Stolberg - Unbezahlbare und unersetzliche Arbeit

Unbezahlbare und unersetzliche Arbeit

Von: Michael Grobusch
Letzte Aktualisierung:
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Warb für den Frieden in der Welt: die von Brunhilde Stoll trainierte Kindertanzgruppe der Narren- und Piratengarde Vicht.

Stolberg. Ein Wort wurde an diesem Abend auffällig oft ausgesprochen: Frieden.

Die Kindertanzgruppe der Narren- und Piratengarde Vicht unternahm eine musikalisch-tänzerische Weltreise und präsentierte 14 Kinder, die nach Aussage von Trainerin Brunhilde Stoll „für den Frieden in der Welt” stehen sollten.

Und auch die von Dolores Ramirez geleitete Flamenco-Gruppe nutzte ihren Auftritt auf der Bühne des Zinkhütter Hofes, um „als Botschafterin des Friedens” aufzutreten und zwischen den Kulturen zu vermitteln.

Das passte ins Bild, das Ferdi Gatzweiler beim Neujahrsempfang der Stadt Stolberg schon in seiner Begrüßungsrede skizziert hatte: „Ehrenamt ist viel mehr, als unbezahlte Arbeit in der Freizeit. Ehrenamt in all seinen Facetten heißt menschliche Nähe, soziale Wärme, Erfahrungsvermittlung, aber auch Spaß und Frohsinn.”

Kein Wunder also, dass der Bürgermeister seinen Empfang zum zweiten Mal nach 2005 nutzte, um die ehrenamtliche Arbeit vieler Stolberger in den Vordergrund zu stellen. Mehr als 300 Gäste würdigten mit ihrer Anwesenheit, aber auch mit ihrem vielfach lang anhaltenden Applaus das oftmals im Verborgenen Geleistete.

Das lässt sich in seiner Vielfalt zwar kaum beschreiben, wohl aber mit einigen prägnanten Zahlen zumindest statistisch zusammenfassen: 25 bis 30 Prozent der Erwachsenen sind laut einer Studie der AMB Generali ehrenamtlich engagiert. Dabei wurde eine durchschnittliche Tätigkeit von 18 Stunden pro Woche ermittelt.

Was das für Stolberg bedeutet, erklärte Ferdi Gatzweiler: „Wenn man nur einen Stundenlohn von zehn Euro ansetzen würde, käme man auf eine Summe von jährlich 40 Millionen Euro.” Eigentlich aber sei ehrenamtliche Tätigkeit unbezahlbar - und im zunehmend schwierigen gesellschaftlichen Kontext auch unverzichtbar.

Stellvertretend für die vielen engagierten Kräfte waren die Teilnehmer zweier Gesprächsrunden auf das Podium gebeten worden. Gegenüber Moderator Stefan Babic von der Stadt Stolberg berichteten im ersten Durchgang Günther Severens (Stadtsportverband), Andrea Prym-Bruck (Förderverein Grundschule Zweifall), Franz-Josef Koke (Stolberger Tafel), Patric Peters (Gesellschaft für Stadtmarketing) und Mechthilde Boland-Theißen (Helene-Weber-Haus) über ihre Motivation für und ihre Erfahrungen mit dem Ehrenamt. Wobei Letztgenannte als Geschäftsführerin der Familienbildungsstätte an der Oststraße darüber hinaus nicht nur in einer Power-Point-Präsentation das vielfältige Angebot ihrer Einrichtung präsentierte, sondern auch von der seit 40 Jahren funktionierenden Zusammenarbeit von haupt- und ehrenamtlichen Kräften berichten konnte.

Auch Hartmut Kleis (Musiksommer), Hans-Jürgen Kaußen (KG De Wenkbülle), Hans-Josef Wellmann (Seniorenbeirat), Anna-Maria Keimes (Bündnis gegen Radikalismus), Christoph Baumanns (Jugendfeuerwehr) und Dirk Erdmann (Verein Menschenskind) erläuterten, was sie zu ihrer Tätigkeit bewegt - und was sie dabei Bewegendes erleben. Beispielsweise Franz-Josef Koke, dem die Weihnachtspakete-Aktion auch in diesem Jahr wieder unter die Haut ging. „Wenn ich sehe, mit welcher Freude die Pakete gebracht und mit welcher Emotionalität und Berührung sie am nächsten Tag von den Bedürftigen abgeholt werden, dann kann ich ohne Zweifel von meinem schönsten Erlebnis sprechen.”

Gesprochen wurde auch nach dem mehr als zweistündigen offiziellen Programm noch viel und lange im Industriemuseum. Dabei wirkte nach, was Ferdi Gatzweiler als finale Dankesworte an die Ehrenamtler gerichtet hatte: „Sie sorgen dafür, dass man sich in Stolberg wohlfühlen kann.”
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