Stolberg - Tafelaktion: Schöne Bescherung im Zinkhütter Hof

Tafelaktion: Schöne Bescherung im Zinkhütter Hof

Von: Nicola Gottfroh
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Bei der Familie Oleff ist das
Bei der Familie Oleff ist das Weihnachtsessen am Heiligen Abend dank der üppigen Weihnachtskiste großzügiger Spender gerettet. Foto: N. Gottfroh

Stolberg. Hunderte Kisten stapeln sich im Zinkhütter Hof - um genau zu sein sind es exakt 755. Hübsch sind sie alle anzusehen, aber was noch viel wichtiger ist, sie sind reich gefüllt mit Dingen, die zu einem echten Weihnachtsfest einfach dazugehören.

Gepackt haben die Kisten Stolberger „Weihnachtsengel” für die Kunden der Tafel. Die Tafel hatte auch in diesem Jahr wieder im Rahmen der Aktion „Weihnachtskisten”, die von unserer Zeitung und dem WDR unterstützt wird, zu Lebensmittel-Spenden aufgerufen. Viele Stolberger ließen sich nicht zweimal bitten, ein hübsches Päckchen zu packen, um Mitbürger und Nachbarn, die am Rande der Armutsgrenze leben, in der Weihnachtszeit zu unterstützen.

Und so ist die Warteschlange vor den Türen des Zinkhütter Hofes schon am frühen Morgen lang. Hunderte Geringverdiener, Senioren mit kleiner Rente oder Familien, die von Hartz-IV leben und deren finanzielle Lage selbst zum Fest kein üppiges Weihnachtsmahl zulässt, hoffen darauf, ein liebevoll gepacktes Päckchen mit nach Hause nehmen zu können.

„Die Zeiten sind schwer und die Tafel und die Bürger helfen uns mit dieser Aktion dabei, sie zu überstehen. Ich bin ehrlich gerührt - in meiner Kiste ist wirklich alles drin, was das Herz begehrt”, sagt eine 82-jährige Seniorin, deren kleine Witwenrente keine großen Sprünge zulässt.

Keine leeren Händen

Nicht nur für Senioren ist die Tafelaktion eine Stütze, auch für große Familien: „Ich bin so dankbar, dass es Menschen gibt, die an uns denken. Dass wir an Weihnachten einmal etwas bekommen, was es nicht jeden Tag gibt”, sagt Tafelkunde Detlef Pfaiffer. Und mindestens genauso dankbar wie für die Kiste ist der Stolberger für die Möglichkeit, in der Spielzeugecke ein Geschenk für seinen kleinen Enkel und seinen zwölfjährigen Sohn zu suchen, damit er am Heiligen Abend nicht mit leeren Händen dasteht.

„Es ist schon erstaunlich, wie viel sich die Menschen auch in diesem Jahr wieder haben einfallen lassen”, sagt Tafelvorsitzender Kurt Herpertz, als er sich im Zinkhütter Hof umschaut. Nicht nur die Kisten stechen ins Auge, auch die Weihnachtscaféaktion des Seniorenbeirates, der die Wartenden mit Kaffee und Gebäck versorgt. „Viele Privatpersonen haben Kisten gepackt, aber auch von den Stolberger Schulen, Kindergärten, von Geschäften, Firmen und Organisationen haben wir Weihnachtskisten bekommen. Damit dürften wir alle Kunden versorgen können”, sagt er hoffnungsvoll. Hoffnungsvoll deshalb, weil es bei der „Bescherung” der Kunden in diesem Jahr trotz der guten Resonanz knapp wird.

„Wenn alle Menschen kämen, die als bedürftig gelten und Anspruch auf eine Kiste haben, dann müssten rund 800 Pakete ausgegeben werden - aber dieses Jahr haben wir nur 755 erhalten. Das sind knapp hundert Weihnachtskisten weniger als noch im Vorjahr”, sagt Kurt Herpertz. „Aber leer, das kann ich versprechen, wird niemand ausgehen”, fügt er optimistisch hinzu.

Leer geht auch Jessica Oleff nicht aus. Sie ist mit ihrer Mutter und ihrem kleinen Sohn Aman in den Zinkhütter Hof gekommen. Und alle drei strahlen übers ganze Gesicht. „Unser Weihnachtsessen ist gerettet”, freut sich die 20-jährige Stolbergerin. Klöße mit Rotkohl soll es am Heiligen Abend im Hause Oleff geben - und die Zutaten dafür findet die junge Mutter in ihrer Weihnachtskiste.

Aber die Spender haben an noch viel mehr gedacht: Kaffee und Christstollen, Obst, Wein und an einen Kalender, um die Oleffs gut in das neue Jahr starten zu lassen. Und sogar ein Brief mit lieben Weihnachtsgrüßen der Kistenspender liegt dabei. „Wir wollten Ihnen ein wenig Freude schenken”, steht darin. Freude zu schenken, das ist gelungen - und zwar allen Spendern, die mit ganz viel Kreativität und Liebe eine Weihnachtskiste für ihre Mitmenschen gepackt haben und damit dafür sorgen, dass das Weihnachtsfest bei einigen Menschen ein wenig heiterer ausfällt.

Jessica Oleff will es sich nicht nehmen lassen, die Grüße zurückzugeben: „Ich wünsche allen Spendern , die armen Familien eine Weihnachtsfreude gemacht haben, ein wunderschönes Weihnachtsfest.”
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