Vom Aussterben bedroht und in Stolberg zu Hause

Von: Dirk Müller
Letzte Aktualisierung:
gelbbauch-leute-bu
Wollen die Gelbbauchunke in Stolberg erhalten: (v.l.) Herbert Theißen von der Biologischen Station, Udo Thorwesten vom Umweltamt des Kreises Aachen und der Leiter Thomas Pilgrim. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg. Der Steinbruch Binsfeldhammer mutet wie eine Kulisse für Karl-May-Festspiele an. Doch nicht Cowboys und Indianer beleben die Szenerie, sondern die Natur spielt die glänzende Hauptrolle in dem täglich aufgeführten Schauspiel - und das mit großer Besetzung.

In dem Naturschutzgebiet tummeln sich alleine mehr als 50 verschiedene Brutvogelarten, die sich an dem reichhaltigen Angebot von Insekten laben. Das natürliche Biotop beherbergt über 275 Pflanzenarten, unter ihnen seltene Orchideen und das Galmeiveilchen.

„Diese Pflanze ist weltweit einzigartig. Aus Kanada, Australien und Südamerika kommen Biologen und Botaniker hierher nach Stolberg, um das Galmeiveilchen zu bestaunen”, schwärmt Herbert Theißen, stellvertretender Leiter der biologischen Station im Kreis Aachen.

Neben dieser und anderen seltenen und bedrohten Arten wie der Geburtshelferkröte oder der Heidelerche findet die Gelbbauchunke in dem Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (FFH-Gebiet) Binsfeldhammer ihren Lebensraum. Thomas Pilgrim, Leiter des Umweltamtes des Kreis Aachen, erläutert: „Der Kreis Aachen weist die Lebensräume der Gelbbauchunke als Naturschutzgebiet aus, die Bundesrepublik meldet sie als FFH-Gebiet.

Dies sind Schutzgebiete für den Lebensraum von Pflanzen und Tieren mit europäischer Bedeutung.” Die Gelbbauchunke zählt zu den am meisten gefährdeten Amphibien in NRW, sie lebt im ganzen Land nur noch an fünf Plätzen.

Diplom-Biologe Theißen: „Die vom Aussterben bedrohte Art hat in NRW ihren Verbreitungsschwerpunkt im Raum Stolberg/Aachen, aber selbst hier misst die Population nur etwa zweihundert Tiere, verteilt auf vier Betreuungsgebiete. Die biologische Station schützt und betreut die Gelbbauchunke bereits seit 1999 aktiv.”

Die Biologische Station arbeitet getrennt vom amtlichen Naturschutz als Schnittstelle zwischen Landwirten und Naturschützern, berät Bürger und pflegt Naturschutzgebiete. „Sie kann vermitteln und verbinden. Sie arbeitet stark projektorientiert”, erklärt Udo Thorwesten, Diplom-Ingenieur vom Umweltamt.

„Die Untere Landschaftsbehörde des Kreises ist verpflichtet, den Bestand der Gelbbauchunken zu erhalten und wenn möglich zu fördern. Die Zusammenarbeit mit der biologischen Station ist somit hilfreich und sinnvoll”, so Thomas Pilgrim.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert