Theater: „Acht Frauen“ bangen um ihr Leben

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Stolberg-Breinig. Es ist kurz vor Weihnachten. In einem idyllisch gelegenen, tief verschneiten Herrenhaus will die Familie des Hausherrn Marcel – seine Ehefrau, seine Schwiegermutter, seine Schwägerin und die zwei Töchter – das Weihnachtsfest gemeinsam feiern.

Die ältere Tochter kommt sogar extra von ihrem Studienaufenthalt in Paris nach Hause. Die Köchin und das Hausmädchen haben alle Vorbereitungen getroffen. Alle freuen sich auf ein harmonisches Familienfest. Doch plötzlich kommt die Katas­trophe: Der Hausherr wird tot aufgefunden – ermordet mit einem Dolch im Rücken.

Die Frauen sind geschockt. Doch es kommt noch schlimmer: Nach und nach entdecken sie, dass sie von der Außenwelt abgeschnitten sind: Das Telefon funktioniert nicht mehr, die Autokabel sind durchschnitten, das Gartentor versperrt, die Wachhunde betäubt. Hilfe von außen ist nicht zu erhalten. Immer deutlicher wird klar, dass nur eine der anwesenden Frauen die Mörderin sein kann.

Die Frauen „ermitteln“ selbst, jede gegen jede, und nach und nach treten seelische Abgründe, Gehässigkeiten und der Eigennutz einer jeden zutage, was Motive für zahlreiche weitere Morde bilden könnte. All die Neurosen, Wunden und Charakterzüge, die nur Familienbande einem Menschen zufügen können, werden aufgedeckt, bis die überraschende Wahrheit schließlich ans Licht kommt.

Dies gelingt dem Autor Rupert Thomas durch scharfzüngige Dialoge, teilweise bitterbösen, schwarzen Humor, überzeichnete Persönlichkeiten und Situationskomik, die mitten ins Herz schießt und manchmal abrupt dort stecken bleibt. Die inhaltlich leicht abgewandelte, nochmals überzeichnete Verfilmung aus dem Jahr 2002 mit den namhaftesten französischen Schauspielrinnen wie Catherine Deneuve und Isabelle Huppert war ein großer Erfolg. Die Theatergruppe Applaus wünscht mit der etwas bodenständigeren Originalfassung viel Vergnügen.

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