Verlängerte Schulferien: Stolberg blickt gespannt nach Düsseldorf

Von: Michael Grobusch
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Nicht nur auf die Eltern und Kinder der Grundschule Hermannstraße kämen große Betreuungsprobleme zu, wenn das Land heute tatsächlich eine Verlängerung der Sommerferien anordnen sollte. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Die Eltern der Kindergartenkinder können ein Lied davon singen, wie es sich auswirkt, wenn die bewährten Betreuungsformen ausfallen. Nun droht in den Grundschulen zwar am kommenden Montag kein Streik. Und dennoch könnte gerade dort ein ähnlicher Notstand wie zuvor in den Kitas eintreten.

Nämlich dann, wenn die Landesregierung heute tatsächlich aufgrund der Schweinegrippe den Beschluss fassen sollte, die Schulferien über den 16. August hinaus zu verlängern.

Bei einem Besuch in Alsdorf hat Karl-Josef Laumann noch einmal betont, dass die heute zu erwartende Entscheidung keine rein politische sei. „Sie wird nach Empfehlung des Pandemie-Expertenteams, das sich aus Wissenschaftlern, Praktikern und dem Gesundheitsdienst zusammensetzt, getroffen”, erklärte der NRW-Gesundheitsminister gegenüber unserer Zeitung. Für welchen Zeitraum eine mögliche Schließung angeordnet werden könnte, darüber gibt es bislang aber keine Aussage von offizieller Stelle. Auch im Stolberger Rathaus wartet man deshalb heute gespannt auf die Nachricht aus Düsseldorf.

Griese: Sehr kurzfristig

„Ich gehe davon aus, dass das Ministerium nicht den Fehler begeht, die Schulen zu schließen”, macht Bürgermeister Ferdi Gatzweiler keinen Hehl aus seiner Einschätzung. Entsprechend hat die Verwaltung auch noch keinen „Plan B” für den Fall der Fälle aufgestellt. „Wenn es zu einer Verlängerung der Ferien kommen sollte, werden wir uns umgehend mit den notwendigen Schritten auseinandersetzen müssen”, erklärte derweil am Montag Udo Griese. Dass die Entscheidung so kurzfristig fallen wird, hält der Leiter des städtischen Schulverwaltungsamtes für wenig glücklich. „Das macht es uns bei der Umsetzung einer möglichen Anordnung nicht gerade leicht.”

Tatenlos ist die Verwaltung angesichts der zunehmenden Ausbreitung der Schweinegrippe in den Ferien natürlich nicht geblieben. Alle Schulen sind über die vom Ministerium geforderten Hygienemaßnahmen informiert und mit den erforderlichen Reinigungsprodukten ausgestattet worden. „Wir werden die Vorsorgemaßnahmen noch ein wenig verstärken”, kündigt Hildegard Lüttecke an.

Häufigeres und vor allem von den Lehrern kontrolliertes Händewaschen sieht die kommissarische Leiterin der Grundschule Gressenich als effektivste Möglichkeit an, das Infektionsrisiko zu minimieren.

An eine Verlängerung der Sommerferien will Hildegard Lüttecke hingegen lieber nicht denken. „Dann würde ein Chaos ausbrechen”, stellt sie mit Blick auf die dann nicht geregelte Betreuung vieler Grundschüler fest. „Wir müssten versuchen, einen Betreuungsnotplan aufzustellen. Allerdings ist ja ungewiss, ob wir einen solchen im Rahmen der offenen Ganztagsschule überhaupt anbieten dürften.”

In Verlegenheit könnten im Falle einer längeren Schulschließung auch die Kindertagesstätten geraten. Zwar kann das Land hier keine Anordnung aussprechen, weil es nicht Träger der Einrichtungen ist.

Eine konsequente Eindämmung der Infektionsgefahr wäre aber bei weiterhin geöffneten Kitas kaum zu erreichen. „Wir stehen mit dem Gesundheitsamt des Kreises in regelmäßigem Kontakt und werden bei Bedarfsfall auch in Absprache mit diesem auf die weitere Entwicklung reagieren”, bleibt Jugendamtsleiter Willi Seyffarth gelassen und fügt hinzu: „Über die angemessenen Verhaltensregeln haben wir alle Mitarbeiter frühzeitig informiert.”

Auch Minister Hans-Josef Laumann hat zwischenzeitlich schon Tipps weitergegeben. So sollen die Kinder regelmäßig die Hände mit Seife waschen, sie mit Einweghandtüchern abtrocknen und diese dann in gesonderte Mülleimer werfen. Außerdem solle auf „Begrüßungsrituale” verzichtet werden. Nordrhein-Westfalen ist bundesweit die „Nummer 1” in Sachen Schweinegrippe. Von derzeit rund 7000 gemeldeten Fällen sind über 2700 aus NRW - Tendenz stark steigend. Was das - auch für Stolberg - bedeutet, wird sich heute zeigen.
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