Stück für Stück raus aus den „Baukästen”

Von: Robert Flader
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Arbeiten statt pauken: Bis vor
Arbeiten statt pauken: Bis vor drei Wochen wurde in den insgesamt sechs Klassenräumen der Pavillions noch unterrichtet. Im Zuge der Sanierung der Realschule I werden sie nun abgerissen.

Stolberg-Münsterbusch. Vorne, im Eingangsbereich, liegt ein beinahe riesig anmutender Haufen Beton, der einmal ein Dach stützte. Daneben stapeln sich meterlange Bretter, die einmal eine Wand bildeten.

In den alten Klassenräumen wird der PVC-Boden rausgerissen, während die Tafel ein bisschen traurig über das Geschehen wacht. Wer sich in diesen Tagen in den alten Schulpavillons der Realschule I, oder besser was von ihnen übrig ist, umschaut, der kommt kaum auf die Idee, dass hier bis vor drei, vier Wochen noch Schüler unterrichtet wurden.

Wurden sie aber und genau das war das Problem: Lehrer und Schüler der Realschule wollten mehrheitlich raus aus den beiden Pavillons, die insgesamt sechs Klassenräume beherbergten. Nun wurden sie „erhört”. Dieter Roth vom Hochbauamt sagt ein bisschen nachdenklich: „Eigentlich waren sie ohnehin nur für den Übergang gedacht - und dann stehen sie beinahe 40 Jahre hier.”

Hauptgebäude in neuen Farben

In den Sommerferien findet so etwas wie eine Zäsur statt, weg vom Charme der 1970er Jahre (als die beiden Schulpavillons gebaut wurden) hin zu hellen, freundlichen und vor allem umweltbewussten Zeiten.

Das Hauptgebäude der Schule erstrahlt bereits seit dem vergangenen Jahr in neuen, kräftigen Farben. „Es wurde Zeit, dass auch hier unten etwas passiert”, sagt Roth. Vor allem die Lehrerschaft habe sich zunehmend über die Arbeitsbedingungen in den beiden „Containern” beschwert. Roth: „Es geht neben dem Komfort natürlich auch um Gesundheitsfragen. Und außerdem waren die Klassenräume sehr dunkel.”

Die Pavillons werden im umgekehrten Baukastenprinzip - genau so, wie sie Anfang der 70er Jahre im Garten aufgestellt wurden - wieder abgebaut. Einfach mit dem Hammer die Wände einreißen ist also nicht drin. Roth: „Es wird alles genauestens mit der Hand abgebaut.” Und daran lässt sich auch ganz gut erkennen, was damals so alles verbaut wurde: Die Dächer waren mit Asbest belastet, der Boden bestand aus PVC, zusätzlich fehlten Schallschutzdecken, „so dass es in den Räumen immer sehr laut war”, erklärt Dieter Roth.

Dieses Kapitel gehört seit dieser Woche endültig der Vergangenheit an: Ein regionales Abrissunternehmen wurde mit den Arbeiten betraut, die Männer sind insgesamt zu Viert, sie arbeiten sich gewissermaßen von außen nach innen, Stück für Stück. Fein säuberlich werden die „Überreste” der Pavillons getrennt und erst einmal einzelne gesammelt. Der gesamte Abriss kostet die Stadt etwa 55.000 Euro, das Geld stammt aus Mitteln des Konjunkturpaketes. „Es geht”, erklärt Roth, „natürlich heute auch um viel strengere Umweltschutzrichtlinien und die Frage, welche Schadstoffe wie entsogt werden müssen.”

Stichwort Entsorgung: Jedes Material, und seien es „nur” die hölzernen Außenwände, muss einzeln verpackt und entsorgt werden. „Manche Metalle werden auch recycled”, sagt Dieter Roth. Noch während der Ferien sollen die Arbeiten - je nach Witterung- komplett abgeschlossen sein.

Ungewohntes Bild

Was einmal statt der etwa 250 und 140 Quadratmeter großen Pavillons den Garten der Realschule I bereichert, steht noch nicht fest. Roth: „Die Fläche wird jetzt erst einmal planiert und komplett eingesät.” Schulleiter Ferdinand Küpper-Jacobs: „Vielleicht können wir das Areal als Theaterbühne nutzen.” Sicher ist nur, dass Schüler und Lehrer nach den Ferien nicht mehr das „alte” Bild vorfinden.
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