Stolberg - Veränderung in der Velau soll nachhaltig sein

Veränderung in der Velau soll nachhaltig sein

Von: Michael Grobusch
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Das Interesse am nachbarschaft
Das Interesse am nachbarschaftlichen Miteinander ist aus Sicht der Initiatoren durch das Projekt „Soziale Stadt” in den vergangenen drei Jahren gestärkt worden. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg. Und am Ende ist es doch eine runde Sache geworden - trotz aller zwischenzeitlicher Diskussionen, die es nicht zuletzt auch über die Namensgebung gegeben hat.

Wenn Samstagmorgen um 11 Uhr an der Breslauer Straße die „Kugel” offiziell eröffnet wird, dürfte die Tatsache, dass das Kultur- und Generationenhaus ausgesprochen eckig daherkommt, keine Rolle mehr spielen. Weitaus wesentlicher ist da schon die Tatsache, dass mit der Einweihung des Gebäudes das wichtigste Vorhaben des Projektes „Soziale Stadt” vollendet ist und langfristig genutzt werden kann.

„Nachhaltigkeit” ist auch ein zentrales Wort, wenn Stadtteilmanager Wolfgang Joußen und der städtische Fachbereichsleiter Willi Seyffarth ein Fazit der dreijährigen Projektarbeit ziehen, die mit dem Auslaufen der Förderung und der Schließung des Stadtteilbüros im März zwar offiziell endet, aber entsprechend der ursprünglichen Konzeption auf anderer Basis weitergeführt werden soll.

„Unser Ziel war es, uns im Laufe des Projektes überflüssig zu machen. Das ist uns gelungen”, fasst Joußen das Ergebnis der Bemühungen zusammen, den Stadtteil Velau/Mühle mit Hilfe seiner Bewohner zu beleben und aufzuwerten. „Wir sind gut aufgestellt”, zeigt sich der (scheidende) Stadtteilmanager überzeugt und verweist in erster Linie auf den im September gegründeten „Kugel e.V.”. Insgesamt habe es im Zuge von „Soziale Stadt” 14 Teilprojekte gegeben. „Und vieles von dem, was wir da angestoßen haben, wird durch die Kugel und den Trägerverein weiterbetrieben.”

Dem kann Willi Seyffarth nur beipflichten. „Die Trägerkonstellation zeigt eine gesunde, starke Struktur und belegt, dass aus dem Stadtteil heraus etwas für den Stadtteil gemacht wird.” Und Wolfgang Joußen sagt: „Der Verein ist keine künstliche Pflanze, sondern ein natürliches Gewächs.” Und das soll auch über das Frühjahr 2012 hinaus gedeihen. „Derzeit ist bei den Trägern einiges in Vorbereitung, was in das Programm einfließen wird”, kündigt Joußen an. Dabei werden zwei wichtige Schwerpunkte auch zukünftig die interkulturelle Seniorenarbeit und die „Frühen Hilfen” sein.

Bleibenden Eindruck werden aber nicht nur die „Kugel” und ihr Programm hinterlassen, betont Willi Seyffarth. Vielmehr sei es in der dreijährigen Projektphase von „Soziale Stadt” gelungen, die Menschen für ihr Lebensumfeld zu sensibilisieren und zu interessieren. „Es gibt heute ein ganz anderes Bewusstsein, wie man mit seinem Stadtteil umgehen sollte”, berichtet der Fachbereichsleiter. „Heute gilt bei vielen Bewohnern der Grundsatz, das Leben miteinander so zu verändern, dass alle Beteiligten eine Wertschöpfung haben.”

Dass der Prozess der Bewusstmachung in der Bevölkerung nicht immer leicht war, räumt Seyffarth rückblickend ein. Aber: „Mit dem Spatenstich für die Kugel haben wir einen entscheidenden Punkt erreicht. Mit ihm wurde die ?Soziale Stadt für alle greifbar, das hat schon die Resonanz an diesem Tag gezeigt.” Ohnehin sei das Echo in der Bevölkerung positiv. „Was wir an Resonanz erhalten haben, stimmt mich sehr positiv.” Wolfgang Joußen nennt Beispiele: „Insgesamt sind über 100 Leute im Bürgerforum. Sie betrachte ich auch als Multiplikatoren.” Und: „Die internationale Frauengruppe zählt mehr als 50 Mitglieder. Und das sind fast ausschließlich Menschen, die sich bisher nicht an solchen Aktionen beteiligt haben.”

Der Stadtteilmanager verteilt viel Lob bei seinem vorzeitigen Resümee - auch für die Stadt Stolberg. „Es ist schon bemerkenswert, was die Kommune trotz der für sie sehr schwierigen Bedingungen geschafft hat.” Das gehe von der ausgeprägten Motivation in den beteiligten Fachämtern über die zentrale Rolle, die die Verwaltung in Zukunft als Mitglied des Trägerverein übernehmen werde bis hin zu den baulichen Maßnahmen, die in der Velau und auf der Mühle realisiert worden seien. Dazu gehören der Kreisel am „Eingangstor” Eschweilerstraße, die Sanierung und Erweiterung von Kita Franziskus-straße und Hermannschule und der Ausbau der Kogelshäuserschule als Sekundarschule der Zukunft.

„Das alles hat zu einem intensiven, spannenden Prozess gehört”, fasst Willi Seyffarth zusammen. Und wird in der Summe heute als runde Sache gesehen - auch, aber nicht nur wegen der eckigen „Kugel”.
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