Stolberg-Breinig - SV Breinig: Bedrohter Steinkauz braucht einen Nistplatz-Ersatz

SV Breinig: Bedrohter Steinkauz braucht einen Nistplatz-Ersatz

Von: Kolja Linden
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Gefährdet und unter Schutz: der Steinkauz. Foto: ddp

Stolberg-Breinig. Der Bau einer Kunstrasenanlage neben dem Rasenplatz auf Schützheide ist für den SV Breinig mit erheblichen Auflagen verbunden. Weil die dafür vorgesehene Fläche derzeit für die Landwirtschaft ausgewiesen ist und unmittelbar an ein Landschaftsschutzgebiet grenzt, ist eine Änderung des Flächennutzungsplans erforderlich.

Dafür muss der SV Breinig Ausgleichsmaßnahmen in größerem Umfang umsetzen. An die Einhaltung dieser Maßnahmen hat die untere Landschaftsbehörde der Städteregion ihre Zustimmung zu den Plänen gebunden.

Am Montag ist der Breiniger Sportplatz Thema im Landschaftsbeirat (LBR) der Städteregion. Der soll sich in seiner Sitzung in Aachen (15 Uhr) der städteregionalen Verwaltung anschließen und gegen die Planung keine Einwände erheben.

Nur beratende Funktion

Unabhängig vom Votum des LBR werden die Planungen aber weiter voran getrieben, denn der Beirat hat lediglich beratende Funktion, kann ein Projekt nicht durch sein Veto stoppen.

Einer, der von dem geplanten Sportplatzbau nicht über die Maßen betroffen sein soll, ist der Steinkauz. Die kleinste heimische Eulenart, die in Baumhöhlen, aber auch in alten Gemäuern brütet, steht auf der Roten Liste NRW für bedrohte Tierarten, da ihr Bestand stark zurückgeht.

Grund ist vor allem die Zerstörung vom Lebensräumen, die dem Steinkauz geeignete Umweltbedingungen bieten. Weil durch die Sportplatzplanung eine rund 1,9 Hektar große Grünfläche verloren geht, auf der einige Gehölze stehen, die für Baumhöhlenbewohner wie den Steinkauz wichtig sind, muss der SV Breinig Ausgleichsflächen schaffen.

Diese stehen innerhalb des Plangebiets kaum zur Verfügung, denn durch den Kunstrasenbau ist die Eingriffsintensität ähnlich hoch wie bei einer kompletten Versiegelung, heißt es in der Stellungnahme der Städteregion.

Allerdings ist entlang der östlichen Grundstücksgrenze auf dem Plangebiet eine Feldhecke anzulegen, die Vögeln zum Schutz und Bienen zur Nahrung dienen soll. Anzupflanzen sind außerdem Laubbäume an der Westseite, wo auch ein Regenrückhaltebecken entstehen soll, sowie standorttypische Gehölze auf dem Lärmschutzwall an der südlichen Seite zur Straße Am Wingertsberg hin. Der Wall muss mindestens zehn Meter breit sein.

Auf der daran angrenzenden alten Obstwiese sind im vergangenen Winter bereits zwei zusätzliche Niströhren für Steinkäuze angebracht worden, da die Tiere in der Regel ein Leben lang im selben Revier bleiben.

Immer im selben Revier

Umfangreicher sind die Ausgleichsflächen, die der Verein bzw. die Stadt an anderer Stelle schaffen müssen. So wird eine 6700 m2 große Wiese in Richtung Breinigerberg ganz in der Nähe des Sportplatzes mit 42 Obst- und Laubbäumen bepflanzt, hinzu kommt die Errichtung einer weiteren Niströhre für den Steinkauz. Ursprünglich war sogar einmal von 60 zu pflanzenden Bäumen die Rede gewesen.

Am Hasselbach im Solchbachtal (Flammersau) sind obendrein drei ehemalige Fichtenforstflächen der natürlichen Vegetationsentwicklung zu überlassen. Die Kosten für diese Maßnahmen trägt der Verein.
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