Völlig neue Klangfarben beim Stolberger Musiksommer

Von: Marie-Luise Otten
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Das Triska Ensemble nahm das begeisterte Publikum beim Sonderkonzert des Stolberger Musiksommers im Kupferhof Rosental mit auf eine musikalische Reise nach Ungarn, Russland, Rumänien und Frankreich. Foto: M.-L. Otten

Stolberg. Das Sonderkonzert im Kupferhof Rosental brachte in diesem Jahr eine völlig neue Klangfarbe in die Konzertreihe des Musiksommers. Mario Triska und sein Ensemble spielten Zigeunermusik aus Russland, Ungarn und Rumänien. Melancholische Trauer, tiefes Leid und übergroße Lebensfreude waren innerhalb eines Liedes dicht verwoben.

Diese sinnliche Musik begann verhalten und still und steigerte sich allmählich bis hin zu einem mitreißenden Finale. Bei dem polnischen Pianisten Peter Janton, dem niederländischen Kontrabassisten Janusch Hallema und Sinti-Geiger Mario Triska wirkten die alten Weisen erstaunlich frisch. Atemlos, rasend, mit teuflischer Fingerfertigkeit und mit furiosen Soli begeisterten sie die Zuhörer im restlos ausverkauften Saal.

Im zweiten Teil gesellte sich Sohn Josef Triska hinzu und spielte auf der Gitarre zunächst Musik von Django Reinhardt, dem Vater und Begründer des europäischen Jazz. Das Besondere an seiner Musik war die Mischung aus drei verschiedenen Musikstilen: Er schuf aus dem schon gängigen New-Orleans-Jazz der zwanziger Jahre, den französischen Walzern (Valses Musettes) und der traditionellen Spielweise der Zigeuner einen neuen Musikstil, den Zigeuner- oder Gipsy-Swing.

Die Begeisterung für Zigeunermusik erfasste Ende des 18. Jahrhunderts Russland, und viele russische Volkslieder und Romanzen wurden zu instrumentalen Stücken umgearbeitet. Josef Triska schaffte es, mit den sehnsuchtsvollen traditionellen Liedern das Publikum einzufangen und zu verzaubern.

Freunde französischer Chansons kamen bei den Auftritten von Sängerin Evi Rebiere voll auf ihre Kosten. Die deutsch-französische Erzieherin vermittelte französisches Lebensgefühl mit Titeln von Edith Piaf, Charles Aznavour, Patricia Kaas, Joe Dassin und Zaz. Einfühlsam begleitet wurde sie von Klavier, Kontrabass und Geige, die ihrer Musik ein Höchstmaß an Sensibilität verliehen.

Es war zu spüren, dass sie nicht nur interpretierte, sondern auch mitfühlte, was sie sang. Charmant und humorvoll ermunterte Rebiere die Gäste bei den berühmten Chansons „Padam Padam“, „Milord“ und „Aux Champs-Elysées“ zum Mitsummen und -singen.

Die Spitzenmusiker wurden für ihren außergewöhnlichen musikalischen Leckerbissen mit lang anhaltendem Beifall belohnt. Den Rufen nach Zugaben kamen sie mit zwei weiteren Stücken gerne nach.

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