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Verwaltungsangestellte fahren zum Verdi-Protest nach Aachen

Von: Martina Rippholz
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Mit dem Bus zum Warnstreik: Wie im März 2008 (Bild) machen sich am Donnerstag Angestellte der städtischen Verwaltung auf den Weg zur zentralen Verdi-Kundgebung nach Aachen. Der Grund: Die aktuellen Tarifverhandlungen zwischen Gewerkschaft und kommunalen Arbeitgebern wurden erneut vertagt. Foto: Kolja Linden

Stolberg. Sie sind vielen Stolbergern noch gut in Erinnerung - die verspäteten Busse, die überfüllten Notaufnahmen, die geschlossenen Kindertagesstätten. 2008 streikte der öffentliche Dienst. Für mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen. Damals setzte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi über die Schlichtungsstelle eine 3,1-prozentige Steigerung durch.

Jetzt - zwei Jahre später - scheint sich das Szenario zu wiederholen. Für die kommunalen Angestellten fordert Verdi insgesamt eine Gehaltserhöhung von fünf Prozent. Nach den zweiten Gesprächen am Montag zwischen Arbeitnehmervertretern und Arbeitgeberverbänden in Potsdam sind die Verhandlungen jedoch festgefahren. Für Donnerstag stehen deshalb ab 6.30 Uhr bundesweite Warnstreiks an, auch in der Städteregion Aachen.

Die Arbeitnehmer und Auszubildenden der Stolberger Stadtverwaltung hat Verdi aufgefordert, an einer zentralen Kundgebung am Kugelbrunnen auf dem Willy-Brandt-Platz in Aachen teilzunehmen. „Ich gehe davon aus, dass um die 100 Beschäftigte zum Warnstreik fahren werden”, sagt Franz-Dieter Dujardin, Personalratsvorsitender der Stadtverwaltung.

„Wir haben alle Verdi-Mitglieder aufgerufen, sich zu beteiligen.” Dujardin hat zwei große Busse organisiert. Sie stehen am Donnerstag um 8.30 Uhr auf dem Parkplatz Krautlade fertig zu Abfahrt nach Aachen. „Der öffentliche Dienst steht hinter den Lohnentwicklungen anderer Branchen zurück”, sagt Dujardin. „Es wird Zeit, dass die Angestellten ihren Teil bekommen.”

Weitere Warnstreiks?

Dass irgendwann ein Kompromiss geschlossen werden kann, da ist sich der Personalratsvorsitzende sicher. Nur wann, das ist die Frage, die wohl die meisten Bürger interessiert. Denn: Je länger sich die Verhandlungen ziehen, desto größer sind die Chancen für weitere Warnstreiks - wie es sie 2008 massiv gab - oder längeren Streiks.

Für Donnerstag geht Franz-Dieter Dujardin davon aus, dass es im Tagesgeschäft der Stadtverwaltung zu Einschränkungen kommen kann. Zumindest, wenn die erwarteten 100 Frauen und Männer in die Busse steigen. Die Stadt selbst sieht dagegen keine Probleme. „Uns sind keine nennenswerten Ausfälle bekannt”, sagt Sprecherin Petra Jansen. „Und der Betrieb in der Verwaltung ist durch Beamte gewährleistet.” Wie es in den nächsten Wochen weitergehe, müsse man sehen.

Falls es in nächster Zeit in Potsdam zu keiner Einigung kommt, könnte es im Verwaltungsbetrieb doch noch zu Engpässen kommen. 549 Arbeitnehmer, davon 451 Angestellte und 198 Arbeiter, sind nicht verbeamtet und damit streikberechtigt. „Im Sinne der Beschäftigten ist ein dauerhafter Streik aber nicht”, sagt Dujardin.

„Wir hoffen, dass zwischen Gewerkschaften und kommunalen Arbeitgebern noch eine vernünftige Lösung gefunden werden kann.” Eine solche wäre wieder am 10. Februar möglich. Dann werden die Verhandlungen in Potsdam fortgesetzt.
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