Tdom Bah: „Man muss einfach mit dem Herzen spielen”

Von: Johannes Mohren
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Hier kann jeder mitmachen: Leonard und Johanna haben gemeinsam mit dem Kiowa-Indianer Tdom Bah und seiner rechten Hand Jackie Fischer viel Spaß beim Musizieren. Foto: J. Mohren

Stolberg. Flötenmusik erfüllt den Raum. Es sind die Klänge einer fernen Welt, Töne und Melodien, die die Besucher mit auf eine Reise nehmen. Eine lange Reise mit dem Ziel Nordamerika, dem Land, in dem bis heute die Indianer zu Hause sind.

Der Flötenspieler, der an diesem Samstagabend im Rittersaal der Burg alle Blicke auf sich zieht, ist Tdom Bah. „Ich weiß nicht, wie ich Musik mache, ich spiele einfach”, verrät der waschechte Kiowa-Indianer.

Tdom Bah spricht Englisch, und doch kann ihn jeder verstehen. Es ist die Sprache seiner Musik, die den in Stammestracht gekleideten Mann mit seinen Zuhörern verbindet.

Der Musiker aus Oklahoma, dem Bundesstaat, in dem bis heute die Indianer einen Großteil der Bevölkerung ausmachen, braucht keine Worte, seine Worte sind die Töne. In ihnen bringt er seine innersten Gefühle zum Ausdruck. „Musik wird in unserer Zeit viel zu technisch. Man muss einfach mit dem Herzen spielen, ursprüngliche Musik kann wirklich jeder machen”, erzählt Tdom Bah.

Getreu diesem Motto werden Trommeln und Rasseln verteilt, wippende Beine fallen in den Rhythmus der Musik ein. „Jeder muss mitmachen, sonst macht es keinen Spaß”, freut sich der Kiowa-Indianer über die Motivation seiner Gäste.

Denn auch wenn die Besucherresonanz insgesamt enttäuschend ist, ist Tdom Bah mit vollem Einsatz dabei, weiß er doch schließlich um die Problematik: „Die Musik, die wir spielen, ist sicherlich keine Musik der Masse”, sagt Bah, der früher als Architekt arbeitete. Trotzdem toure er seit über 25 Jahren mit der Musik im Gepäck um die Welt.

Nur wenige Besucher

Die wenigen Besucher, die den Weg in den Rittersaal gefunden haben, sind begeistert. „Indianermusik find ich einfach toll”, sagt Leonard. Er und seine kleine Schwester Johanna haben bereits am Nachmittag am Indianerworkshop teilgenommen und indianische Flöten, Handtrommeln, Minitipis und Traumfänger gebastelt. Mit großer Ausdauer und jeder Menge Spaß, wie Jackie Fischer berichtet.

Sie ist ist die Managerin Tdom Bahs in Deutschland und hat sich selbst seit über zwanzig Jahren der indianischen Kultur verschrieben. „Bei meinem ersten Besuch bei einem Western-Treffen ist der Funke sofort übergesprungen, dann haben ich meine Vorliebe zum Beruf gemacht”, erzählt sie. Die Aachenerin ist selbst mit Herz und Seele dabei. Sie tanzt indianische Tänze für die Gäste, die wiederum auch selbst auf die Bühne gelockt werden, um an dem indianischen Kulturgut aktiv teilzuhaben.

Der Rittersaal hat es Tdom Bah merklich angetan. „Dieses Ambiente ist traumhaft”, schwärmt der mittlerweile viel gereiste Indianer, der auch schon die Flötenmusik für erfolgreiche Kinofilme geschrieben und gespielt hat. Doch besonders viel Spaß macht dem Mann aus Oklahoma die Arbeit mit den Kindern, der er sich auch am Sonntag wieder widmet. Mit viel Elan und in seiner ganz eigenen Sprache, der Musik.
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