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SV Breinig holt den Jacobs-Cup

Von: Jan Schlegelmilch
Letzte Aktualisierung:
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Großer Andrang: Das Finale des Jacobs-Automobile-Cup sahen rund 600 Zuschauer. In dieser Szene behauptet Emrah Cebici den Ball. Foto: J. Schlegelmilch
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Vichttals Vorsitzender Michael Frey (3.v.r.) gratuliert Achim Rodtheut (rechts, Trainer SV Eilendorf), Patrick Schnier (links, Spielführer VfL Vichttal), Sven Nowak (2.v.l., Torschützenkönig vom SV Breinig), René Schornstein (3.v.l., Spielführer SV Breinig) sowie Gina Bleimann, die den Pokal für den SV Breinig entgegennahm.

Stolberg. Meurer verlängert Vichttaler Durststrecke beim eigenen Turnier. Der SV Breinig gewinnt das Finale des Jacobs-Automobile-Cups gegen den Gastgeber mit 2:1 vor rund 600 Zuschauern. Heimfluch? Pokal-Komplex? Wie man es auch nennen mag: Der VfL Vichttal kann sein eigenes Turnier einfach nicht gewinnen.

Vor 36 Jahren gewannen die Vichttaler – damals noch als VfB Vicht – die erste Auflage ihres Sommerturniers, im Endspiel um den 37. Jacobs-Automobile-Cup wurde es erneut nichts. Die Chancen standen gut, doch der SV Breinig riss den VfL mit einem späten Tor jäh aus allen Titelträumen.

Als sich die 600 Zuschauer im Sportpark Dörenberg bereits auf ein Elfmeterschießen einstellten, schlug der SV Breinig noch einmal zu. Marvin Meurer vollendete einen mustergültigen Konter über Emrah Cebeci in der 86. Minute zum entscheidenden 2:1. „Da wollten wir vielleicht etwas zu viel“, analysierte VfL-Trainer Udo Lipka nach dem Spiel. Denn Vichttal drängte nach dem 1:1 durch Robert Walicas Kopfball (73.) auf die Entscheidung in der regulären Spielzeit – und ließ sich von cleveren Breinigern in der entscheidenden Situation überrumpeln.

„Im Endeffekt haben wir heute viel Lehrgeld bezahlt“, sagte Lipka. „Breinig hat nach unserem Ausgleich einfach abgezockter agiert.“ Wie gut sich die Breiniger auf ihren Gegner eingestellt hatten, war bereits in der ersten Halbzeit zu erkennen. Der SV störte früh und kontrollierte das Spiel in den ersten 20 Minuten. Sowohl Pascal Müllers Freistoß (15.) als auch Tim Wildens Direktabnahme (18.) brachten das Tor von VfL-Keeper Mark Hilgers aber nicht in Gefahr.

Von der Linie gekrazt

Erst im zweiten Abschnitt der ersten Halbzeit kamen die Gastgeber besser ins Spiel und auch zu guten Chancen. Erst kratzte Breinigs Jan Rother nach Ostlenders Hereingabe und anschließender Verwirrung im Breiniger Strafraum Den Ball noch von der Linie (35.), eine Minute später verfehlte Robert Walicas Versuch aus 18 Metern das Tor nur knapp.

Etwas genauer zielte da schon Sven Nowak auf der anderen Seite. Der im Sommer verpflichtete SV-Stürmer brachte seine Mannschaft nach der Pause durch eine tolle Einzelaktion in der 63. Minute in Führung: Nowak zog von der rechten Außenbahn mit Tempo nach innen und traf den Ball aus 18 Metern perfekt – das Tor sicherte dem Angreifer gleichzeitig die Auszeichnung für den besten Torschützen des Turniers.

Die Antwort des VfL auf den Führungstreffer ließ zwar nicht lange auf sich warten, richtig gefährlich wurde es in beiden Strafräumen aber nicht mehr – bis zur 86. Minute, als der SV Breinig den entscheidenden Nadelstich setzte.

„Das war ein ausgeglichenes Spiel auf gutem Landesliga-Niveau, das Vichttal genauso gut hätte gewinnen können. Denn nach dem 1:1 haben wir in der zweiten Halbzeit etwas die Kontrolle verloren“, resümierte Breinigs Coach Michael Burlet, der den Erfolg relativ nüchtern bewertete. „Schön, dass wir gewonnen haben, aber das war letztendlich nur ein Vorbereitungsspiel, nichts anderes.“ Eine Erkenntnis konnte Burlet zumindest aus dem Spiel ziehen: Die vielen Neuzugänge harmonieren zum jetzigen Zeitpunkt der Vorbereitung bereits gut. „Die neuen Jungs sind gut aufgenommen worden. Wir sind generell auf einem guten Weg.“

Gutes Turnier

Gleiches gilt für den VfL Vichttal, der trotz der Finalniederlage ein gutes Turnier gespielt hat – besonders das 6:4-Spektakel gegen den SV Eilendorf war am Endspieltag noch bei vielen Zuschauern ein Gesprächsthema. Die Eilendorfer drehten im bedeutungslosen Spiel um Platz 3 – Arminia Eilendorf war dort für den verhinderten SV Rott eingesprungen – nicht mehr auf. 1:1 endete das Derby der Vereine aus dem Aachener Stadtteil. „Wir haben die Leistung im Finale aber leider nicht so abgerufen wie gegen Eilendorf. Da ist man schon enttäuscht, wenn man so nah dran ist, das eigene Turnier zu gewinnen“, gab Udo Lipka zu.

Spätestens, als das spektakuläre Abschlussfeuerwerk um kurz vor 23 Uhr den offiziellen Schlussstrich unter den Jacobs-Automobile-Cup zog, war der Großteil der Enttäuschung allerdings schon wieder verflogen. Spieler beider Mannschaften, Trainer und Zuschauer feierten gemeinsam – erstmals auf dem Franz-Harpers-Platz vor dem neuen Vereinsheim – zu Live-Musik bis in die Nacht hinein. „Zwei Dinge sind dieses Jahr wirklich hervorragend gewesen“, zog Frank Donsbach, 2. Vorsitzender des VfL Vichttal, ein positives Fazit. „Das Wetter und das fußballerische Niveau der Spiele.“

Fußballerisch bot der Jacobs-Cup in diesem Jahr die wohl beste Kost seit langer Zeit. Dazu trugen nicht nur die sechs Landesligisten bei, von denen vier ins Halbfinale einzogen. Auch die Vertreter aus der Kreisliga A machten es den Favoriten in vielen Spielen schwer. Zum perfekten Turnier fehlt aus Sicht des Gastgebers eigentlich nur noch eines: Dass sich der VfL Vichttal nach 1977 mal wieder auf der Siegerliste einträgt.

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