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Vom Winde verweht: Laub aus dem Grado-Park

Von: Doris Kinkel-Schlachter
Letzte Aktualisierung:
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Spielen im Laub? Nur fürs Foto: Karl-Heinz Laschet fordert von der Stadt ein, dass sie ihrer Pflicht nachkommt und die Blätter im Grado-Park einsammelt. Sie wirbeln bis zu seiner Wohnung. Foto: D. Kinkel-Schlachter

Stolberg-Liester. Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an, mit 66 Jahren, da hat man Spaß daran… Karl-Heinz Laschet hat nur ein müdes Lächeln für das Lied von Udo Jürgens übrig. Und wenn der berühmte Sänger dann auch noch trällert: „Ich sing im Stadtpark Lieder, dass jeder nur so staunt…“, wird dem Rentner aus Stolberg gleich ganz anders.

Denn wenn er seinen Blick über den Stadtpark, den Grado-Park, wirft, sieht er vor lauter Blättern den Park nicht mehr. Karl-Heinz Laschet kann sie einfach nicht mehr sehen.

„Eine einzige Katastrophe“

Die Rede ist von Blättern. Herbstlaub, das auf dem Boden liegt und beim kleinsten Luftstoß vor seine Wohnung wirbelt. Dort lassen sich die Blätter auf dem kleinen Hang nieder. Sie verteilen sich auf dem Bodendecker, und die Liguster gibt sie nicht mehr frei. „Sie sehen ja, wie es hier aussieht, eine einzige Katastrophe!“ Ein schöner Anblick ist es wirklich nicht. Ein wenig heruntergekommen sieht das Entrée des Mehrfamilienhauses im Pirolweg 19 aus. Jemand, der sich nicht so viel daraus macht, denkt vielleicht, dass Karl-Heinz Laschet übertrieben reagiert. Wenn er sich dann aber seine Geschichte anhört, wird er sicherlich Verständnis zeigen.

Öffentlicher Park und Weg

Es ist Aufgabe der Stadt, den öffentlichen Park und eben auch das kleine Stück Pirolweg von Hausnummer 17 bis 21 sauber zu halten. „Der Weg ist wie ein Schlauch, hier wirbelt das Laub nur so durch. Aber es ist ja ein öffentlicher Weg, und wir zahlen schließlich auch die Straßenreinigung“, sagt Laschet. Seit 1977 wohnt er hier, damals habe es das Problem nicht gegeben. Vor zwei Jahren hat sich der 66-Jährige an Ratsmitglied Rolf Pompejus (SPD) gewendet. „Er hat sich eingesetzt, und dann ging es auch eine Zeit lang gut.“ Vom Winde verweht heißt es nun seit dem letzten Herbst, sagt Laschet, nichts werde mehr getan.

Kurz vor Weihnachten hätten drei Mitarbeiter vom städtischen Bauhof Bäume im Grado-Park zurückgeschnitten, die Laubhaufen seien liegen geblieben. „Ich habe kein Problem damit, wenn die Blätter fallen, das ist ja ganz normal. Und ich mache das dann natürlich auch weg, aber so nicht!“ Drei Mal allein im Dezember habe er das Laub unmittelbar vor der Wohnung entfernt. Hier steht übrigens kein Baum. Dann zieht Karl-Heinz Laschet sich die Gartenhandschuhe an, nimmt sich Rechen und Besen und legt los. Blatt für Blatt, drei Stunden lang, bis es wieder halbwegs manierlich aussieht.

Einmal im Monat die Beete und den Weg laubfrei zu halten, das ist für den Rentner kein Problem, „aber im jetzigen Rhythmus schaffe ich es nicht. Ich bin auch nicht mehr der Jüngste. Außerdem will ich weder meine Freizeit noch meine Gesundheit nicht über den Haufen werfen.“ Die Arbeit geht kräftig in den Rücken. Jetzt hat Karl-Heinz Laschet sich schon einen Laubsauger, Modell Leichtgewicht, geholt, aber was nützt es, wenn die Blätter nass sind und im struppigen Beet festhängen? Kaum ist das braune Baumkleid entfernt, kommen neue Blätter angeflogen – Sisyphos lässt grüßen.

Seit Freitag, sagt der Rentner, versucht er jemanden zu bekommen, um auf das Problem aufmerksam zu machen. Aber weder beim Bauhof noch bei der Verwaltung tue sich etwas. Was ihn zudem ärgert: „An der der Ardennenstraße wird sauber gemacht, nur unser Stück wird vernachlässigt.“ Eigentlich wollte sich Karl-Heinz Laschet am Donnerstag an die Arbeit machen, aber das Wochenende soll stürmisch werden. Und mit dem Wind kommt auch wieder das Laub…

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