Tankstelle der etwas anderen Art: der Solarcarport

Von: Robert Flader
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Dirk Gier und sein ganzer Stol
Dirk Gier und sein ganzer Stolz: Der Solarcarport generiert 7000 Kilowatt Strom pro Jahr. Foto: R. Flader

Stolberg. Früher, so sagt das Dirk Gier, hätten sie gelacht. „Sie haben uns ausgelacht”, präzisiert der Geschäftsführer der Stolberger Solarfirma Sotech. Damals, Anfang der 90er Jahre, habe sich kaum jemand für Solarenergie interessiert, es lässt sich ein bisschen Trotz aus seiner Stimme heraushören.

Dieses Verhalten nahm Gier zum Anlass, ein, wie er sich selbst bezeichnet, Solarpionier zu werden und voran zu gehen. Auch wenn ihm lange nicht viele andere Pioniere folgen wollten.

Und nun, rund 20 Jahre nach den ersten Gehversuchen, steht Gier vor seinem Carport, der mit mehren Solarzellen ausgestattet ist. Das allein wäre natürlich keine Neuigkeit, doch was den überdachten Stellplatz am Birkenfeld so besonders macht, ist die Tatsache, dass er dauerhaft als „Tankstelle” für Elektroautos genutzt werden kann. „Solarstrom ist viel umweltfreundlicher als Atomenergie oder konventionell erzeugter Strom. Und das ist mir besonders wichtig.”

Mit Hilfe der Solarstrommodule werden auf dem Carport-Dach rund 7000 Kilowattstunden Strom pro Jahr produziert. Die Batterie eines E-Autos könne so innerhalb von wenigen Stunden komplett aufgeladen werden. Gier: „Mit einem herkömmlichen Stecker wird der Wagen in der eigens montierten Solarsteckdose aufgeladen.”

Bei so viel Innovationslust staunt auch Ferdi Gatzweiler nicht schlecht: „Das ist ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz.” Der Bürgermeister schränkt aber auch ein: „Für Solarenergie, vor allem aber für E-Autos muss man die Öffentlichkeit weiter sensibilisieren. Da ist noch einiges Potenzial vorhanden.” Werner Krickel, Landtagskandidat der Grünen, ergänzt: „Die Energiewende ist eine dezentrale Veranstaltung, wodurch auch Arbeitsplätze in die Region kommen können.” Er appellierte an Konzerne, besonders an Energieversorger, das Thema Solarenergie stärker zu fördern.

Dirk Gier jedenfalls ist sichtlich stolz auf seine Errungenschaft, sagt aber auch: „Die Speicherkapazität der Akkus von E-Autos wird sich zwar weiter erhöhen im Laufe der Zeit. Genauso wichtig ist aber, dass die Akzeptanz dieser völlig unabhängigen Energieform weiter gesteigert wird.”
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