Stolberg/Valognes - Valognes-Roman erstmals auf Deutsch

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Valognes-Roman erstmals auf Deutsch

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Stolberg/Valognes. Der Valognes-Roman „Chevalier des Touches“ von Jules Barbey d‘Aurevilly ist jetzt erstmals in deutscher Sprache erschienen.

Ein Epos großen Stils, urteilte Heinrich Mann über den 1864 in französischer Sprache publizierten Roman. Die Handlung des Buches spielt um 1830 in Valognes und beschäftigt sich mit den Nachwirkungen der französischen Revolution.

Ist er es, oder ist es ein Gespenst? Der verwirrte alte Mann, der an einem windigen Abend auf dem Kapuzinerplatz in Valognes steht, weckt die Erinnerungen an einen großen Coup des Widerstands gegen die Revolution: die Befreiung des zum Tode verurteilten Adligen und Konter-Revolutionärs „Chevalier Des Touches“ im Jahre 1799.

Die Ereignisse liegen drei Jahrzehnte zurück, und man wähnte den „Chevalier“ längst tot. Aufgeschreckt durch seine vermeintliche Wiederkehr, erzählen sich in einem Salon bei knisterndem Feuer ein paar Landadlige, die schon bessere Zeiten gesehen haben, seine abenteuerliche Geschichte. Unter ihnen die taube Aimée de Spens, die darin eine zen­trale und einigermaßen pikante Rolle spielt und nicht ahnt, dass man von ihr spricht.

Begründer des Dandytums

Der Autor des Romans, Jules Barbey (seit 1829: d‘Aurevilly), wurde am 2. November 1808 in Saint-Sauveur-le-Vicomte (Manche) unweit von Valognes geboren und starb am 23. April 1889 in Paris. Er hat als Kritiker, Novellist und Romanschriftsteller das Frankreich des 19. Jahrhunderts zum Thema seines Werkes gemacht.

Barbey d‘Aurevilly verbrachte seine Schulzeit zunächst am Collège in Valognes, bevor er nach Paris ging, um anschließend Jura in Caen zu studieren. Barbey d‘Aurevilly gilt als Begründer des Dandytums in Frankreich und war zu seiner Zeit einer der großen literarischen Gegenspieler von Victor Hugo.

Der „Chevalier Des Touches“ ist einer der wichtigsten Romane von Jules Barbey d‘Aurevilly. Das Buch ist jetzt mit Texten von Heinrich Mann und Illustrationen von Félix Buhot zum ersten Mal auf Deutsch erschienen. Der Illustrator Félix Buhot ist in Valognes geboren; nach ihm ist heute das Collège in Valognes benannt, mit dem das Ritzefeld-Gymnasium einen regen Schüleraustausch unterhält.

Zwei weitere Beispiele

In dem Zusammenhang hier noch einige weitere Beispiele von „‚Valognes-Literatur“:

La Nuit de Valognes, deutsch „Die Nacht von Valognes“, ein Theaterstück des zeitgenössischen französischen Autors Éric-Emmanuel Schmitt. Es ist sein erstes Stück, geschrieben 1988, und 1991 uraufgeführt: Im Schloss von Valognes wollen fünf ehemalige Geliebte des Frauenhelds Don Juan einen Prozess gegen ihn vorbereiten, um ihn zu zwingen, eine zuletzt von ihm verführte junge Frau zu heiraten. Zur Verwunderung der Damen akzeptiert Don Juan. Sie lehnen diese überraschende Antwort ab und beginnen, seine Motive zu erforschen.

Das Stück ist eine Reflexion über die Persönlichkeit Don Juans, der laut Schmitt nur durch die Sexualität lebt, ohne sie verstanden zu haben, und der ersehnt, dass jemand diese endlose Suche des Begehrens mit verschiedenen Partnern stoppt. Es handelt um eine Neuinterpretation des bekannten Mythos von Don Juan.

Au Bonheur des Dames, deutsch „Das Paradies der Damen“, vom bekannten französischen Autor Émile Zola (1884): Anhand der Geschichte der Protagonistin Denise, einer Verkäuferin, die aus Valognes nach Paris kommt und im Kaufhaus „Paradies der Damen“ eine Anstellung findet, werden Wachstum und Struktur dieses Kaufhauses und gleichzeitig der Niedergang des kleingewerblichen Einzelhandels eines kompletten Pariser Stadtviertels Ende des 19. Jahrhunderts beschrieben.

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