Ulkparade krönt Fest auf der Dorffer Schützenwiese

Von: Dirk Müller
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Sehr viel Spaß bot die Ulkpar
Sehr viel Spaß bot die Ulkparade, die die Dorffer Maijungen traditionell zum Abschluss der viertägigen Kirmes organisiert hatten. Foto: D. Müller

Stolberg-Dorff. Traditionell ist die Ulkparade der humoristische Höhepunkt der viertägigen Kirmes der St. Hubertus-Schützenbruderschaft Dorff. Auch in diesem Jahr war der Spaß ein großer, und die Dorf(f)gemeinschaft amüsierte sich königlich. Und das obwohl es diesmal keinen Schützenkönig gab.

Zunächst paradierten Schützen und Maijungen auf Wunsch der Dorffer Damen vor dem Lindenplatz. Erschwert wurde ihnen die Parade allerdings durch Springseile, Hula-Hoop-Reifen und verschiedene Stelzen. Besonders Brudermeister Heinz Willms tat sich schwer, das Gleichgewicht auf Pedalos zu halten.

Als die Maijungen die Ulkparade übernahmen, sprachen schon ihre T-Shirts, auf denen „Heute ein König” zu lesen war, für sich. Sie verwiesen darauf, dass die Holzvogelpopulation in Dorff enorm zugenommen habe, was starke Verschmutzungen durch Sägemehl zur Folge habe. Symbolisch suchten sie vier Bewohner, die im Verdacht standen, nicht am letztjährigen Vogelschuss teilgenommen zu haben, aus dem Publikum und nahmen sie kurzerhand gefangen. In gestreifte Sträflingskleidung gehüllt, wurden die „Nicht-Könige” alsbald in einen Holzkäfig verbracht.

Diesen „Hochsicherheitstrakt” durften die Gefangenen dann noch selbst zum Festzelt auf der Schützenwiese tragen. Dort erwartete sie ein faires Gerichtsverfahren „nach russischem Vorbild”: Mit Totenmaske und Sense ausgestattet betrat der Richter den Saal, während der bestellte Pflichtverteidiger im Strand-Outfit mit einem Männermagazin und einer Literdose Bier erschien.

„Schwanensee-Spiel” und Quiz

In lustigen Spielen wie dem Heuballen-Rennen oder einem Quiz traten die Angeklagten gegen „die Guten”, also Mitglieder des Ulkparaden-Komitees, an, um ihre Unschuld zu beweisen. Obwohl sie zum Beispiel beim „Schwanensee-Spiel” in Tutu-Röcken punkten konnten, unterlagen die Sträflinge hoffnungslos. Am Ende lautete das salomonische Urteil des weisen Richters knapp: „Alle schuldig”.

Das gerechte Urteil - die Angeklagten wurden verdonnert, den Holzvogel am kommenden Samstag waidmännisch zu bejagen - nahm die Bevölkerung einhellig positiv auf.

Auch wenn die Dorffer zuversichtlich sind, im nächsten Jahr wieder eine Majestät zu haben, tat die einjährige Abkehr von der „Monarchie” dem Schützenfest dennoch keinen Abbruch. Begonnen hatten die Feierlichkeiten mit einem zwanglosen Party-Abend unter dem Motto „frei und locker”. Am Samstag eröffneten die Dorffer Schützen nach der Heiligen Messe und dem Gedenken am Ehrenmal den großen Kirmesball. Mit einem kostenlosen Speck-und-Ei-Essen und einem Frühschoppen starteten die Feiernden in den Sonntag. Der „Familientag” der Schützenkirmes mit Cafeteria und Kinderbelustigung endete erneut mit einem Kirmesball.

Am Samstag wie am Sonntag zogen die St. Hubertus-Schützen auch ohne eigenen König durch den Ort, begleitet von den Dorffer Maijungen, der Löschgruppe Dorff und den St. Sebastianus-Schützen Breinig mit ihrem Königspaar André und Birgit Hennecken, den Bovenberger Musikanten, den St. Sebastianus-Schützen Krauthausen und dem Spielmannszug Grün-Weiss Eschweiler. Erst am späten Montagnachmittag begruben die Dorffer nach Ulkparade, Frühschoppen, Spielen und Gesang mit allen Gästen die Kirmes, bei der wie üblich fast alle Ortsbewohner mitfeierten.

Allerdings beschränkten sich die Aktivitäten nicht bei allen Dorffern „nur” auf vier Tage, wie Heinz Willms betonte: „Rund 90 St. Hubertus-Schützen und Mitglieder der anderen Ortsvereine haben bei Auf- und Abbau der Kirmes geholfen und zudem mindestens an einem der vier Tage gearbeitet. Nur deshalb können wir ein Fest dieser Größenordnung überhaupt realisieren”, erklärte der Brudermeister.
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