Swing und Jazz machen Appetit auf „Stolberg goes USA”

Von: Dirk Müller
Letzte Aktualisierung:

Stolberg. Die Neujahrsmatinee mit dem „Joe Wulf Gentlemen of Swing Trio” hat einen klangvollen Start in das Stolberger Kulturprogramm 2012 markiert und war zugleich ein Vorbote des Festivals „Stolberg goes USA”.

Vor allem aber war die gut besuchte Veranstaltung im Zinkhütter Hof eines: ein großartiges Konzert. Gleich zu Beginn folgte auf Wulfs erstes Posaunensolo in „Way down yonder in New Orleans” Szenenapplaus des begeisterten Publikums, der sich wiederholte, als auch Simon Holliday am Flügel und Bird Thomson am Kontrabass sich solistisch vorstellten und ebenfalls ihre Visitenkarten als exzellente Musiker abgaben.

Nach dem swingenden Start huldigte das virtuos aufspielende Trio mit „Do you know what it means to miss New Orleans” erneut der Geburtsstätte des Jazz - diesmal jedoch atmosphärisch getragen. Dieser Wechsel von flotten Rhythmen zu romantisch balladenhaften Stücken zog sich durch das gesamte Konzert, das die Musiker somit abwechslungsreich gestalteten, auch wenn sie nahezu ausnahmslos Swing und Jazz intonierten.

Während die meisten Werke von Joe Wulf gesungen wurden, der dazu wechselweise mit Posaune und mit Trompete das Publikum verzauberte, spielte Holliday den „Vipers Drag” von Fats Waller alleine am Flügel. Bei Wallers „Wild Cat Blues” ersetzte Wulf den Einsatz der Klarinette unnachahmlich mit seiner Posaune. Den „Old rockin Chair” boten Wulf und Holliday im Gesangsduett dar, und bei „I got Rhythm” erntete Thomson für sein energiegeladenes Bassspiel viel Applaus.

Das Trio bestach durch sein instrumentales Vermögen ebenso wie durch große Spielfreude und Hingabe, die sich auf das Publikum übertrugen. Stücke wie „Alexanders Ragtime Band” oder „Hello Dolly” wurden vom rhythmischen Klatschen der Zuhörer begleitet, und Klassiker des Genres wie „Georgia on my Mind” und „I cant give you anything but Love” mit lautstarkem Beifall bedacht, der sich auch immer wieder nach den beeindruckenden Soli der Musiker einstellte. Ob „Mack the Knife” oder „Jeepers Creepers” - das „Joe Wulf Gentlemen of Swing Trio” unterhielt das Publikum glänzend - konzertant und zum Teil auch humoristisch:

Während des „Basin Street Blues” versuchte Wulf zum Beispiel kurz, Posaune und Trompete gleichzeitig zu spielen, und machte die Posaune anschließend zu einem „talking Horn”, indem er augenzwinkernd ein Streitgespräch eines Ehepaars musikalisch umsetzte. Für die Zugabe verließen die „Gentlemen of Swing” ihr gewohntes Terrain und begeisterten die vielen Gäste des Neujahrskonzerts mit dem „Whiskey drinkin Woman Blues” und bewiesen damit eindrucksvoll, dass sie auch dieses Genre beherrschen.
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