Stolberg - Virtueller Helfer für Erstwähler

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Virtueller Helfer für Erstwähler

Von: Lukas Franzen
Letzte Aktualisierung:
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Die Europawahl im Internet: Auf unterschiedlichen Webseiten kann man virtuell seine Standpunkte und Kenntnisse Foto: L. Franzen

Stolberg. Wenn bei der Europawahl am 7. Juni etwa 41.700 Stolberger Wahlberechtigte aufgerufen sind, ein Kreuzchen für die Partei ihres Vertrauens abzugeben, wird für viele Bürger die Wahl zur Qual. Denn welche der 31 in Stolberg wählbaren Parteien vertritt am ehesten meine Interessen?

Wie stehen die Parteien zu Europa und wo liegen die entscheidenden Unterschiede in den Wahlprogrammen der Parteien? Fragen, die sich vor allem viele Stolberger Erstwähler stellen, wenn sie am Sonntag die Wahlurnen betreten.

Hilfe für Unentschlossene und Politikinteressierte gleichermaßen bietet der virtuelle Wahlhelfer „EU Profiler”. Ein Klick auf www.euprofiler.eu und schon befindet man sich auf der Startseite der Internet-Wahlmaschine. „Entdecken Sie Ihre Position im politischen Spektrum für die Europawahlen 2009”, begrüßt uns der „Profiler” und verspricht, dass der Test nur wenige Minuten in Anspruch nehmen wird.

Noch ein weiterer Klick auf den „Startknopf” der Seite und schon beginnt die virtuelle Reise durch Deutschlands Parteienlandschaft zur Europawahl 2009. Es folgen 30 meist kontroverse Aussagen, aus den Bereichen „Soziales, Familie und Gesundheit”, „Migration und Zuwanderung”, „Gesellschaft, Religion und Kultur”, „Finanzen und Steuern”, „Wirtschaft und Arbeit”, „Umwelt und Energie” sowie „Außenpolitik”, zu denen es sich zu positionieren gilt.

Sollte der Staat etwa die Zuschüsse zur Kinderbetreuung ausbauen? Sollte die Zuwanderung nach Deutschland restriktiver gehandhabt werden? Soll Sterbehilfe legalisiert werden? Und wie sieht es mit den Einschränkungen der Bürgerrechte im Namen der Terrorbekämpfung aus? So umfangreich und spannend kann Europa sein.

Bei allen Fragen haben die Nutzer des EU Profilers sechs Antwortmöglichkeiten, die von „Stimme vollkommen zu” über „neutral” bis hin zu „Stimme überhaupt nicht zu” reichen. Für den Einzelnen völlig unrelevante Themen können außerdem durch „keine Meinung” gekennzeichnet werden.

Judith Kirch ist 19 Jahre alt und eine von vielen Erstwählerinnen in der Kupferstadt. Für sie steht fest: „Natürlich gehe ich am Sonntag wählen.” Doch gleichzeitig empfindet die politikinteressierte Studentin die Europäische Union und deren Politik nicht selten als komplex und unüberschaubar. Das Pilotprojekt, entwickelt von Wissenschaftlern des Florenzer European University Institute (EUI) und in 24 Sprachen übersetzt, empfindet die Erstwählerin als äußerst hilfreich. „Menschen, die unentschlossen sind und keine Vorstellung haben, wie umfangreich und wichtig die EU mittlerweile ist, bietet der EU Profiler eine tolle Hilfe”, meint sie.

„Viele Menschen wissen gar nicht, wie die einzelnen Parteien zu diesen 30 Fragen positioniert sind und wählen am Ende vielleicht eine Partei, die gar nicht die eigene Meinung vertritt.” Nachdem Judith, sich zu den 30 Aussagen positioniert hat, folgen zwei weitere Fragen zu ihren Präferenzen. Hier können die Nutzer des virtuellen Wahlhelfers eine ganz persönliche Wertung zu der Wichtigkeit der angesprochenen Themen vornehmen. Judith entscheidet sich für Themen wie Kinderbetreuung, Zuwanderungspolitik und Sicherheitspolitik, während europäische Außen- oder Umweltpolitik für sie eine eher untergeordnete Rolle spielen.

Eine letzte Frage noch, „wie wahrscheinlich ist es, dass Sie jemals die folgenden Parteien wählen?” und schon liefert der EU Profiler ein detailliertes Ergebnis.

Die Reise durch die Parteienlandschaft zur Europawahl hat lediglich 10 bis 15 Minuten in Anspruch genommen. Dafür ist man nach der Online Umfrage um so schlauer, mit welcher Partei es am meisten Übereinstimmungen gibt. „Durch den EU Profiler weiß ich nun, in welchem Parteienspektrum ich mich bewege”, meint Judith. „Er hat mich in meiner Wahlentscheidung bestärken können”. Bei einer zuletzt schwachen Wahlbeteiligung von 39 Prozent bleibt zu hoffen, dass das lehrreiche Gedankenspiel im Netz mehr Leute zu einem Urnengang motiviert als bei der vergangenen Europawahl.
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