Stolberg - Von Stolberg per Rad bis nach Luxemburg

Von Stolberg per Rad bis nach Luxemburg

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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Kaum eine Steigung: Von der Rüst zum Wingertsberg in Breinig führt die Kupferstädter Vennbahnroute parallel zur Bahntrasse. Foto: J. Lange

Stolberg. Beim Eifelsteig haben die Touristiker bereits vorexerziert, wie Stolberg von dem Renomee des neuen Premium-Wanderweges zwischen Aachen und Trier - eine der beliebtesten Routen in ganz Deutschland - profitieren kann. Jetzt soll Stolberg auch von der Ravel-Radweg profitieren.

Mit der Kupferroute als offiziellem Zubringer ist der Eifelsteig zu Fuß mitten durch die Stolberger Natur- und Kulturlandschaft über Venwegen und Breinig direkt mit der Burg und ihrer Altstadt verbunden. Ein wunderbarer Einstieg und die Anbindung an den rund 300 Kilometer langen Topp-Trail ist mit der Kupferroute gelungen, die Besucher und Übernachtungsgäste in die Stadt lockt.

Was dem Wanderfreunden recht ist, kann Radfahrern nur billig sein, haben sich die Stolberger mit Blick auf die entstehende Ravel-Route gedacht. Mit Unterstützung der EU und unter Federführung der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens wird derzeit die alte Trasse der Vennbahnlinie durch Eifel und Ardennen in ein Rad-Wander-Netz umgestaltet, das europäische Ausmaße hat und eine maßgebliche Investition in den Tourismus der ganzen Grenzregion darstellt.

Für Aufsehen sorgte bereits die Präsentation des Projektes auf der Internationalen Tourismusbörse ITB in Berlin 2008, als Städteregionsrat Helmut Etschenberg und der ostbelgische Tourismusminister Bernd Gentges die Vorzüge der Route hervorhoben: Dank der Bahntradition werden die Radfahrer mit einer maximalen Steigung von nur drei Prozent bequem durch die Mittelgebirgslandschaft von Eifel und Ardennen radeln können.

Von Aachen bis Luxemburg zieht sich die gut 130 Kilometer lange Trasse, auf der zukünftig Wanderer und Radfahrer anzutreffen sind. Nur der Abschnitt zwischen Eupen nach Stolberg wird auch zukünftig mit Gleisen gespickt sein - um das Bahnausbesserungswerk Raeren erreichen zu können und um als Perspektive eine Alternativ zum Aachener Gleis-Nadelör für den Güterfernverkehr anbieten zu können.

Dennoch verspricht sich die Kupferstadt Vorteile von der Ravel-Route, in dem sie einen Vennbahn-Radweg entlang ihrer Gleisstrecke von der Innenstadt bis zur Vennbahntrasse in Kornelimünster ausweist.

Eine Ausschilderung der Route, die die Verwaltung auf Initiativen der großen Fraktionen untersucht hat, soll der erste Schritt dazu sein. „An einen richtigen Ausbau kann nur langfristig gedacht werden”, sagt Fachbereichsleiter Andreas Pickhardt und verweist auf die prekäre Leere im Stadtsäckel.

Aber der glückliche Zufall ermöglicht die Chance, bereits heute die Richtung vorzugeben und eine Strecke auszuschildern. Die Vergabe der touristischen Beschilderung in der Innenstadt aus Konjunkturmitteln erwies sich als preiswerter als gedacht. 15.000 Euro bleiben übrig, um einen Einstieg in die etwa acht Kilometer lange Kupferstädter Vennbahnroute zu schaffen. Voraussetzung ist allerdings, dass der Stadtrat auf seiner Sitzung am 7.Dezember grünes Licht dafür gibt.

Deshalb soll bereits in der kommenden Wochen der Arbeitskreis Tourismus die Details zur Führung der Strecke abstimmen, die allerdings noch nicht in Gänze dem Anspruch eines „langsamen Weges” gerecht werden kann. Aufgrund von Bebauung, Bewuchs und Topographie ist die zu einem Teil noch vom Schienenverkehr genutzte Route nicht überall zugänglich. Hürden, die langfristig in Angriff genommen oder bei einer späteren Sanierung der Viadukte berücksichtigt werden könnten.

Die von der Verwaltung ausgearbeitete Strecke nimmt ihren Anfang am Willy-Brandt-Platz und führt erst einmal entlang der L238 bis hinter die Bleihütte, wo über einen Stichweg die Vicht überquert und über die Nebenstraßen „Bärenstein / Waldfriede” das Rüstbach-Viadukt unterquert wird.

Weiter geht es durch den Steinbruch Rüst - ein öffentlicher Weg durch ein privates Betriebsgelände - parallel zur Bahnlinie in Richtung Breinigerberg und durch eine Unterführung weiter in Richtung Wingertsberg. Am Bahnübergang Schützheide trennen sich Fußradweg und Schiene: Alternativ geht die Streckenführung weiter über die Stefanstraße oder das Breiniger Ortszentrum zum ehemaligen Bahnhof am Kastanienweg.

Von der Stockemer Straße an kann die Vennbahnroute wieder neben den Gleisen über einen Wirtschaftsweg verlaufen, der in Kürze vom Wasserverband Eifel-Rut saniert wird. Von der Aachener Stadtgrenze an werden die Radfahrer mittelfristig erst einmal mit Steigungen zu kämpfen haben.

Der Viadukt im Indetal kann einen Radweg nicht zusätzlich aufnehmen. Also soll die Route zunächst talwärts zur Schlauser Mühle und durch Kornelimünster zur Bahnhifsvision geführt werden, wo es die Gelegenheit zu einer Stärkung und den Anschluss an die Ravel-Route auf der Vennbahntrasse gibt.
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