Stolberg - Vielleicht bald in Stolberg: Dynamisches System für Fahrgäste

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Vielleicht bald in Stolberg: Dynamisches System für Fahrgäste

Von: Ottmar Hansen
Letzte Aktualisierung:
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So wie hier vor der ASEAG-Zentrale an der Neuköllner Straße in Aachen sind inzwischen 57 Informationssäulen in Aachen, Alsdorf und Herzogenrath aufgestellt. Können auch Stolberger Kunden bald mit diesem Service rechnen? Foto: O. Hansen
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Peter von Winterfeld kann an seinen Monitoren im ASEAG-Leitstand genau ablesen, wo sich welcher Bus gerade befindet. Foto: O.Hansen

Stolberg. Wie lange muss ich noch auf meinen Bus warten? Kommt er pünktlich oder hat er Verspätung? Wie viele Minuten? Diese Fragen stellen sich die Fahrgäste des öffentlichen Personennahverkehrs regelmäßig, wenn sie derzeit bei niedrigen Temperaturen an den Stolberger Haltestellen frösteln. Die Information darüber, wann der Bus denn nun am jeweiligen Haltepunkt eintrifft, könnte das Dynamische Fahrgastinformationssystem (DFI) der ASEAG liefern.

57 dieser Informationssäulen hat das Unternehmen bereits an Haltestellen in Aachen, Alsdorf und Herzogenrath installiert. Die CDU-Fraktion im Stolberger Stadtrat hat nun den Antrag gestellt, auch Stolberger Haltestellen mit dem System auszurüsten.

Sämtliche Busse der ASEAG sind mit GPS ausgestattet. Das heißt, sie funken ständig ihren Standort an die Leitstelle in Aachen. Dort sitzt Peter von Winterfeld vor sechs Monitoren, auf denen ablesbar ist, wo sich der Bus gerade befindet und mit welchem Tempo er sich vorwärts bewegt. Entsprechend kann die Leitstelle den Fahrgästen über die DFI-Säule an der Haltestelle bis auf die Minute genau mitteilen, wann ihr Bus kommt. Verglichen mit der Zeit, wann der Bus eigentlich da sein müsste, rechnet das System gleich die Verspätung aus.

Unterschiedlich groß

Die Info-Tafeln an den DFI-Säulen sind unter schiedlich groß. Mit vier, acht oder zwölf Zeilen. Am Bushof in Aachen werden zum Beispiel zehn Buslinien angezeigt (plus Zusatzinfos). An anderen Standort drei Linien. Und wie lange es noch dauert, bis die Fahrzeuge vorfahren. Die Tafeln zeigen nicht die Abfahrtzeiten an, wie sie sowieso im Fahrplan stehen, sondern die Minuten bis zum Eintreffen des Fahrzeuges. So weiß der Fahrgast, wie lange er noch warten muss. Und muss nicht lange rechnen.

Im Leitstand in der ASEAG-Zentrale an der Neuköllner Straße in Aachen arbeitet nicht nur Peter von Winterfeld. Vor weiteren Monitoren sitzen Kollegen, die für die Besetzung der Fahrzeuge und die Fahrplanauskunft für die Kunden zuständig sind. Hier laufen alle Informationen zusammen. Während Peter von Winterfeld auf seine Monitore weist, kommt der Funkspruch eines Busfahrers herein: „Hier blockiert ein Rettungswagen die Straße. Ich muss einen anderen Weg nehmen.“ Prompt zeigt das System den Kunden an, dass die Fahrt bis zur nächsten Haltestelle nun eine Minute länger dauert und die Fahrgäste dort eine Minute länger auf ihren Bus warten müssen.

Bei Baustellen auf der Strecke oder an besonderen Tagen wie Rosenmontag können Fahrgäste an der DFI-Tafel auch ablesen, ob ihre Haltestelle überhaupt angefahren wird oder sie sich zu einer Ersatzhaltestelle bewegen müssen. „Entsprechende Textbausteine haben wir im Repertoire“, so von Winterfeld. Schon in den 90er Jahren hat die ASEAG als eines der ersten Verkehrsunternehmen begonnen, DFI-Anlagen einzusetzen. Bis heute haben sich die technischen Möglichkeiten allerdings enorm verbessert. Die anfänglichen Probleme mit der Technik sind Vergangenheit. Im Jahr 2009 wurde in den Aachener Stadtrat der Antrag eingebracht, die DFI-Anlagen über das Stadtgebiet verteilt aufzustellen. in den Jahren 2012 und 2013 wurden sie in Aachen denn auch installiert. Inzwischen informieren 46 Säulen die Fahrgäste in der Kaiserstadt, wann der nächste Bus kommt. Dann folgte die Stadt Herzogenrath, später Alsdorf mit dem Annapark und dem Mariadorfer Dreieck.

„Die 57 Anlagen haben 1,6 Millionen Euro gekostet“, rechnet Hermann Paetz, Center-Leiter Verkehr der ASEAG, vor. Als letzte Säule werde noch eine in Laurensberg installiert. Immerhin werde das Projekt zu 85 Prozent aus Landesmitteln gefördert. Die restlichen 15 Prozent müssen von den Städten übernommen werden. Für eine einzelne DFI-Säule müsse man den Betrag von rund 40.000 Euro einplanen, so Paetz. Blieben für die Stadt Stolberg Kosten von 6000 Euro pro Säule.

Hinzu kommen Folgekosten. Die Hinweistafeln müssen fest im Boden verankert sein. Und eine Strom- und Computerkabelzuleitung haben, sonst funktioniert das ganze System nicht. „Auch die regelmäßige Reinigung der Tafeln verursacht Kosten“, sagt Hermann Paetz. Den Beitrag leiste allerdings die ASEAG. Sind die Tafeln immer blitzblank sauber, kann man die Angaben der LED-Leuchten nicht nur besser lesen. Sie sind dann offenbar auch nicht so attraktiv für Sprayer, die die Tafeln gerne „verzieren“.

„Wir stellen die Tafeln meistens da auf, wo soziale Kontrolle gegeben ist“, betont Paetz. Das heißt an Orten, an denen regelmäßig Publikumsverkehr stattfindet. Das neue DFI-System ist auch für Blinde und Sehbehinderte geeignet. Am Pfosten für die Info-Tafeln gibt es einen Schalter. Wird der gedrückt, liest eine Stimme die Informationen vor, die per Schrift auf den DFI-Tafeln angezeigt werden.

Alle ASEAG-Linien sind übrigens schon jetzt per Handy über die APP „ASEAG mobil“ abrufbar. Wer das Angebot auf sein Handy geladen hat, kann auch dort genau ablesen, wann der gewünschte Bus wo eintrifft oder ob er Verspätung hat. Paetz: „Man kann seine Reise dann praktisch von zu Hause aus planen und muss erst dann aus dem Haus gehen, wenn der Bus kommt.“ Wartezeiten erübrigen sich damit.

Fremdunternehmen

Nicht in das System integriert sind die Fremdunternehmen, die ihre Busse im Auftrag der ASEAG auf verschiedenen Linien rollen lassen. Sie verfügen meistens nicht über die erforderliche GPS-Technik in den Fahrzeugen. Für diese Busse zeigt die DFI-Tafel denn auch nicht die Ankunft oder Verspätung in Minuten an, sondern die Uhrzeit, zu der der Bus eigentlich die Haltestelle anfahren müsste.

Ob es demnächst auch in Stolberg eine Dynamische Fahrgastinformation der ASEAG gibt und an welchen Haltepunkten, ist derzeit noch offen. Nachdem die CDU-Fraktion den Antrag zuletzt im Hauptausschuss vorgetragen hat, müssen sich jetzt die zuständigen Fachausschüsse und Fachämter mit dem Thema befassen. Sie werden demnächst einen Vorschlag unterbreiten, auch was die Finanzierung angeht. Erst dann muss der Stadtrat entscheiden, ob Stolberg das Geld für das Serviceangebot an die Busreisenden ausgeben wird.

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