Türkischer Investor: Riesen-Hochzeitspartys in den Indeauen?

Von: Rudolf Müller
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„Reserviert“ steht auf dem Schild, mit dem ein Eschweiler Makler eine 6000 Quadratmeter große Gewerbefläche an der Stolberger Straße bewirbt. Nach seinen Angaben will ein türkischer Investor hier eine riesige Halle für türkische Hochzeiten errichten. Foto: R. Müller

Eschweiler/Stolberg. 6000 Quadratmeter ist es groß, das Grundstück eines Aachener Unternehmers an der Stolberger Straße, das seit längerem zum Verkauf steht. Rechts und links davon, in unmittelbarer Nähe zur Stolberger Kläranlage, besitzt die Stadt Eschweiler zwei zusammen etwa gleich große Grundstücke. Folgt man den Ankündigungen eines Eschweiler Immobilienmaklers, könnte dort demnächst gebaut werden.

Ein türkischer Investor möchte eine bis zu 2000 Quadratmeter große Veranstaltungshalle errichten, in der vornehmlich türkische Hochzeiten gefeiert werden sollen. Er stehe in Gesprächen mit der Stadt, um letzte planungsrechtliche Fragen zu klären.

Ähnlich wird die Stadthalle Stolberg vermarktet; die Pläne eines anderen türkischen Investors, die Halle des früheren Praktiker-Baumarkts im wenige hundert Meter von der Stadtgrenze entfernten Gewerbegebiet Steinfurt in gleicher Weise zu nutzen, wurden von der Stadt Stolberg abgelehnt – das Gewerbegebiet sei nach einem Ratsbeschluss vom März ausschließlich Handwerk, Industrie und nicht zentrenrelevantem Gewerbe vorbehalten. Das Vorhaben sei demnach planungsrechtlich nicht realisierbar. Der Investor forderte daraufhin eine Entschädigung in Höhe von 50.000 Euro für bereits erbrachte Planungs- und Umbauleistungen.

Ob es derselbe Investor ist, der jetzt eine Event-Halle an der Stolberger Straße errichten will, kann Eschweilers Technischer Beigeordneter Hermann Gödde nicht bestätigen: Bei der Stadt lägen noch keine konkreten Anfragen vor. Dabei müssten, ehe dort gebaut werden könne, wichtige Punkte geklärt werden.

So liege das Gelände am Rand der Indeauen deutlich unter Straßenniveau; die Anbindung an die Stolberger Straße sei nicht unproblematisch. Und: Das Areal ist zwar als Gewerbegebiet eingestuft, doch müsste bei einem konkreten Bauvorhaben ein Bebauungsplan entwickelt werden, dessen Kosten der Investor zu tragen habe.

„Wir haben auch für unsere städtischen Grundstücke dort immer wieder unverbindliche Anfragen von ,ganz normalen‘ Gewerbebetrieben und zum Beispiel Tankstellenbetreibern, aber die zeitliche Verzögerung durch die Aufstellung eines Bebauungsplans schreckt Interessenten dann doch ab. Die wollen ihre Halle möglichst schnell hochziehen und suchen sich deshalb andere Standorte“, so Gödde.

Auch am Bau einer Event-Halle zur Ausrichtung türkischer Hochzeiten haben, so Gödde, bisher mindestens zwei türkische Investoren Interesse bekundet. Zu Bauvoranfragen aber sei es bislang nicht gekommen. „Allerdings halte ich den Bau einer solchen Halle dort theoretisch für durchaus möglich.“

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