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„The Gregorian Voices“: Choräle und Popsongs

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Stolberg. Stehende Ovationen und frenetischer Jubel bei gregorianischen Gesängen in der Kirche sind ungewöhnlich? Nicht bei „The Gregorian Voices“. Das bulgarische Vokaloktett löst seit dem Frühjahr 2011 bei seiner Tournee durch Europa regelmäßig derartig emotionale Reaktionen aus. Kein Wunder, dass dieser besondere Chor bereits mehrere internationale Auszeichnungen erhalten hat.

Am 30. Januar um 19 Uhr findet in der Evangelischen Finkenbergkirche in Stolberg im Rahmen ihrer Wintertournee ein weiteres, außergewöhnliches Konzert mit der Gruppe „The Gregorian Voices“ statt.

Das Repertoire des Chores umfasst ein erstaunliches Spektrum, das vom einstimmigen liturgischen Gesang bis hin zur polyphonen Fünfstimmigkeit mit schallenden Bässen und aufsteigenden Falsettstimmen reicht. In schlichte Mönchskutten gekleidet, erschaffen „The Gregorian Voices“ durch die beeindruckende Präsentation ihrer substanzreichen Stimmen eine großartige, mystische Atmosphäre, die gerade in Kirchen raumgreifend und sehr berührend ist.

Klassische Ausbildung

Dieser stimmgewaltigen Formation von acht Sängern ist die klassische Gesangsausbildung anzuhören. Ihre glockenklaren Stimmen, der Zwiegesang von Bass, Bariton und Tenor breitet sich komplex und spannungsreich über dem Publikum aus. Der Männerchor aus dem bulgarischen Sofia begeistert und fasziniert unter der künstlerischen Leitung von Georgi Pandurov ein breites Publikum.

Das Herausragende an diesem Chor ist, dass er die frühmittelalterlichen gregorianischen Choräle völlig neu belebt und interpretiert. Wie das gelingen kann, beweisen „The Gregorian Voices“ eindrucksvoll, wenn sie Klassiker der Popmusik im gregorianischen Stil arrangieren. Auch mit diesem gewagten Experiment lösen sie überwältigende Reaktionen im Publikum aus. Rod Stewards „I’ m Sailing“ in einer sakralen Modulation zu hören, ist schon ein emotionales Erlebnis. Auch „Imagine“, von John Lennon erntet treffsicher Beifallsstürme. Die Spannung im Publikum ist zum Greifen, wenn „The Gregorian Voices“ ihr Konzert mit einer Hommage an Michael Jackson und Lionel Richie krönen: „We Are The World, We Are The Children“.

Unter Gregorianik oder gregorianischem Choral versteht man den einstimmigen, unbegleiteten, liturgischen Gesang der katholischen Kirche in lateinischer Sprache. Bis heute werden verschiedene Theorien zur Entstehung der Melodien diskutiert. Gesichert erscheint, dass die Form der gesungenen Liturgie im Wesentlichen aus Rom stammt, wo sie zwischen dem 4. und dem frühen 8. Jahrhundert nach und nach entstand. Im klerikalen und im klösterlichen Leben des Mittelalters hatte das gesungene Lob Gottes den höchsten Stellenwert. Kleriker und Mönche widmeten viele Stunden des Tages und der Nacht dem Singen und der Weiterentwicklung der Liturgie.

Heute, 1200 Jahre nach seiner Blütezeit, entdeckt ein breites Publikum die heilsame Wirkung des Gregorianischen Chorals sowie die Freude an überraschenden Interpretationen von Popsongs, die es nicht für möglich gehalten hätte. So erleben die mittelalterlichen Sakralgesänge dank des Könnens von Chören wie „The Gregorian Voices“ ein fulminantes Comeback. Dem Publikum öffnet sich eine Tür zu einer musikalischen Zeitreise durch zwölf Jahrhunderte.

Die erste Hälfte des Programms besteht aus klassisch gregorianischen Chorälen, orthodoxen Kirchengesängen und Liedern der Renaissance und des Barock, die in lateinischer Sprache vorgetragen werden. In der zweiten Hälfte demonstrieren die acht Künstler, wie englischsprachige Popsongs in einer gregorianischen Adaption klingen. Neben Leonhard Cohens „Hallelujah“ werden unter anderem „Sound of Silence“ von Simon & Garfunkel sowie Bob Dylans „Knocking On Heaven‘s Door“ und Rod Stewards „I’m Sailing“ interpretiert.

Die Eintrittskarten zum Konzert kosten im Vorverkauf 19,90 Euro und an der Abendkasse 22 Euro. Einlass ist ab 18 Uhr. Mögliche Restkarten sind dann noch erhältlich. Die Karten im Vorverkauf sind erhältlich in der Bücherstube am Rathaus und bei der Stolberg-Touristik.

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