. „Abgepinselte und lieblose Bewerbungen fallen sofort auf. Man sollte das Anschreiben individuell und auf die Stelle bezogen verfassen. Genau so wichtig ist es, die Bewerbung auf Rechtschreibfehler zu prüfen”, sagt die Expertin. Das sei zwar eigentlich selbstverständlich, viele Bewerbungen scheiterten jedoch oft an sprachlichen Fehlern.

Lauterbach empfiehlt, die Bewerbung von den Eltern oder Lehrern gut lesen zu lassen. Auch nicht gern gesehen: Knicke und Flecke in der Bewerbung oder unentschuldigte Fehlstunden auf den Zeugnissen. Für die Online-Bewerbung gelten die gleichen Ansprüche, wichtig ist vor allem, die Bewerbung von einer seriösen E-Mail-Adresse zu schicken und die Unterlagen in ein nicht zu großes (maximal 3 bis 5 MB), gängiges Format zu packen - in der Regel als PDF.

Der Einstellungstest: Besonders bei größeren Unternehmen müssen Bewerber vor dem Bewerbungsgespräch einen Einstellungstest absolvieren. Einen einheitlichen Test gibt es zwar nicht, dennoch wiederholen sich bestimmte Testelemente. Mathematisch-logische Kenntnisse werden ebenso gerne wie Fremdsprachenkenntnisse und Allgemeinwissen abgefragt. Auch Konzentrationsaufgaben und Fragen zum Unternehmen können in einem solchen Test vorkommen. „Man muss sich auf einen Einstellungstest in jedem Fall gut vorbereiten”, empfiehlt Lauterbach. Übungen gibt es in speziellen Handbüchern sowie im Internet.

Das Assessment-Center: Beim Assessment-Center, was in etwa mit Auswahltag übersetzt werden könnte, werden die Bewerber in verschiedenen Praxistests, Rollenspielen und Gruppenaufgaben bewertet. „Dabei geht es nicht nur darum, Aufgaben zu lösen, sondern auch um das Verhalten der Bewerber”, sagt Lauterbach. Eine perfekte Vorbereitung ist schwierig, hilfreich ist es aber, sich mit der Struktur der Aufgaben vertraut zu machen. Was jedoch am wichtigsten ist und alle Experten raten: Immer authentisch bleiben und sich nicht verstellen.

Das Bewerbungsgespräch: „Man sollte am Abend vor dem Bewerbungsgespräch nicht unbedingt den Döner mit Zaziki essen”, gibt Kerstin Lauterbach einen Tipp, der bei den Schülern des Ritzefeld-Gymnasiums für einige Lacher sorgt. Zu viel Parfüm sei allerdings auch nicht gut.

Auf gezielte Fragen - zum Beispiel nach schlechteren Schulnoten - sollte man ebenso vorbereitet sein wie auf die persönliche Vorstellung. „Man kann seinen Lebenslauf als roten Faden nehmen und so etwas auch vor dem Spiegel und mit den Eltern üben”, meint Lauterbach, die die Vorstellungsgespräche mit den Schülern simuliert und viele kleine Tipps gibt: Man sollte sich erst hinsetzen, wenn sich der Personaler hinsetzt, den Stuhl beim Verlassen des Raums an den Tisch heranrücken und - Achtung, Test des Personalers - Zigaretten ablehnen.

„Es kommt eben auch auf das Verhalten während des Gesprächs an. Und das beginnt im Prinzip schon beim Betreten des Firmengeländes”, sagt Kirsten Lauterbach.
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