Stolberg - Verkehrsplanung: Breiniger ziehen den „Spatz” vor

Verkehrsplanung: Breiniger ziehen den „Spatz” vor

Von: Jürgen Lange
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Großer Andrang in der Grundschule Breinig: Das Verkehrskonzept „Stolberg West” interessierte viele Anwohner. Foto: J. Lange

Stolberg. Der sprichwörtliche Spatz in der Hand ist den Breinigern wichtiger als die Taube auf dem Dach. Sie forderten bei der städtischen Informationsveranstaltung zum Verkehrskonzept West im Prognosejahr 2025 Sofortmaßnahmen zur Verkehrssicherung und -lenkung im Dorf auf der Ortsdurchfahrt der Landesstraße 12.

Denn die heutigen Probleme harrten einer schnellen Lösung machten zahlreiche Bürger deutlich angesichts der temporären Perspektiven für den Bau einer Ortsumgehung. 20 bis 30 Jahre würden bis dahin ins Feld ziehen, mahnte Fachbereichsleiter Andreas Pickhardt gleich vor überzogenen Erwartungen. „Der nächste Landesstraßenbedarfsplan wird 2015 aufgelegt”, verwies Pickhardt darauf, dass man frühzeitig seine Vorstellungen anmelden müsse.

Selbst solche Hoffnungen relativieren sich vor dem Hintergrund, dass die ganz aktuell vorgestellten Trassen für eine Breiniger Ortsumgehung schon 40 Jahre alt sind: Sie sind bereits Bestandteil eines Generalverkehrsplanes, den der Stadtrat 1970 bei der „Arbeitsgemeinschaft, Entwicklungs- und Verkehrsplanung Aachen” (Ageva) in Auftrag gegeben, am 13. April 1972 beschlossen (s. Grafik), und eine erste Umsetzung der Pläne unter den Technischen Beigeordneten Josef Billmann und Hans Bungenstab angelassen hatte....

Planvorstellung im Januar

Während Fachbereichsleiter Andreas Pickhardt den Breinigern signalisierte, mit ihnen Anfang nächsten Jahres Pläne für eine Entschärfung der Situation in der Ortsdurchfahrt diskutieren zu können, lenkten die Teilnehmer der Bürgerversammlung ihren Blick deutlich über den Ortsrand hinaus: Rund 4500 Fahrzeuge werden zusätzlich auf den „Viehweg” (K22) in Richtung Büsbach geschickt. „Wie soll das gehen?” fragten die Breiniger mit Blick auf die Engstelle auf der Hostetstraße am Ortseingang sowie der schwierigen Verkehrsverhältnisse auf der unübersichtlichen Kreuzung vor der Kirche St. Hubertus. Außerdem würde eine weitere Zunahme des Verkehrs um rund 2000 Fahrzeuge im Büsbacher Ortskern zu verzeichnen sein (s. unten).

Eine Antwort darauf blieben Planungsingenieur Oliver Krey ebenso wie Andreas Pickhardt an dem Abend schuldig. Sie verwiesen auf die nächste Bürgerversammlung, bei der am Dienstag auch die Büsbacher Verkehrsprobleme debattiert werden sollen, sowie auf den grundlegenden Charakter der Untersuchung. „Hier geht es nur um mögliche Verkehrsströme, noch nicht aber um Details einer Umsetzung”, klärte der Fachbereichsleiter auf.

Deutliche Kritik erntete das Konzept auch für die Führung der Breiniger Osttangente auf der in den 70er Jahren geplanten Trasse von der Schützheide bis etwa zur Essiger Straße. Sie würde eine tägliche Belastung von lediglich 2100 bis 4300 Fahrzeuge täglich erreichen.

Sinn mache eine solche Osttangente nur, wenn sie auch Breinigerberg entlaste und erst wieder hinter der Ortslage in die L12 münde, machten Besucher der Informationsveranstaltung deutlich, die allerdings auch die Zahlendaten für diese Planspiele anzweifelten und eine Berücksichtigung der Trasse der Euregionbahn in Breinig anmahnten: Als Transportmittel der Zukunft ebenso wie als Bremse für den Verkehrsfluss an drei Bahnübergängen. Dies mache sich aber nicht wirklich bemerkbar bei den prognostizierten Verkehrsströmen, hielt dem Oliver Krey entgegen.

Den Kern der Prognose für Breinig, nahmen die Besucher gerne zur Kenntnis: Vor allem mit einer Nordtangente würde der Ortskern spürbar entlastet vom Verkehr. Doch das würden die Breiniger lieber zeitnah verspüren. Deshalb sind sie voller Erwartung auf die Vorschläge im Januar.
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