Strom für 500 Haushalte: Enwor setzt in Breinig auf Wasserkraft

Von: -jül-
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Stolberg. 500 Haushalte werden bald mit umweltfreundlich erzeugtem Strom aus Breinig versorgt: Der städteregionale Versorger Enwor investiert in den Bau einer Wasserkraftanlage über eine Million Euro. Voraussichtlich im März soll sie in Betrieb gehen.

„Wasserkraft ist im Kreis der erneuerbaren Energien diejenige, die am planbarsten und am verlässlichsten einsetzbar ist”, erklärt Unternehmenssprecher Wolfgang Fischer auf Anfrage unserer Zeitung. „Deshalb haben wir uns entschieden, in Breinig ein Wasserkraftwerk zu bauen”. Dazu bietet sich eine von Enwor an der Stockemer Straße betriebene Druckregelanlage an, die das über zwei Transportleitungen von der Aufbereitungsanlage an der Dreilägerbachtalsperre in Roetgen bezogene Trinkwasser druckreduziert in das weitere Verteilnetz überleitet. „Aufgrund des gegebenen Druckpotenzials zwischen Roetgen über die Breiniger Anlage bis hin zum Wasserbehälter Gottessegen bei Eilendorf steht eine große nutzbare Fallhöhe zur Verfügung, die für eine Energierückgewinnung genutzt werden kann”, erklärt Fischer.

Immerhin auf eine Nettofallhöhe von 71 Meter summiert sich das Druckpotenzial. Um es nutzen zu können, ist neben den bestehenden Schachtbauwerk der Druckregelanlage ein Betriebsgebäude für die Anlagentechnik der Turbine errichtet worden. Von den beiden Transportleitungen wird das Trinkwasser durch die Turbine geleitet. Diese übernimmt dabei die Aufgabe der Druckreduzierung und erzeugt mit dem Generator Energie. 40 Zentimeter beträgt der Laufraddurchmesser dieser „Francis-Spiral-Turbine”; bei einer Drehzahl von 1500 rpm (Umdrehungen pro Minute) und einem Durchfluss von 500 Liter pro Sekunde erreicht sie einen Wirkungsgrad von 92 Prozent.

Während das druckreduzierte Trinkwasser weiter in Richtung Gottessegen fließt, wird der mit Synchrongeneratoren erzeugte Strom über zwei Niederspannungskabel 300 Meter weiter in die Enwor-Trafostation an der Stockemer Straße geleitet, auf eine Mittelspannung von 20 kV transformiert und in das öffentliche Netz abgegeben. Rein rechnerisch kann eine Jahresleistung von 1,748 Millionen kWh erzielt werden. „Das reicht aus, um 500 Haushalte über das Jahr mit umweltfreundlicher Energie zu versorgen”, erklärt Fischer.
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