Stolberg/Eschweiler - Verhandlungen bei KME stehen kurz vor dem Abschluss

Verhandlungen bei KME stehen kurz vor dem Abschluss

Von: Jürgen Lange
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Helmut Wirtz: Gut vorbereitet den Herausforderungen stellen.

Stolberg/Eschweiler. Drei Delegiertenversammlungen innerhalb von vier Monaten – auch das ist ein Anzeichen dafür, dass die IG Metall die Hände voll Arbeit hat. „Personalabbau, Insolvenzen, Betriebsschließungen“, skizziert am gestrigen Abend Helmut Wirtz die Lage im Eschweiler Talbahnhof. „Wir waren und sind weiterhin in allen Fällen in intensive Gespräche und Verhandlungen eingebunden.“

Der Geschäftsbericht des 1. Bevollmächtigten der Metaller in der Kupfer- wie auch in der Indestadt ist angefüllt mit den Problemfeldern in den Betrieben. Dennoch ist es Wirtz sowie seinen Kollegen Georg Moik und Martin Peters für die Beschäftigten das möglichst Beste in der jeweiligen Lage herauszuholen. „Wir haben verschiedene Aktionen und Veranstaltungen in Bezug auf geplanten Arbeitsplatzabbau in verschiedenen Betrieben durchgeführt“, erinnert Wirtz noch einmal an den Marsch der Kollegen und Kolleginnen durch die Stadt Eschweiler zum Rathaus und an die Kundgebung am Zinkhütter Hof.

„Die Schließung des Prysmian-Standortes war nicht mehr zu verhindern“, so Wirtz, „aber durch die Vielzahl unserer Aktionen wurde sie für den Arbeitgeber teuer“. Immerhin umfasse der Sozialplan ein Volumen von rund 18 Millionen Euro. Der weitaus größte Teil der Entlassenen sei aktuell in der Beschäftigungsgesellschaft Lowtec; ein kleinerer Teil habe bereits einen neuen Job gefunden. Und bei Mertes sei es gelungen, bis auf wenige Ausnahmen die Beschäftigten bei der Übernahme durch einen neuen Investor im Betrieb zu halten. „Wir sehen auch für die Zukunft recht gute Perspektiven“, zeigt sich Wirtz optimistisch. „Sehr, sehr zeitintensiv gestalten sich unsere Verhandlungen bei KME in Stolberg, wo der Arbeitgeber eine fast Halbierung der Belegschaft durchsetzen wollte“, erklärt der Gewerkschafter: „Es geht um den Abbau von 102 Arbeitsplätzen.“ Nach über 100 Stunden Verhandlungen an 15 Tagen stehen wir kurz vor einer Einigung. Nach gestrigem Stand konnte Wirtz verraten, dass rund 30 Mitarbeiter durch individuelle Vereinbarung das Werk verlassen; eine betriebsbedingte Kündigung liege vor. „Somit konnten 70 beabsichtigte Kündigungen vermieden werden.“ Noch wird über einen Vertrag mit mehrjähriger Laufzeit verhandelt.

Noch nicht angelaufen sind Verhandlungen bei Leoni Kerpen. Bis Ende März wolle die Geschäftsführung ihre Vorschläge zur Kostenreduzierung und Effizienzsteigerung präsentieren. „Gewiss ist bisher nur, dass alles am Standort Stolberg auf den Prüfstand kommt“, rechnet der Bevollmächtigte damit, „dass auch an diesem Standort Arbeitsplätze abgebaut werden.“ Aber die IGM werde sich wie immer gut vorbereitet und sehr sorgfältig dieser Herausforderung stellen. Wirtz: „Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit werden auch externe Sachverständige herangezogen werden, so dass ich heute davon ausgehe, dass ein Ergebnis frühestens zur Jahresmitte vorliegen wird.“

Bei Prym Fashion tritt zum 1. April eine Angleichung an den bestehenden Haustarif in Kraft, bei ESW wird ein neuer Tarifvertrag verhandelt. Im vierten Quartal waren rund 500 Metaller von Kurzarbeit betroffen. Wirtschaftlich, mengen- und liquiditätsbedingt hatten einige Unternehmen Schwierigkeiten. „Hier waren wir teilweise in Berater- sowie Bankengespräche involviert, um größere Entlassungswellen zu verhindern“, bilanziert Wirtz. In fast allen Betrieben sank zum Jahresende die Mitarbeiterzahl aufgrund von Beendigungen befristeter Arbeitsverträge. Die als Leiharbeiter Beschäftigten wurden fast ausnahmslos entlassen. „Die Zahl der beschäftigten Leiharbeiter in unserer Verwaltungsstelle liegt aktuell weit unter 100“.

236 neue Mitglieder

Dennoch war gewerkschaftsintern das vergangene ein erfolgreiches Jahr: „Wir haben mit 236 Neuaufnahmen einen sehr positiven Mitgliederzuwachs erhalten und schließen das Jahr 2012 mit 5335 Mitgliedern ab. Denen wird auch eine sehr umfangreiche Bildungsarbeit sowie eine sehr aktive Senioren- sowie Jugendgruppe.

Neben den individuellen Problemen in den Stolberger und Eschweiler Betrieben richtet sich der Blick der IG Metall nun auch auf die bevorstehenden Tarifverhandlungen. Darauf stimmte auch Dr. Hans-Jürgen Urban ein: „Gute Arbeit – gut in Rente“ lautet das Thema des Vortrages des geschäftsführenden Vorstandsmitglieds .

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