Stolberg - Über Einzugsgebiete gibt es Redebedarf mit den Schulen

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Über Einzugsgebiete gibt es Redebedarf mit den Schulen

Von: kol
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Stolberg. Während der Schulausschuss am Mittwoch über den Sachstandsbericht zur Schulentwicklung debattierte, wurden in Düsseldorf schulpolitisch Nägel mit Köpfen gemacht. Am Ende hatte sich die rot-grüne Minderheitsregierung im Landtag durchgesetzt.

Die Kopfnoten zum Arbeits- und Sozialverhalten werden abgeschafft, Eltern von Viertklässlern erhalten wieder mehr Entscheidungsfreiheit, an welcher weiterführenden Schule sie ihre Kinder anmelden, und die Kommunen bekommen wieder die Möglichkeit, Grenzbezirke für die Grundschulen festzulegen.

Während die beiden ersten Entscheidungen direkte Auswirkungen auf Schüler und Eltern in Stolberg haben, trifft das auf die Einzugsgebiete für Grundschulen zumindest unmittelbar nicht zu. Zunächst bleibt nämlich alles beim Alten, also beim Wegfall der Grenzbezirke. „In der Verwaltung gibt es derzeit keine Pläne, dies zu ändern”, sagt Stadtsprecherin Petra Jansen, die aber darauf verweist, dass es in Zukunft bei diesem Thema durchaus Bewegung geben könne. „Je nachdem, wie sich die Schullandschaft entwickelt, kann es da auch noch mal zu einem Vorstoß kommen”, zitiert sie eine Aussage von Bürgermeister Ferdi Gatzweiler.

Ähnlich sieht es auch der Schulausschussvorsitzende Patrick Haas (SPD). Seine Fraktion habe in dieser Frage bereits Kontakt mit den Schulen aufgenommen, denn diese Frage soll in enger Abstimmung mit den Schulen erörtert werden. „Die Antworten, die wir von den Schulleitern bekommen haben, sind sehr unterschiedlich ausgefallen”, verweist Haas darauf, dass es nicht leicht sein wird, „alle unter einen Hut zu bekommen.” Letztlich müsse man entscheiden, was das Beste für die Stadt ist.

Kritik und Zustimmung

Kritik und Zustimmung halten sich die Waage, wenn es um Kopfnoten geht. Lehrer- und Schülerverbände hatten diese Noten für Leistungsbereitschaft, Zuverlässigkeit/Sorgfalt, Selbständigkeit, Verantwortungsbereitschaft, Konfliktverhalten und Kooperationsfähigkeit, die erst 2007 eingeführt worden waren, immer wieder als Diskrimierung kritisiert, schon nach einem Jahr wurden sie auf zwei Noten (für Zuverlässigkeit/Sorgfalt und Sozialverhalten) reduziert.

Doch es gibt auch Befürworter: Jörg Klein, Leiter der Hauptschule Kogelshäuserstraße, sieht in den Kopfnoten auch Chancen für Schüler. „Über eine gute Note für Zuverlässigkeit oder Sozialverhalten kann sich ein Hauptschüler auch dann für einen Ausbildungsplatz empfehlen, wenn er in Deutsch oder Mathe nicht ganz so stark ist”, sagt der Schulleiter.

Mit dieser Einschätzung ist Klein nicht allein. Auch die Industrie- und Handelskammer Aachen hatte sich für die Beibehaltung der Kopfnoten ausgesprochen. Allerdings sind nicht alle Ausbilder dieser Meinung. Bernd Reimann zum Beispiel, zuständig für die Ausbildung bei KME in Stolberg, hält die Kopfnoten eher für verwirrend. Ihm ist der Eindruck wichtiger, den ein Bewerber im Vorstellungsgespräch macht. „Eine größere Rolle als die Kopfnote der Schule spielt für mich auch, ob jemand sich im Verein engagiert oder ein Ehrenamt ausübt.”
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