Stolberg - Tanznacht im Zinkhütter Hof: Ballettschule Delonge tanzt perfekt

Tanznacht im Zinkhütter Hof: Ballettschule Delonge tanzt perfekt

Von: mlo
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Gemeinsam mit dem Musiker Carlos standen die Schülerinnen und Schüler der Ballettschule Marion Delonge auf der Bühne. Die jungen Tänzerinnen führten vor, was sie in den zurück liegenden Wochen gelernt haben. Foto: M. Otten

Stolberg. Erneut wurde die Tanznacht, wenn auch diesmal wegen schlechten Wetters indoor im Zinkhütter Hof, der Ballettschule Marion Delonge zu einem großen Ereignis für die Freunde des Tanztheaters. Das Experiment, parallel zur Rockmusik von Carlos zu tanzen, kann als gelungen bezeichnet werden und widerlegte die Meinung, dass klassisches Ballett verstaubt, trocken und langweilig sein soll.

Im Gegenteil, Tanzen tut dem Körper und der Seele gut, verbessert die Körperwahrnehmung, verfeinert die Sinne und regt zum kommunikativen sozialen Miteinander an. Mit selbstverständlicher Leichtigkeit zeigten die Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 13 bis 25 Jahren, was sie im letzten Jahr dazu gelernt hatten.

Die Darbietungen reichten von Modern Dance über Jazz bis hin zum Spitzentanz. Von Carlos, der nur eine Gitarre und eine Stimme braucht, um seine Zuhörer zu begeistern, gab es nach einer gemeinsamen Probezeit schon zu Beginn das Kompliment, wie stolz er sei, dass er seine Musik jetzt einmal sehen könne.

Nach dem Welcome ging es schon gleich mit dem „Hotel California“ der Eagles und „Walking by myself“ von Gary Moore weiter. Die jungen Tänzerinnen gaben ihr Bestes und überraschten die Zuschauer mit vielen unterschiedlichen Schrittfolgen. Ihnen wurde viel abverlangt: Spannung halten, im Rhythmus bleiben, Ausdrucksfähigkeit zeigen.

Eigentlich nie fertig

„Mit dem Ballett ist man nie fertig, so Marion Delonge, künstlerische Leiterin der Ballettschule, „es gibt immer noch etwas zu verbessern und zu vervollkommnen“. Radschlagen oder kleine Sprünge, Hebefiguren und Spagat kamen in den nächsten Nummern dazu. Die vielen Trainingsstunden der Schülerinnen und Schüler waren plötzlich vergessen, und es zählte nur noch der Augenblick. Die Choreographien waren gut durchdacht und zeugten von viel Erfahrung bei den Tanzlehrern.

Zusammen mit Carlos aktuellem Programm lösten sie immer wieder große Begeisterungsstürme aus. In der Rock-Ballade von Led Zeppelin tanzten dann einige fortgeschrittenere Solo-Tänzerinnen die Treppe zum Himmel („Stairway to Heaven“). Der „Pas de Deux“ als Höhepunkt des ersten Teils erzählte keine Paradiesgeschichte, sondern eher von einem Ausgestoßenen.

Party-Stimmung herrschte zunächst im zweiten Teil. Laser und wechselndes Licht unterstrichen die Atmosphäre. Der Wunsch Carlos, fliegen zu können nach dem Song von Lenny Kravitz wurde abgelöst durch „Let her go“ vom britischen Singer-Songwriter Passenger.

Die Tänzerinnen in schwarz/weißen Tupfenkleider vermittelten durch ihre Bewegungen und Schritte die Stimmung von Licht und Schatten. Wie schön die Welt ist, kam in Louis Armstrongs „What A Wonderful World“ zutage, Probleme, die keinen interessieren, im „Schrei nach Liebe“ von den Ärzten.

Bob Dylan mitgesungen

Jetzt war es an der Zeit, dass der Sänger und Gitarrist Carlos sich dem Publikum einmal solistisch präsentierte. Als Dankeschön an die vielen Mädchen, mit denen er zusammen gearbeitet hatte, brachte er mit „Supergirl“ den Saal zum Kochen. Das Kompliment „Was ich dir nur mal eben sagen wollte“ sangen die Fans im Zinkhütter Hof lautstark mit wie auch Bob Dylans „Knocking on Heaven’s Door“.

Für den Schlusspunkt hatten alle Beteiligte die Power-Ballade „Nothing else matters“ aus dem Jahre 1991 von Metallica gewählt. Die einzelnen Strophen zählen unterschiedliche Widrigkeiten und Enttäuschungen auf, welche dem Sänger zusetzen.

Der Refrain appelliert mit seiner Aussage, dass nur das bedingungslose Vertrauen zählt („Nichts anderes zählt“). Das ist es wohl auch, was der Verein „Kids on Stage“ mit Siegfried Matheis an der Spitze den Kindern und Jugendlichen vermitteln möchte: Sich nicht zu kümmern, was die anderen tun, sondern ihr Leben auf ihre Weise zu leben.

Das diesjährige Event für Musik- und Tanzbegeisterte in Kombination mit Carlos faszinierte auch deswegen, weil Ton-, Licht, Bild- und Bühnentechnik mit einem kompetenten Team im Hintergrund für einen fast reibungslosen Ablauf sorgten.

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